Musik – Reviews

  • Ups..

    The Wackers

    Wackering Heights
    03. Januar 2006

    Eigentlich hatten sie alles, was es braucht: Mit Bob Segarini und Randy Bishop zwei überdurchschnittlich begabte Songwriter, dazu die an Byrds wie Beatles gleichermaßen geschulte Musikalität und mit Elektra ein renommiertes, nicht ganz unfähiges Label im Rücken. Trotzdem verhallten die Wackers aus Los Angeles weitgehend ungehört. Segarini und Bishop hatten 1969 mit Roxy gerade den […]

  • Albert Lee

    Albert Lee

    Hiding/Albert Lee
    03. Januar 2006

    Zwei frühe Alben des vielbewunderten Gitarristen Dave Edmunds war in Love Sculpture-Anfängen mal einer der flinkesten aller Flinkfinger. Aber bei einem Duell mit Albert Lee hätte er – wie so ziemlich jeder – den kürzeren gezogen. Der hatte es mit den Jahren zu einer so atemberaubenden Technik gebracht, daß er sicher auch seine Idole unter […]

  • Jimmy Webb

    Jimmy Webb

    Archive + Live
    03. Januar 2006

    Er betrachtet sich erklärtermaßen als tunesmith und unterstreicht damit entschieden den handwerklichen Aspekt seiner Arbeit. Zwar putzte er in jungen Jahren Klinken bei Musikverlegern, aber ins Klischee des angestellten Lohn-Schreibers, der morgens ins Büro dackelt, um sich dort am Klavier oder anderen Instrumenten möglichst gut verkäufliche Lieder einfallen zu lassen, paßte er nie. Andererseits wäre […]

  • Bruce Springsteen - Born To Run - 30th Anniversary Edition

    Bruce Springsteen

    Born To Run – 30th Anniversary Edition
    03. Januar 2006

    Das Konzert. „London is finally ready for Bruce Springsteen“ ist vor dem Auftritt der E Street Band plakatiert worden. London ist aber gar nicht bereit. In den ersten Reihen sitzen süffisant die geladenen Journalisten. Springsteen beginnt allein, fast im Dunkel, mit „Thunder Road“. Auftritt: die Musiker, fast alle mit Hüten. Sie explodieren in „Tenth Avenue […]

  • Ryan Adams

    Ryan Adams

    29
    03. Januar 2006

    Er singt und singt - und auch das dritte Album in diesem Jahr ist wundervoll

  • Elvis Costello The Right Spectacle Cover

    Elvis Costello

    The Right Spectacle
    03. Januar 2006

    The Right Spectacle (Warner) 27 Videos aus der Zeit zwischen 1978 und 1994 – das erste ist „(I Don’t Want To Go To) Chelsea“, das letzte „13 Steps Lead Down“. Wunderbar, wie scheußlich die Filme zu „Everyday I Write The Book“, „The Only Flame In Town“ und „Sulky Girl“ sind: Doppelgänger von Charles und Diana, […]

  • Ups..

    Dusty Springfield

    Live At The Royal Albert Hall
    03. Januar 2006

    Zehn Jahre nach dem triumphalen „Dusty In Memphis“ trat die Springfield in der königlichen Halle auf, Prinzessin Margaret wurde mit Kratzfüßen und Dienern begrüßt und bezog ihre Loge. Dustys Bienenkorb war zum Gewuschel auf dem Kopf entstellt, der Hosenanzug nahm die späten Siebziger ebenso unvorteilhaft auf wie ein Disco-Medley mit „We Are Family“, aber die […]

  • Franz Ferdinand

    Franz Ferdinand

    Franz Ferdinand
    03. Januar 2006

    (Domino) Ein einziges Album und ein paar Singles liefern das Repertoire für eine Doppel-DVD: Franz in aller Welt, Franz in Brixton, Franz in San Francisco. Bei drei Mitschnitten, amateurhaft aufgenommen in Australien, hört man schön den Lärm des tobenden Publikums, weniger die Songs von Franz Ferdinand. „Take Me Out“ gibt es mindestens viermal, immerhin einmal […]

  • Billy Joe Shaver

    Billy Joe Shaver

    The Real Deal
    03. Januar 2006

    Texas-Legenden, die zweite und ältere: Shaver scheint sich vom Tod seines Sohnes mit Arbeit ablenken zu wollen. Das würde immerhin erklären, warum er seither mit einer Regelmäßigkeit Platten veröffentlicht, zu der er sich in seiner kreativen Blütezeit, in den 70er Jahren also, nicht aufraffen mochte. Da sein letztes Album recht trist geriet, dröhnend pathetisch und […]

  • Shakira

    Shakira

    Oral Fixation Vol. 2
    03. Januar 2006

    Sehr, sehr schade, daß die Platte nicht gut ist. Es wäre die phantastische Gelegenheit gewesen, diese Frau überschwenglich in Schutz zu nehmen gegen die naheliegenden Verwechslungen: die Verwechslung mit HIPHOP von lüreen Ziemer Ballermann-Latina Jennifer Lopez, die Verwechslung mit der verzweifelt den Schwitzbauch zeigenden Christina Aguilera, die Verwechslung mit allen singenden Nachrichtensprecherinnen aus Satellitenschüssel-Staaten. Shakira […]

  • Ups..

