Lemmy Kilmister über HeadCat. Pre-Listening „Walk The Walk, Talk The Talk“


von

Viele werden es gar nicht wissen: Lemmy Kilmister hat neben Motörhead noch ein weitere Band. Mit The Head Cat geht er im Verbund mit Stray Cats-Drummer Jim Phantom und The Rockats-Gitarrist Danny B. Harvey seiner Zweitleidenschaft für klassischen Rock’n’Roll nach. Auf ihrem ersten Album coverten HeadCat bereits recht räudig Songs von Buddy Holly, Johnny Cash und Eddie Cochran. Nun erscheint mit „Walk The Walk…Talk The Talk“ am 21. Juni ein zweites Album. Im Interview mit dem amerikanischen Rolling Stone spricht Lemmy über das zweite Album von The Head Cat und erklärt, warum die Rock’n’R oll-Sänger Billy Fury und Little Richard so großartig gewesen sind.

Wir werden das Album ab Mittwoch an dieser Stelle streamen.

Was war ursprünglich der Antrieb für das Nebenprojekt HeadCat?
Wir haben uns im Jahr 2000 mit Johnny Ramone für Aufnahmen zu einem Elvis-Tribute-Album getroffen. Wir hingen miteinander ab und spielten alte Songs, wobei uns auffiel, dass wir sie exakt auswendig konnten. Also dachten wir: Wenn wir schon im Studio sind können wir auch gleich ein Album daraus machen. Nach zwei Wochen war es fertig.

Warum dauert es so lange bis ein Album von HeadCat erscheint? „Fool’s Paradise“ aus dem Jahr 2006 wurde ja auch schon 2000 unter anderem Namen veröffentlicht.
2000 ist das Album direkt abgesoffen, das Label hatte es überhaupt nicht promotet. Sie waren echte Spielverderber, das hat mich schon enttäuscht. Nicht mal Reviews hat das Album bekommen. Das hat auch uns den Spaß verdorben. Als wir Angebote bekommen haben, hier und da Konzerte zu spielen, haben wir uns wieder getroffen, hatten eine gute Zeit und haben ein zweites Album gemacht. Außerdem gab es zwischen Motörhead-Alben nie große Zeitfenster, wir arbeiten immer.

Was können Fans von „Walk The Walk… Talk The Talk“ erwarten?
Es ist guter alter Rock’n’Roll, Feel-Good-Musik. Es ist Musik, die deine Freundin überzeugen wird, später mit dir zu schlafen!

Gibt es Tour-Pläne mit HeadCat?
Dieses Jahr arbeiten Motörhead zunächst den ganzen Sommer Festivals in Europa ab. Dabei werde ich versuchen, auch einige Gigs mit The Head Cat zu spielen, weil wir oftmals fünf freie Tage zwischen den Festivals haben.

Was war das erste Rock’n’Roll-Konzert, auf dem du je warst?
Lass mich nachdenken… Billy Fury. Ich erinnere mich, dass er nur einen Fuß ins Scheinwerferlicht setzen musste und das komplette Publikum ist durchgedreht. Ich dachte: Das ist nur ein Fuß. Was passiert erst, wenn er seinen Schwanz ins Scheinwerferlicht stellt. Die Mädchen rissen sich dazu ihre Haare aus. Also dachte ich: Das ist offensichtlich genau der richtige Job für mich. Später habe ich noch Gene Vincent und Nero And The Gladiators gesehen, die waren damals in England ziemlich groß.

Nero And the Gladiators?
Die hatten römische Legionärskostüme. Der Sänger trug ein Kaisergewand und hatte einen Lorbeerkranz auf dem Kopf. Damals war genau die Zeit für solche Typen – das war ein Riesenspaß.

In der Dokumentation „Lemmy“ diskutierst du mit Dave Grohl über Little Richard. Ist er der Rock’n’Roller, den du am meisten verehrst?
Ja, das ist er. Allein wegen seiner Stimme. Seine Band war auch verdammt gut. Er war damals der einzige Musiker mit einer festen Band, die er auch überall mitgenommen hat. All die anderen Rock’n’R oll-Sänger spielten ihre Konzerte mit Dorfburschen, die immer die Einsätze verpassten. Chuck Berry hätte da gesagt: „Du drückst hier nur eine Taste, wenn ich mit der Schulter zucke“. Was sollte der Mist!

Hier der Albenplayer: