M.I.A.s: Der neue Track „Born Free“ und ein paar Schüsse in Richtung Lady Gaga


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Eine charmante Art, das Release-Date seines neuen Albums in die Welt zu schicken: M.I.A. ließ kürzlich über dem Coachella-Festival ein Luftschiff kreisen, auf dem neben der Ankündigung ihres Gigs auf dem Hard Fest in L.A. und New York auch zu lesen stand: „New Album 6.29.10.“ Der Song „Born Free“, der am Wochenende seinen Weg ins Netz fand, wird vermutlich auf dem noch titellosen Album zu finden sein, auch wenn sie diese Information nicht explizit dazu reichte. Vielerorts wird der Song auch als Single tituliert – jedoch noch nicht offiziell von Labelseite. Auf einem Sample von Suicide „Ghost Rider“ reitend, klingt der Song fast wie eine Verneigung vor Bands wie den X-Ray Spex, The Slits oder auch Bikini Kill – nur eben als zeitgenössisches Update dargereicht. „With the nose to the ground I found my sound“, singt M.I.A. in ihrer persönlichen Freiheitsproklamation – wenn man Born Free so hört, kann man fast vermuten, dass sie dort mit der Nase auch auf die ein oder andere Punk- oder No-Wave 7-Inch stieß. Dazu passen Textzeilen wie: „I don’t wanna live for tomorrow / I push my luck today / I throw this in your face when I see you / Cause I got something to say.“

Da sämtliche Youtube-Streams bereits wieder kassiert wurde, kann man den Song am besten hier bei den Kollegen von Stereogum im Stream hören.

Zum angriffslustigen Text passt auch, was M.I.A. kürzlich im NME zu sagen hatte. Dort attackierte sie ihre Labelgenossin Lady Gaga: „Sie inszeniert sich nach dem Vorbild von Künstlerinnen wie Madonna oder Grace Jones – aber ihre Musik klingt, wie der Ibiza-Sound von vor 20 Jahren.“ Auf die Tatsache, dass M.I.A. oft mit Lady Gaga verglichen wird, sagte sie: „Die Leute sagen, dass wir beide gut darin sind, verschiedene Einflüsse aufzusaugen und auf neue Art wieder auszuspucken. Aber die Sache ist die: Sie ist bloß eine Wiederkäuerin dieser Dinge – sie spuckt sie genau so wieder aus. Nichts in ihrer Musik schafft es zu zeigen, wie verrückt und weird sie ist, oder glaubt zu sein.“ M.I.A.s lachend vorgetragenes Fazit fällt vernichtend aus: „Lady Gaga ist eine verdammt gute Imitatorin: Sie klingt mehr nach M.I.A., als ich es tue.“ Große Töne, zweifelsohne. Let’s see, ob ihr neues Album dieses Selbstbewusstsein rechtfertigt. Ende Juni wissen wir mehr.