Kultur & Politik – Bücher

  • Licht und Schatten

    Brad Tolinski
    18. Februar 2014

    Als Chefredakteur von „Guitar World“ hat man es schon mal nicht ganz so schwer, an Jimmy Page heranzukommen – und Tolinski gelangen in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich interessante Gespräche mit dem sonst oft schwierigen Hexenmeister. Der gibt allerdings auch hier nicht allzu viel von sich preis, über Musik spricht er immer noch lieber als […]

  • Metallica – Master Of Puppets

    Martin Popoff
    18. Februar 2014

    Es ist mal wieder eine „ultimative Bildbiografie“. Aber wie können Bildbiografien eigentlich ultimativ sein? Gut, bei Metallica sieht man schön, wie sie von putzigen Thrash-Metal-Bubis zu mächtigen Rockstars wurden, und all die Nahaufnahmen, Backstagepässe und Tickets sind immer nett anzusehen. Der Text kommt bei aller Opulenz auf den 200 Seiten trotzdem viel zu kurz und […]

  • Joann Sfar

    Vampir
    18. Februar 2014

    Der Prosa Prousts überdrüssig, von seiner halb pflanzlichen, halb menschlichen Freundin verlassen, tut Ferdi-nand das, was wohl jeder in seiner Lage tun würde: Der gemütsschwere Vampir zieht los, um Bücher und Platten zu kaufen. Seine Opfer beißt er übrigens nur mit einem Zahn, damit die Wunde nach einem Mückenstich aussieht. Und nachts schwebt er gern […]

  • Zadie Smith

    London NW
    18. Februar 2014

    Die Zeiten, in denen man sich von Schriftstellern die Welt erklären lassen möchte, sind vorbei, wie zuletzt der unglaublich eitle Briefwechsel zwischen J. M. Coetzee und Paul Auster zeigte: zwei alte Männer, die den Weltläufen hinterhecheln und sprachliche Nebelkerzen werfen, um das zu verbergen. Gut, bei Zadie Smith verhält es sich ein bisschen anders. Wie die […]

  • Paul Nizon

    Die Belagerung der Welt
    18. Februar 2014

    Es wirkt wie ein letztes Aufbäumen: 50 Jahre unternahm Suhrkamp wirklich alles, um den Schweizer Romancier Paul Nizon nicht nur in literaturgeschichtlicher, sondern auch in kommerziel­ler Hinsicht in die Liga der verlagseigenen Superstars wie Peter Handke oder Max Frisch zu katapultieren. Man muss sich Nizons Leitspruch ,,Das Leben ist zu gewinnen oder zu verlieren“ wahrlich […]

  • Georg Brunold

    Nichts als der Mensch
    18. Februar 2014

    Dieses 720-seitige Florilegium im Folio-, vulgo Telefonbuchformat ist mehr als ein Buch für die einsame Insel. Es ist die Bibel für den säkularen Geist. Brunold schreitet die mehrtausendjährige Geschichte der Schriftkultur ab und sammelt aus allen Epochen anthropologische Denkwürdigkeiten von den großen Philoso-phen, Belletristen, Journalisten und Quadratspinnern. Nichts Menschliches ist ihm fremd und seinen Gewährsleuten […]

  • Haruki Murakami

    Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki
    18. Februar 2014

    Der neue Murakami erschien hierzulande Mitte Januar, pünktlich zum 60. Geburtstag des Autors. Es ist der erste Roman, den er nach „1Q84“ veröffentlichte. Dieses fantastische dreiteilige Epos sprengte nicht nur ein ums andere Mal die Imagination des Lesers, sondern in seiner Heimat auch alle Verkaufsrekorde und wurde im Rest der Welt ebenfalls zum Bestseller. Erstaunlich […]

  • Jan Costin Wagner

    Tage des letzten Schnees
    18. Februar 2014

    Die melancholischen Wölkchen um den Kommissar Kimmo Joentaa wollen sich nach dem Tod seiner Frau auch im inzwischen fünften Teil von Jan Costin Wagners finnischer Krimireihe nicht verziehen. Im Gegenteil: In drei parallel verlaufenden Handlungssträngen erzählt der Roman „Tage des letzten Schnees“ erneut vom Verlust eines nahestehenden Menschen. Nachdem ein Banker seine neue Liebe, eine […]

  • Detlef Kuhlbrodt

    Umsonst und draußen
    10. Februar 2014

    Als „Miterlebende“ seien er und seinesgleichen „zu Büchern gekommen“, schreibt Detlef Kuhlbrodt in diesem literarischen Tagebuch von März 2006 bis August 2008, und das definiert schon ziemlich genau seine Methode. Er kann sich nichts aus dem Füller lutschen, er muss dabei gewesen sein. Und die so entstehenden kleinen sens offenbar auf einige so kunstlos, dass […]

  • Wolfgang Herrndorf

    Arbeit und Struktur
    10. Januar 2014

    Über keinen Text ist in den vergangenen Jahren wohl mehr geschrieben worden als über Wolfgang Herrndorfs Blog „Arbeit und Struktur“. Dort beschrieb der im August 2013 verstorbene Autor sein Leben nach der Hirntumor-Diagnose. Vor seiner Krankheit war er ein extrem langsamer Autor gewesen, hatte oft monatelang über einem Satz brüten können, den Tod vor Augen […]

