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Kultur & Politik – Bücher

  • Willi Winkler - Deutschland, eine Winterreise

    Willi Winkler hatte ein Gelübde abgelegt: Wenn die scheinbar unabsteigbare FDP aus dem Bundestag fliegen sollte, würde er von Hamburg nach Altötting pilgern, jenem renommierten katholischen Wallfahrtsort, wo die Schwarze Madonna residiert. Im September 2013 geschah das Wunder; in der Adventszeit machte Winkler sich auf den Weg. Und auf der anfangs öden Strecke entlang der […] mehr…

  • Wolfgang Welt - Fischsuppe

    Wolfgang Welt schreibt weiter an seiner „L’Éducation unsentimentale“ in Einzelbänden. Dieser fünfte (Kurz-)Roman läuft noch einmal in hastigen Trippelschritten die Erinnerungsstrecke ab, als er Ende der 90er-Jahre nach diversen psychotischen Schüben und Zusammenbrüchen vom totalen Underground-Autor und Geheimtipp langsam im Literaturbetrieb ankommt. Sein Privatleben befindet sich im tristen, lithiumgedimmten Fluss. Wegen seiner Wampe bleiben wieder […] mehr…

  • Rainer Schmidt - Die Cannabis GmbH

    Rainer Schmidt, ehemaliger Chefredakteur des ROLLING STONE,  hat auf einer Party eine denkwürdige Begegnung: Er trifft dort einen (echten) Cannabis-Großbauern, der sich mit akribischer Besessenheit seinem Naturprodukt widmet. Problem nur: Dessen Streben nach Top-Qualität ist illegal. Der Familienvater wandert schließlich in den (echten) Knast. Schmidt beschließt, dessen bittersüße Geschichte zu fiktionalisieren. Ein Weed-Roman eines bekennenden […] mehr…

  • Björn Kuhligk - Großraumtaxi

    Schon seit „Berlin Alexanderplatz“ gilt die Spreestadt als eine ewig wandelbare unter den europäischen Metropolen. Unzählige Autoren suchten seither den Sound von Umbruch und stetiger Vielfalt einzufangen. Björn Kuhligk stimmt mit seinen Prosaminiaturen in den Hype ein, ohne wirklich Neues über die mondäne Perle des Ostens zu bieten. Begegnungen mit einem Bettler, der erzählt, er […] mehr…

  • Tipp: D. T. Max - Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte:…

    Sechs Jahre nach seinem Selbstmord blüht der Geniekult um David Foster Wallace. Mindestens drei große Biografien, dazu Interview-Bände und Selbstzeugnisse heben den Dichter in den Rang der literarischen Generationssensation. In Deutschland werden Bändchen mit Essays, gar einer Rede übersetzt. Als Wallace noch lebte, waren Elogen selten: Vom Literaturbetrieb und von der Kritik wurden die frühen […] mehr…

  • Bodo Kirchhoff - Verlangen und Melancholie

    „Die Erinnerungen an das Schöne, das lange zurückliegt, sie sind größer als man selbst, und ihre Übermacht kommt immer unerwartet, wie aus dem Hinterhalt“ ist einer dieser Sätze, der die vermeintlichen Gegenpole „Verlangen und Melancholie“ in Kirchhoffs Roman zusammenhält. Einer der Sätze, der so etwas ist wie ein Innehalten während dieser naturgemäß höchst subjektiven, selbstgerechten […] mehr…

  • Jochen Schimmang - Grenzen Ränder Niemandsländer

    Die Räume für Anarchisten, Outlaws und Outcasts verengen sich, auch geografisch. Die Boheme unserer Tage, nicht nur die digitale, zieht es in die Zentren. Die „Neue Mitte“, also Berlin beispielsweise, ist Jochen Schimmang jedoch äußerst suspekt. Zeit seines Lebens haben ihn die Niemandsländer als herrschaftsfreie Räume interessiert, die „Nicht-Orte“, das Übertreten von Grenzen. Die Provinz […] mehr…

  • Bill Cardoso - Rummel im Dschungel

    Bill Cardoso sollte in die Literaturgeschichte als Mann eingehen, der „Gonzo“ den Namen gab. Als freier Schreiber reiste er 1974 nach Kinshasa, um über den Kampf des Jahrhunderts zu berichten: Ali gegen Foreman. Als der verlegt wurde, überbrückte er die Zeit als Dealer für die US-Entourage und war selbst offenbar sein bester Kunde. Die Repressalien […] mehr…

  • Joshua Ferris - Mein fremdes Leben

    Seit sich sein Vater eine Kugel in den Kopf gejagt hat, wandelt der Zahnarzt Dr. Paul C. O’Rourke im Tal der gottlosen Einsamkeit. Er tröstet sich mit einer zwanghaften Begeisterung für die Red Sox und flüchtet sich in Beziehungen, die er als „Mösenklemmen“ bezeichnet. Eine bequemere Alternative könnten die vielversprechenden Scheinwelten des Internets bieten, aber […] mehr…

  • David Cronenberg - Verzehrt

    David Cronenberg, Regisseur von verstörenden Filmen wie „Videodrome“, „Die Fliege“, „Crash“ und „eXistenZ“, hat seinen ersten Roman geschrieben. Cineasten könnten anhand der oben genannten Werke erahnen, um welche Themen „Verzehrt“ kreist: um Bio- und Technopolitik, Bionik und Psychoanalyse, Fleisch und Flüssigkeiten sowie um deren Verbindungen und Interaktionen mit technischen Apparaturen. Denn in der Tat sind […] mehr…

