Literatur: James Ellroy über Sexsucht und Optimismus


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Wenn man sich in die düsteren, bluttriefenden, rasenden Wörter eines James Ellroy-Romans wirft, wäre Optimismus das letzte, was einem in den Sinn käme. Dennoch gab James Ellroy im exklusiven Rolling Stone-Interview zu, dass er eher optimistisch auf’s Leben blickt: „Ich bin kein Misanthrop, ich bin Optimist, ich glaube daran, dass sich Menschen entwickeln können. Ich mag Menschen – sofern sie mir nicht zu nahe kommen.“ Auch habe er sich trotz zahlreicher Rückschläge im Leben nie gehen lassen: „So abgefuckt ich auch war, den Glauben habe ich nie verloren. Und ich habe immer gern gelacht. Ich konnte mich immer in eine Ecke zurückziehen, mir den Sack kratzen, wichsen oder irgendeinen Deppentrick durchziehen wie Essen gehen und die Zeche prellen. Ich musst mir einen eigenen Weg durch die Welt suchen, weil mein Vater so ein unglaublicher Versager war.“

Im weiteren Gesprächsverlauf sprach Ellroy auch über seine Sexsucht. Auf eine Weise, die man so unbedingt nicht erwartet hätte: „Ich will Frauen, ja. Aber auf eine wache, zärtliche Weise. Für mich ist Sex nichts Grundsätzlich Schmutziges, pervers ist nur seine Vermarktung und Vulgarisierung, die aus etwas ursprünglich Heiligem etwas Nacktes und Gewöhnliches gemacht haben.“ Das Hilfsmittel dabei sei überraschenderweise: „Wir müssen wieder investieren in Sex, weniger Sex haben, mit dem Vögeln bis zum achten Date warten.“

Das vollständige Interview von Sean Wood gibt es in der aktuellen Ausgabe des Rolling Stone Magazins.