Kultur & Politik – Bücher

  • Teju Cole - Jeder Tag gehört dem Dieb

    Der in Nigeria aufgewachsene und in den USA lebende Teju Cole ist ein schreibender Flaneur. Er erschließt sich die Welt mutigen Schrittes. Die Erfahrungen, die er dabei als Gefangener seiner Identitäten macht, verwandelt er in grandiose Literatur. In seinem Debütroman, „Open City“, sammelt sein durch New York spazierendes Alter Ego Julius Geschichten, die das Bild […] mehr…

  • Sibylle Berg - Der Tag, als meine Frau…

    Zwischen Chloe und Rasmus sind längst die Schicksalsjahre einer Beziehung angebrochen. Man hat sich auseinandergelebt. „Rasmus’ Angewohnheit, mich morgens zu küssen, könnte unter anderen Umständen rührend sein. Ein Umstand wäre meine Abwesenheit.“ Was aus schlechtem Sex und geplatzten Träumen folgt: Chloe stürzt sich in eine Affäre mit dem Südseemasseur Benny. Statt die wild Kopulierenden zu […] mehr…

  • Tipp: Hunter S. Thompson - Die Odyssey eines Outlaw-Journalisten. Gonzo-Briefe…

    Schon zu Beginn seiner Karriere scheint Hunter S. Thompson die große Gonzo-Nummer, mit der er schließlich zum Rockstar der US-Literatur avancierte, klar kalkuliert zu haben. Er hatte 1959 als Bürobote das „Time Magazine“ verlassen und beim „Mid-dletown Daily Record“ angeheuert, aber die Provinzzeitung hielt ihn kaum zwei Monate aus. Nach einem eingetretenen Süßigkeiten-Automaten und dem […] mehr…

  • T. C. Boyle - Hart auf hart

    Adam ist ein in jeder Hinsicht gescheiterter Mann. Drogenexzesse, Wutanfälle und unzählige Stunden bei Psychologen pflastern seinen Weg, der nur eine Richtung kennt: hinab in die Schattenwelt. Von dem legendären Trapper und „Mountain Man“ John Colter fasziniert, flieht er in die Wälder Kaliforniens und versucht sich als „erster echter Waldläufer der modernen Zeit“. Bei einem […] mehr…

  • Daniel Kehlmann - Kommt, Geister

    In „Kommt, Geister“ sind Daniel Kehlmanns kluge Poetik-Vorlesungen an der Universität Frankfurt versammelt. Wie die meisten berühmten Referenten jener ehrwürdigen Institution redet auch der österreichische Autor am wenigsten über sein eigenes Schreiben. Vielmehr spiegelt seine virtuose Rhetorik ein Denken in Vernetzung wider. W. G. Sebald oder etwa immer wieder Ingeborg Bachmann finden sich darin ebenso […] mehr…

  • Andrea Di Nicola/Giampaolo Musumeci - Bekenntnisse eines Menschenhändlers – Das…

    Im öffentlichen Bewusstsein ist das Bild von ärmlichen Flüchtlingen, die in letzter Not mit Fischerbooten die Meere überqueren, um dann in überfüllten Auffanglagern zu landen, fest verankert. Oftmals gelangt das Thema erst in die Medien, wenn einmal mehr Todesopfer bei der Überfahrt zu beklagen sind. Was oft vergessen wird: Illegale Immigration ist ein Milliardengeschäft, hinter […] mehr…

  • Michel Houllebecq - Unterwerfung

    2022 wird Frankreich den großen politischen Umsturz bringen. Der gemäßigte Kandidat der Bruderschaft der Muslime, Mohammed Ben Abbès, wird im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen sowohl den Kandidaten der Konservativen als auch den der Sozialisten hinter sich lassen. Er wird im zweiten Wahlgang gegen Marine Le Pen antreten, die mit ihrem rechtsextremen Front National die meisten […] mehr…

  • Frank Schulz - Onno Viets und das Schiff…

    Ein steife Brise ausgeprägter Melancholie weht plötzlich über das erzählerische Meer des Hamburger Autors Frank Schulz. Manchmal bläst sie sachte die unbändige Komik und exzessive Detailversessenheit weg, die noch in der „Hagener Trilogie“ und dem ersten Fall seines tatsächlich sehr privaten Detektivs, „Onno Viets und der Irre vom Kiez“, in jedem Nebensatz lauerten. Aber keine […] mehr…

  • Regengoetter von James Lee Burke

    James Lee Burke - Regengötter

    Nach 20 Romanen um den versoffenen Cajun-Cop Dave Robicheaux kehrt einer der besten amerikanischen Thriller-Autoren mit einer markanten Figur zurück: In dem faustdicken Wälzer „Regengötter“ ermittelt der von Rheuma, seinem verliebten Deputy und dem Alter geplagte texanische Sheriff Hackberry Holland gegen zerstrittene Drogenschmuggler, Frauenhändler und soziopathische Killer. Wie in seinen Louisiana-Epen ist der inzwischen 80-jährige […] mehr…

