Spezial-Abo
Highlight: AC/DC-Countdown: Alles, was wir über das neue Album und die Tour mit Brian Johnson wissen

Lana Del Rey live in Berlin: eine unerreichte Sängerin

Es ist Lana Del Reys bemerkenswertes Talent, in diesem Dilemma die Gratwanderung zu schaffen und ihren Liedern trotzdem Ausdruck zu verleihen. Das ist vor allem ein Verdienst ihrer Stimme, die live umhaut: Es ist unerreicht, wie Lana Del Rey es vollbringt, jede Silbe, jede Note mit Bedeutung zu füllen. Sie singt nicht einfach, sie trägt Geschichten vor. Mal interpretiert sie artikuliert, dann spielerisch vernuschelt, schmust sich an die Töne, wimmert, trällert, betört.

Andere singen korrekt. Sie singt wahr. Ihre versierte Stimme ist wie das Farbspektrum: mal abgrundtief dunkel, mal operettenhaft hell. In ihrer Musik institutionalisiert sie Trauer, Wehmut, Sehnsucht – wie ein Foto, dessen Farben man verstärkt. Die Gefühle werden dadurch nicht falscher, sondern intensiver.

Dass Lana Del Rey ihre Songs auf andere Kunstformen ausweitet, sie auf Videokanälen zeigt, oder zu ihren Liedern jeweils einen verschiedenen Look präsentiert –  das ist nicht künstlich, sondern künstlerisch. Wer sich darauf nicht einlassen kann oder möchte, wird sich vermutlich weiterhin mit Lippe, Nase, Künstlername und ähnlich Irrelevantem aufhalten.

Es mag eine Ironie des Schicksals sein, dass gerade ihr, die jede Gefühlsregung aufrichtig besingt und sich bisweilen zu offenherzigen Äußerungen in Interviews hinreißen lässt, immer wieder vorgeworfen wird, ein Fake zu sein. Vielleicht wird Lana Del Rey auch deshalb oft von Kritikern verrissen, weil es schwer zu ertragen, mindestens aber schwer zu verstehen ist, dass diese Frau viel Widersprüchliches gleichzeitig ist: die Femme Fatale, die hörige Hausfrau, die Ghetto-Lolita, die bösen Buben verfällt, das scheue 28-jährige American Girl. Die Lebensmüde, die Liebeshungrige. Das ist kein Entlarven eines unstimmigen Konzepts, sondern schildert die Facetten einer Frau, die nicht so leicht in eine Schublade zu stecken ist wie die Abziehbilder Miley Cyrus oder Lady Gaga. Das ist nicht Retro. Im Pop-Business ist diese Vielschichtigkeit Avantgarde. Die Gegensätze sind sogar in ihrem Konzert-Outfit verbildlicht: das einerseits hochgeschlossene, andererseits beinfreie, dabei unschuldig-weiße Frack-Kleid.



OneRepublic kommen im Herbst auf Deutschland-Tour - Tickets, Termine, Vorverkauf

Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Oh My My“ kehren OneRepublic zurück auf die Bühne. Nach einer Reihe von intimeren Konzerten im März 2020, unter anderem einer Show im Kölner Palladium, geht es im herbst erneut nach Deutschland: Die Band spielt am 18.10. im Münchner Zenith, am 23.10. in der Porsche-Arena Stuttgart sowie am 24.10. in der Hamburger Barclaycard Arena und am 26.10. in Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle. Nach einem gescheiterten Deal mit einer Plattenfirma fanden OneRepublic in den 2000ern auf MySpace ein Millionenpublikum. Produzent und Songwriter Timbaland nahm die fünf Musiker unter Vertrag und gestaltete mit ihnen eine Neuversion ihres…
Weiterlesen
Zur Startseite