  • Brian K. Vaughan/Fiona Staples

    Saga
    10. Januar 2014

    lana und Marko sind ein Paar, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Sie hat Flügel auf dem Rücken, er Widder-Hörner am Kopf. Ihre Tochter Hazel, die zu Beginn von „Saga“, dieser bereits mehrfach ausgezeichneten Comic-Serie von Autor Brian K. Vaughan („Y: The Last Man“ und „Lost“) und Zeichnerin Fiona Staples („Mystery Society“), zur Welt kommt, hat […]

  • Annette Pehnt

    Lexikon der Angst
    10. Januar 2014

    Annette Pehnt bringt hier 45 Kurzgeschichten, die nur durch ihr Thema, die mehr oder weniger pathologischen Ängs­te ihrer Protagonisten, zusammenhängen, in eine lexikalische Ordnung. Die Struktur­idee des Buches ist apart. Eine verwirrend diversifizierte, chaotische Welt wird durch ein völlig willkürliches Ordnungsprinzip vielleicht am adäquatesten abgebildet, weil das keine Kohärenz vortäuscht, wo schlicht keine ist. Aber […]

  • Joseph Mitchell

    New York Reporter
    10. Januar 2014

    Der Mitbegründer des „New Journalism“ muss früh geahnt haben, dass man ihn eines Tages als den großen Chronisten eines untergegangenen New Yorks feiern würde. Gerade mal 30 Jahre alt, ließ der Nachtreporter Joseph Mitchell die verderbliche Ware, Artikel für verschiedene Blätter, zwischen zwei Buchdeckel pressen. Der begnadete Zuhörer wollte ihnen mit der Sammlung „My Ears […]

  • Irvine Welsh

    Skagboys
    10. Januar 2014

    Irvine Welsh hat ein Prequel zu seinem Debüt „Trainspotting“ (1993) geschrieben. Das ist schon das zweite Mal, dass er in die Welt seines bes­ten und bei Weitem erfolgreichsten Werkes zurückkehrt. Bereits 2002 schrieb er das Sequel „Porno“, das zwar durchaus unterhaltsam war, aber zugleich zeigte, dass er dem Original nicht wirklich viel hinzuzufügen hatte. „Skagboys“ […]

  • Levon Helm mit Stephen Davis

    This Wheel’s On Fire
    10. Januar 2014

    Als Chuck Berry auf die klaffenden Lücken in seinen Memoiren angesprochen wurde, bäffte er, ein Buch sei schließlich keine Beichte. Auch Levon Helms Rückschau auf Erlebtes ist selektiv und liest sich stellenweise wie eine Aneinanderreihung von Anekdoten, doch hagelte es nach der Veröffentlichung 1993 keine Gegendarstellungen wie nach Berrys Machwerk. Nicht einmal Robbie Robertson, mit […]

  • Wolfgang Haberl

    Patti Smith
    10. Januar 2014

    Akademische Gründlichkeit ist Haberls Fleißarbeit ebenso wenig abzusprechen wie Distanz zum Thema. Das beginnt bei der steifen Sprache und endet nicht im Orkus etlicher hundert Fußnoten. Schade, denn Aufbau und Analyse sind in sich schlüssig, Patti Smiths wichtigste Inspirationsfiguren werden vorgestellt, das Werk der Künstlerin wird auch wirkungsgeschichtlich beleuchtet. Ein Index fehlt. (Südwestbuch, 13 Euro)

  • Altman/De Fabianis

    Mick Jagger – Ein spektakuläres Leben
    10. Januar 2014

    Die Diskrepanz zwischen der haptischen Wertigkeit dieser Schwarte und der Schludrigkeit des Begleittextes ist enorm. Viele sehenswerte Fotos, gutes Papier, stabiler Einband: so weit, so gut. Billy J. Altmans ohnehin recht belangloser Text scheint allerdings von einem Computerprogramm eingedeutscht worden zu sein, am Lektorat hat man offenbar gespart. Das macht immerhin häufig schmunzeln. „Wyman war […]

  • Hermann Anschlag

    Favorite German 7”-Sleeves
    10. Januar 2014

    Secondhand-Läden florieren und Plattenbörsen haben Zulauf, kurzum: die Spezies der Plattensammler, vor zehn Jahren angeblich noch vom Aussterben bedroht, vermehrt sich wieder. Und da es sich primär um junge Leute handelt, die für Nachfrage sorgen, dürfte dieser Band auf reges Interesse stoßen. Anschlag zeigt „200 der schönsten deutschen Single-Covers“ von den Everly Brothers bis Chris […]

  • David Foster Wallace

    Der bleiche König
    10. Dezember 2013

    Er wusste, was er tat. Es war kein spontaner Entschluss. Als David Foster Wallace sich vor fünf Jahren das Leben nahm, hinterließ er auf seinem Schreibtisch einen fein säuberlich geordneten Stapel Papier. Seit der Veröffentlichung von „Unendlicher Spaß“ hatte er an „etwas Langem“ gearbeitet, an einem neuen Roman, der nie fertig werden sollte. Das unvollendete […]

  • David Schalko

    KNOI
    10. Dezember 2013

    Seit Jahren ist David Schalko einer der großen Drehbuchautoren Österreichs, wenn nicht der größte: Er flunkerte in einem Fernsehfilm den austriakischen Fußball-Triumph über den Nachbarn herbei, inszenierte Josef Hader im unheimlichen „Aufschneider“ und inszenierte die verstörende Serien-Groteske „Braunschlag“. Der Roman „Weiße Nacht“ (2009) ist eine zarte Allegorie auf die Lichtgestalt Jörg Haider und seine Lebensmenschen […]