    Xavier Naidoo

    Telegramm für X
    03. Januar 2006

    Eine Lobpreisung des Moments, leider zu antiseptisch produziert

  • Warren G

    Warren G

    In The Mid-Nite Hour
    03. Januar 2006

    Es hätte schlimmer kommen können. Der alte Westcoast-Nuschler Warren G hat sein fünftes Album aufgenommen, und es schaukelt fast wieder so entspannt wie das Debüt „Regulate“. Selbstverständlich ist das nicht. Letztes Jahr aktivierte Dr. Dres Halbbruder noch einmal 213, seine Teenager-Band mit Snoop Dog und Nate Dogg. Die Verkäufe des Albums hielten sich in Grenzen, […]

  • Juelz Santana Whats The Game's Been Missing Cover

    Juelz Santana

    What The Game’s Been Missing
    03. Januar 2006

    Keine Verwandtschaft mit dem Gitarristen, auch kein „Samba Pa Ti“: Das zweite Album des Rappers Juelz Santana ist nicht entspannt tänzelnd, sondern brodelnd, hektisch und wild. Hysterische Musik für wortverliebte Teenager, gewalttätige Proleten und Menschen, die sich sowas aus rein ästhetischen Gründen antun. Hier wird nicht lange reflektiert, hier wird gemacht: Der Killerbaß von „Make […]

  • Calla

    Calla

    Collisions
    03. Januar 2006

    „Wird im Gegensatz zu den meisten anderen Blütenpflanzen durch Schnecken bestäubt“, weiß Wikipedia zur Calla, vulgo: Drachenwurz, zu berichten. Und: „Bei Aufnahme größerer Mengen kommt es zu Durchfall und Lähmungen des zentralen Nervensystems.“ Tatsächlich bezieht der komprimierte Sound des Trios aus New York seine Wirksamkeit vor allem aus der Abwesenheit von Geschwindigkeit und Vorwärtsdrang. Wie […]

  • Ups..

    James McMurtry

    Childish Things
    03. Januar 2006

    Es muß diese Stimme sein. Diese monotone, wenig modulationsfähige, ungnädig leiernde Stimme. Sie ist vermutlich sein größter Feind auf dem Weg zu einem größeren Publikum. Aber sie ist auch auf seinem siebten Studio-Album das wichtigste Instrument des Texaners geblieben. Denn wie James McMurtry singt, erzwingt erst recht den Blick auf das, was er singt. Das […]

  • Home Of The Lame

    Home Of The Lame

    Here Of All Places
    03. Januar 2006

    Hinter Home Of The Lame steckt ein Mann namens Felix Gebhard, der hier Gitarre spielt und singt. Schön und karg trauernde Lieder sind das, und der Schwede durfte sie schon im Vorprogramm von Tomte und Walter Schreifels singen. Auf der ersten Platte kommen zum Lied außer der Gitarre dezente Trommeln, Rhodes-Pianos und sonst kaum was, […]

  • Blackmail

    Blackmail

    Aerial View
    03. Januar 2006

    Blackmail bei City Slang und also wieder zurück im Indie-Lager, das kommt einem richtig vor. Das Berliner Label hat in der Vergangenheit ja immer mal Bands zu deren jeweiligen Karrierehöhepunkten beflügeln können, und auch bei Blackmail schien die Zeit reif für den großen Moment im eigenen Schaffen. Der ist jetzt da. Mit „Aerial View“ machen […]

  • Clap Your Hands Say Yeah

    Clap Your Hands Say Yeah

    Clap Your Hands Say Yeah
    03. Januar 2006

    Das einzig Widerständige an dieser Band ist ihr Name. Schon das erste Clap Your Hands Say Yeah-Album gehört? Ja – äh ich meine, nein. Der Rest ist Zeitgeist. The Arcade Fire in quietschfidel, Neutral Milk Hotel im Windkanal, die Talking Heads mit Bart. Anders gesagt: Diese Band aus Williamsburg, Brooklyn woher auch sonst ist unwiderstehlich. […]

  • Ups..

    Christian Kjellvander

    Faya
    03. Januar 2006

    „I spent the past five years thinking and the last five hours drinking“. Für einen Moment stellt man sich vor, Dwight Yoakam würde diese Eröffnungssentenz kredenzen, und Vorfreude würde keimen auf einen dieser existentialistischen Barhocker-Songs, die einen lachend überkippen lassen, wahlweise nach vorn oder hinten. Aber natürlich singt hier Christian Kjellvander diese Zeilen, zum Auftakt […]

  • The Strokes

    The Strokes

    First Impressions Of Earth
    03. Januar 2006

    Am coolsten sind immer noch die, die früh gestorben sind. Vor vier Jahren wurden die Strokes aus New York mit empörender Selbstverständlichkeit die Kings der Welt, weil sie – auch im übertragenen Sinn – an den jeweils richtigen Stellen wuschlig und mager waren. Sie sind immer noch da, und bizarrerweise ist das ihr größtes Pech, […]