  • Tom Rachman - Aufstieg und Fall großer Mächte

    Der behagliche, blumig-poetische Ich-erzähle-Dir-jetzt-mal-eine-schöne-Geschichte-Ton, mit dem dieser Tom Rachman anhebt, wirkt wie eine Verbeugung vor Charles Dickens. Und ähnlich wie die Arbeiten des großen Briten ist der erste wirkliche Roman des 1974 in London geborenen Autors durchsetzt mit Ausflügen ins Humoristische, sodass all jene, die seinen furio­sen autobiografischen Erstling, „Die Unperfekten“, mochten, zunächst einigermaßen irritiert […] mehr…

  • Mike Nicol - Black Heart

    Zu Beginn von Mike Nicols Südafrika-Trilogie träumt der Ex-ANC-Offizier und Waffenschmuggler von einem einigermaßen ruhigen Leben als Security-Provider für wohlhabende ausländische Kap-Besucher. Doch schnell gerät er ins Fadenkreuz der geheimnisumwitterten Anwältin Sheemina February, die ebenfalls eine ANC-Vergangenheit und mit Mace offenbar noch eine Rechnung offen hat. In den ersten beiden Bänden entspinnt sich ein unerbittliches […] mehr…

  • Tipp: Greil Marcus - The History Of Rock’n’Roll In…

    Listen und Charts üben, so scheint’s, immer noch eine große Faszination aus. Das kann man nicht nur in dieser Ausgabe wieder am praktischen Beispiel erleben, das sieht man auch beim Besuch eines Buchladens – die Präsentiertische sind geradezu überschwemmt mit Titeln wie „111 Gründe, Yoga zu lieben“, „111 Orte im Emsland, die man gesehen haben […] mehr…

  • Arnon Grünberg - Der Mann, der nie krank…

    Der junge Architekt Samarendra, in der Schweiz aufgewachsener Sohn eines Inders und einer Eidgenossin, hat erst ein buddhistisches Begegnungszentrum in Winterthur gebaut, als er von einem geheimnisvollen Puccini-Liebhaber aus dem Orient den Auftrag bekommt, in Bagdad ein Opernhaus zu errichten. Doch als der naive Jüngling in den Irak reist, läuft alles schief – bald ist […] mehr…

  • Christoph Biermann - Wenn wir vom Fußball träumen

    Bereits seit Mitte der Neunziger veröffentlicht der heutige Chefredakteur des Emo-Kicker-Magazins „11 Freunde“ regelmäßig in Langform. Und nach seinem Taktik-Epos „Die Fußball-Matrix“ unternimmt Biermann nun eine sentimentale Reise ins Ich, sprich ins Herz des Ruhrgebiets. Wer schon mal im Stadion am Schloss Strünkede, home of Fünftligist Westfalia Herne, heimlich einen Glücksbringer am Anstoßkreis verbuddelt hat […] mehr…

  • Eduardo Halfon - Der polnische Boxer

    Ein genialer Autor sei imstande, „etwas zu sagen, um damit in Wirklichkeit etwas ganz anderes zu sagen“, erklärt der Literaturdozent Eduardo Halfon, ein Alter Ego des guatemaltekischen Autors, seinen Studenten. Seine Existenz verdankt er einem polnischen Boxer, der Ausschwitz nur überlebte, weil er sich jede Nacht zum Vergnügen der Deutschen prügelte. Dieser Boxer verriet seinem […] mehr…

  • Tipp: Thomas Pynchon - Bleeding Edge

    Thomas Pynchon ist 77 Jahre alt. Wenn man das nicht wüsste und seine früheren Romane nicht kennen würde, dann müsste man bei der Lektüre von „Bleeding Edge“ denken,  dass ein junger Autor der Generation Dotcom den großen, irrwitzigen, funkelnden,  sprachgewaltigen, vor Informationen und Abschweifungen berstenden, ironischen, slapstickhaften Roman über seine Zeit geschrieben hat, einen Internet-Schwank, […] mehr…

  • Marlene Streeruwitz - Nachkommen

    Nelia Fehn wirkt wie eine Seiltänzerin – immer in der Angst gefangen, im falschen Moment in den Abgrund zu kippen. Und wenn dann das Glück kommt, kann sie es kaum fassen: Als ihr Debütroman auf der Shortlist des deutschen Buchpreises auftaucht, erfasst sie auf der Buchmesse unversehens die Wucht der Medienwelt. Dabei hat die 17-Jährige […] mehr…

  • Dana Spiotta - Glorreiche Tage

    „Eine schmerzhafte Lektion über die Grenzen des Autodidaktentums“, urteilte der ROLLING STONE über das 20-teilige Opus magnum, das musikalische Vermächtnis des großen (erfundenen) Nik Worth. „Die wundersamen, kristallklaren Harmonien“ seines Frühwerks  brachten ihm sogar Vergleiche mit den Beat­les ein. So jedenfalls würde Nik gern in Erinnerung bleiben. Der kettenrauchende Trinker, der auf die verhängnisvolle 27 […] mehr…