Musik – Reviews

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    Dredg

    - „The Pariah, The Parrot, The Delusion“

    Man muss sich immer noch gelegentlich durch nebulöse Geräuschschwaden kämpfen, durch einiges Skizzenhafte, noch nicht richtig zu Ende Musizierte, weil die Collage vielleicht der älteste, aber auch immer noch am deutlichsten sichtbare Hut des Avantgarde-Künstlers zu sein scheint. Und weil Dredg es immer noch nötig zu haben glauben. Davon aber mal abgesehen, zeigt sich die […] mehr…

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    Viarosa - „Send For The Sea“

    Man kann ja allerlei Schlaues schreiben über das Meer: Es sei weit, es sei nass, es sei gefährlich. Wenn Richard Neuberg an die See denkt, dann fällt ihm vor allem ein, dass man in ihr untergehen kann. Mit seiner Truppe Viarosa hat der Engländer nun sein zweites Album seit 2006 aufgenommen: So emphatisch betrübt, wie […] mehr…

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    The Dukes Of Stratosphear - „25 O’Clock/Psonic Psunspot“

    In den 80er Jahren schwärmten nicht wenige Obskurantisten von oder psychedelischen Zweit-Identität von XTC mehr als von der eigentlichen Band. 1985 erschien das Mini-Album „25 O’Clock“, zwei Jahre später „Psonic Psunspot“, dazwischen lag „Skylarking“. Andy Partridges Gesang bleibt auch in der überkandidelten Instrumentierung unverkennbar, und das charakteristische Vogelzwitschern hört man ebenso. Sixties-Pychedelia als lustvolle quasi-wissenschaftliche […] mehr…

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    Alasdair Roberts - „Spoils“

    „The Amber Gatherers“ war vor zwei Jahren für Alasdair Roberts‘ Verhältnisse geradezu ein leichtes Pop-Album. Zumindest wenn man es mit dem Vorgänger „No Earthly Man“, dieser dunkel-geheimnisvollen Sammlung alter schottischer Balladen, vergleicht. Aber mit Pop hat das Werk des schüchternen Schotten natürlich eigentlich gar nichts gemein. Um Künstlichkeit geht es ihm nicht, eher um die […] mehr…

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    The Enemy - „Music For The People“

    Die vor allem für heimische Gewächse immer sehr begeisterungsfähige englische Musikpresse feierte das Trio für ihr Debüt „We’ll Live And Die In These Towns“ als die neuen „working class heroes“. Kein Schelm, wer an The Jam dabei dachte. Zumal sich Sänger, Gitarrist und Songschreiber Tom Clarke Paul Wellers dreckigen Prolo-Dialekt nicht erst erüben musste, den […] mehr…

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    Roger McGuinn - „Back From Rio“

    Tom Petty und seine Heartbreakers bestimmten 1990 McGuinns groß angelegten (und erfolglosen) Versuch, von der Byrds-Glorie zu profitieren. Alte Bekannte wie Elvis Costello (der das Stück „You Bowed Down“ mitbrachte), Stan Ridgway und David Crosby singen gelegentlich im Hintergrund, McGuinn selbst lässt seine Rickenbacker klingeln, und alles klingt nach Tom Petty, der die Bryds nachspielt- […] mehr…

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    Willy DeVille - Live At Montreux 1994

    Damals hatte Willy DeVille einen Karriere-Knick hinter sich und die Verwandlung zum Southern Gentleman samt New-Orleans-Platte, „Victory Mixture“. Musikalisch reicher und plüschiger als mit Mink DeVille, navigierte der dünne Mann souverän durch R&B, TexMex, Cajun und Zydeco. Die Manierismen gehören zur Darbietung. Mit einer Auswahl der Songs aus dem Konzert auf CD. mehr…

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    The Thermals - „Now We Can See“

    Nachdem Hutch Harris mit den Thermals auf „The Body The Blood The Machine“ (2006) von der Sintflut erzählte und sich verwegen dem Arche-Noah-Prinzip der Selbstgerechten verweigerte, ist es nur konsequent, dass sich Portlands Lieblinge der Indie-Rock-Szene auf dem Nachfolger „Now We Can See“ der Sonne, dem Himmel, der Erde, und allem, was auf selbiger so […] mehr…

  • Patrick Watson - Wooden Arms

    Brummen, Klöppeln, Küchenspülendrumming. Knarrtür und Gesang wie aus einer rostigen Pfirsichdose. Dann ätherische Mäanderei, tropfiger Jazz und nervöses Klavier. „Wooden Arms“, erdacht in einem Winter in Montreal, ist eine diffuse Wolke akustischer Schwebeteilchen. Patrick Watsons brüchiger Gesang, der an einen etwas honigsanfteren Antony Hegarty erinnert, die borstigen Streicher, fremdelnden Gitarren und der Wind im Ofenrohr […] mehr…

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    Marina & The Diamonds - „Obsessions“

    Keine Band, sondern eine Waliserin mit multipler Persönlichkeit und einer Stimme wie Lene Lovich, indes mit Songmaterial, das keineswegs überkandidelt wirkt, eher auf kluge Art konventionell. „Last night’s love affair is looking vulnerable in my bed“, höhnt sie zu simplen Piano-Akkorden, bevor sich „Obsessions“ mit insistent klopfendem Beat und dominanterer Stimme zu einem frivolen Drama […] mehr…