  • Ian McEwan - Kindeswohl

    In seinen letzten Romanen demonstrierte der 66-jährige Brite Ian McEwan ein sich praktisch reibungslos entfaltendes Erzählen. So auch wieder in seinem neuen Werk, „Kindeswohl“. Hier ist ihm zudem mit der charismatischen Richterin Fiona Maye eine überaus starke Frauenfigur geglückt: eine Frau in den besten Jahren, deren ganze Reife gefragt ist, als das Leben sie unversehens […] mehr…

  • Louis Begley - Zeig dich, Mörder

    Der Anwalt einer einflussreichen Wirtschaftskanzlei wird erhängt in seinem Sommerhaus aufgefunden. Kurz darauf kommt seine Sekretärin bei einem Unfall in der New Yorker U-Bahn ums Leben. Ein Zufall? Der ehemalige Elitesoldat und Neffe des toten Anwalts, Jack Dana, glaubt nicht daran. Ebenso wenig an die Gerüchte, sein Onkel Harry sei an Demenz erkrankt, habe sich […] mehr…

  • Stephan Thome - Gegenspiel

    Die Geschichte einer 20 Jahre währenden Ehe, die Erinnerung an die Liebesschwüre der Jugend – ausufernd, detailbesessen, ein Hin und Her der Rückblenden: Im Roman „Fliehkräfte“ (2012) erzählte Stephan Thome all dies aus der Sicht des Philosophieprofessors Hartmut Hainbach, der kurz davor steht, den Reset-Knopf des Lebens zu drücken. Auf fast 500 Seiten führte dieser […] mehr…

  • Jochen Distelmeyer - Otis

    Homer revisited: Die literarische Ambition des Blumfeld-Sängers ist bereits bei seinem Debüt hoch – aber als Erzähler verläuft er sich in Berlin-Mitte mehr…

  • Peter von Bagh - Aki Kaurismäki

    Der im vergangenen September verstorbene Filmhistoriker Peter von Bagh kannte Aki Kaurismäki schon, als der noch ein junger Cineast war. Er begleitete die Karriere des Regisseurs von den Anfängen mit Bruder Mika an und traf ihn regelmäßig für lange Gespräche. Diese erscheinen nun gesammelt und in deutscher Übersetzung in einer sehr schönen, reich bebilderten Monografie, […] mehr…

  • Shaun Usher (Hg.) - Letters Of Note – Briefe,…

    Im Zeitalter hingefetzter Mails und unreflektierter Online-Kommentare – einst „Leserecho“, jetzt „Shitstorm“ genannt – ist der Brief zu einer Edeldisziplin im schriftlichen Austausch geworden – vom Kundenverkehr mit der Krankenkasse mal abgesehen. Einen Brief poltert man nicht hinaus, einen Brief überlegt man sich, das macht ihn nach heutigen Maßstäben zu Literatur. Der Brite Shaun Usher […] mehr…

  • Christopher - Love Song 1-4

    In vier Bänden stellt der französischen Zeichner und Texter Christopher uns vier Freunde aus der französischen Provinz vor, die gemeinsam in der Band The Sleeping Watermelons spielen und – alle Anfang 40 – mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe zu kämpfen haben. Jeder Band ist einem der Protagonisten und dessen Lieblingsband gewidmet. Der Angestellte […] mehr…

  • Roberto Bolaño - Mörderische Huren

    Auf viele bekannte Leitmotive, Figuren und den typischen Sound aus unaufdringlicher Ironie und warmer Kälte wird der erfahrene Bolaño-Leser in dieser Erzählungssammlung stoßen. Natürlich wird er auch einen intellektuellen Exil-Chilenen in Europa antreffen – das Alter Ego Bolaños – und die unbedingte Liebe zur Literatur. Er wird sich mit der Allgegenwart von Gewalt auseinandersetzen müssen, […] mehr…

  • J.J. Voskuil - Schmutzige Hände

    Der erste Band dieses siebenteiligen Epos erschien 2012 beim großen Verlag C.H. Beck auf Deutsch, der zweite nun beim kleinen Verbrecher Verlag. Einerseits schön, weil er viel hübscher aussieht, andererseits alarmierend, weil „Das Büro“ hierzulande anscheinend ein Minderheiten- und Liebhaberthema ist. Dabei gehört dieser Schlüsselroman des ehemaligen Büroangestellten Voskuil über das Leben am Institut zur […] mehr…

  • Hilary Mantel - Die Ermordung Margaret Thatchers

    Es gibt wenige gute Gründe, historische Romane zu lesen; der beste heißt Hilary Mantel. Die inzwischen in den Adelsstand erhobene Schriftstellerin veröffentlicht nach den ersten beiden Bänden ihrer Trilogie über Thomas Cromwell nun mit „Die Ermordung Margaret Thatchers“ indes Kurzgeschichten, die sich der Gegenwart oder allenfalls der jüngeren Vergangenheit widmen – etwa dem 6. August […] mehr…