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Michel Butor, der letzte große Vertreter des Nouveau Roman, ist tot

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Michel Butor, der letzte große Vertreter des Nouveau Roman, ist tot

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Michel Butor ist gestorben. Der französische Autor schrieb u.a. die Romane „Zeitplan“, „Paris-Rom oder Die Modifikation“ und „Stufen“ sowie mehrere Essays und verstarb im Alter von 89 Jahren in der französischen Gemeinde Contamine-sur-Arve, wie „Le Monde“ berichtet.

Butor begründete mit Schriftstellern wie Alain Robbe-Grillet, Nathalie Sarraute, Robert Pignet, Maurice Blanchot und Claude Simon in den 1950er-Jahren den Nouveau Roman, eine experimentelle Form des Schreibens, die den herkömmlichen Erzählverfahren etwas Neues hinzufügen sollte. Eine durchschaubare Handlung rückte dabei eher in den Hintergrund, Sinn und Bedeutung wurden zugunsten der radikalen Beobachtung einer objektiven Dingwelt vernachlässigt. 1926 in Mons-en-Barœul bei Lille geboren, legte Butor 1954 mit 28 Jahren sein Romandebüt „Passage De Milan“ vor. Nur zwei Jahre später gelang ihm mit „Zeitplan“ eines der exemplarischsten Werke des Nouveau Roman hervorzubringen, in dem Stilelemente des Krimis und der Reiseerzählung zu einem rätselhaften Vexierspiel geweitet wurden.

Neugieriger Kopf der französischen Literatur

Obwohl der Franzose, der auch als Literaturdozent arbeitete, bald nichts mehr mit der eigentümlichen Gattung zu tun haben wollte, blieb er der experimentellen Form treu und arbeitete an Schriftwerken gemeinsam mit Malern und Fotografen. Viele der so entstandenen Bücher sind lediglich in Kleinstauflagen verfügbar. 2013 wurde Butor für sein Lebenswerk mit dem großen Literaturpreis der Académie française ausgezeichnet. In drei Wochen wäre er 90 Jahre alt geworden.

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