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    Linda Ronstadt - „Prisoner In Disguise“

    Letzteres gilt natürlich auch für dieses 75er Album von La Ronstadt, dessen Hits „Heat Wave“ und „Tracks Of My Tears“ zu den schwächeren Cuts zählen. Highlights finden sich einige, darunter Neil Youngs „Love Is A Rose“, Lowell Georges „Roll Um Easy“ sowie das durch Emmylous Harmonies geadelte, herzergreifende „The Sweetest Gift“. Nur Peter Ashers allzu […] mehr…

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    The Hold Steady - A Positive Rage

    Als Craig Finn nirgends mehr eine smarte Rockband fand, gründete er schnell selbst eine. Angeblich hatten The Hold Steady keine Ambitionen, sie wollten nur Bier trinken und spielen. Aber diese 55-minütige Dokumentation erzählt eine andere Geschichte: Von London bis Texas, von Kalifornien bis Minnesota begeistern sie in ausverkauften Hallen mit ihrer „Erwachsenenmusik“ – den gewitzten […] mehr…

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    Sophia - „There Are No Goodbyes“

    Mit offenen Besteckschubladen mochte man ihn ja eh niemals allein lassen. Und diesmal hat Robin Proper Sheppard, der fabelhafte Ober-Trauerkloß der Singer/Songwriter-Szene, sogar besonders tief im Repertoire seiner dunkelschwarzen Gefühle gegraben. Was für ein Glück, dass der Wahl-Londoner dem katastrophalen Pathos seiner Elegien immerhin manchmal mit erzählerischer Ironie begegnen kann. „Why waste a perfect evening, […] mehr…

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    Charlie Feathers - „Can’t Hardly Stand It! The…

    Die Liner Notes zu diesem Set versteigen sich zu der Behauptung, Charlie Feathers sei endlich vom „Mainstream“ akzeptiert worden, seit Quentin Tarantino seine Aufnahme von „That Certain Female“ im „Kill Bill“-Soundtrack verwendete. Ob Tarantino-Filme ihrerseits mittlerweile echt Mainstream wurden, sei mal dahingestellt. Tatsache ist: Das Rockabilly Revival von 1974, in dessen Verlauf die auch auf […] mehr…

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    Phantom Ghost - Thrown Out Of Drama School

    Das Klavier klimpert zaghaft die Melodie eines langsamen Walzers. Ins andächtig-bange Warten auf die Premiere, ins Lampenfieber hinterm Vorhang mischt sich Weltschmerz: „We stand behind the curtain closed/ Considering our fate/ Wondering which way we choose/ Onward light brigade!“ Wehmütig-verhalten und die Verluste erahnend ist diese Attacke der leichten Brigade, mit der Dirk von Lowtzow […] mehr…

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    Here We Go Magic - „Here We Go Magic“

    Luke Temple machte sich mit seinen ersten beiden Alben als amerkanischer Songwriter in den Spuren von Jeff Buckley einen Namen. Schon auf diesen Platten nahm er es mit der klassischen Songstruktur- Strophe-Refrain-Strophe- nicht so genau, doch erst unter dem Pseudonym Here We Go Magic verabschiedet er sich endgültig von allen Genregrenzen. Das klingt, als hätte […] mehr…

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    Death - „…For The Whole World To…

    1975 pflügte dieses schwarze Trio durch einen Reigen aus Proto-Punk und MC5-Lärmliedern, doch ihr furioses Debüt-Album wurde nicht veröffentlicht, weil sie den Namen Death nicht ändern wollten. Mit dem Gitarren-Inferno von „Where Do We Go From Here?“ und „Politicians In My Eyes“ erreichten die Brüder Hackney einen Zustand knapp an der Levitation. (Drag City/RTD) Arne […] mehr…

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    Camera Obscura - „My Maudlin Career“

    Diese hinreißenden Songs sind eigentlich ein Fall für Manufactum: Die guten Dinge, es gibt sie noch, aber leider nicht mehr an jeder Ecke, weil dort schon längst ein Katy-Perry-Klon oder ein Pink-Ableger auf minderjährige Käufer wartet. Camera Obscura sind weder blutjung noch total hip, sie sind einfach nur fantastisch gut in dem, was sie tun. […] mehr…

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    The Handsome Family - „Honey Moon“

    Brett Sparks croont „Linger, Let Me Linger“ wie ein operatisch geforderter Jonathan Richman, die ihm angetraute Texterin Rennie ergeht sich in romantischer Liebeslyrik, fern aller Beschwörung des Morbiden und Makabren. „Honey Moon“, you see, feiert das 20-jährige Jubiläum ihres Ehegelübdes. Und so gibt Brett den Leon Redbone, Rennie gibt sich verträumt, es walzert und wiegt […] mehr…

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    Marvin Gaye - What’s Going On

    Mobile Fidelity war eines der ersten Labels, die erkannten, das der Markt für audiophile Platten zwar ein kleiner, aber erstens lukrativer und zweitens wachsender ist. Dennoch kam man finanziell ins Trudeln und erst im Laufe des anhaltenden Booms für Analogie wieder auf die Beine. Über Marvin Gayes Meisterwerk aus passioniertem Soul zu ebensolcher Kritik an […] mehr…