Musik – Reviews

  • Ups..

    Built To Spill

    Keep It Like A Secret
    03. März 1999

    Gitarren sind ja im allgemeinen völlig aus der Mode, aber das Schicksal hat sie zum Glück noch nicht obsolet werden lassen. Irgendwo in Idaho machen sich drei Männer und eine Gitarre auf den Weg, sich der nahenden Winterdepression entgegenzustellen und schon jetzt ein paar Lichtstrahlen in die uns umgebende Tristesse auszusenden. „Keep It Like A […]

  • Ups..

    FSK

    Tel Aviv
    03. Dezember 1998

    Die Zukunft war gestern, vor den Punks und „No Future“, das als Aufschrei einer am Rande der Verelendung stehenden Gruppe begann und als müdes Gemurmel der Massen inzwischen längst den Mainstream erreicht hat – auch nach (oder sogar wegen) Gerhard Schröder. Die Zukunft fand davor statt, vor etwa 25 Jahren, als Gregor Gysi noch Willy […]

  • Nada Surf

    The Proximity Etffect
    03. November 1998

    Nada Surf sind New York. Nada Surf sind sogar so New York, daß sie gerne ungefragt erzählen, wie es damals auf der berühmten FaMe-Schule (ja, die aus dem Film) in Manhattan war. Echt: Die Schüler tanzten wirklich Breakdance in der Mensa, während sich, ganz nebenbei, Matthew Caws und Daniel Lorca kennen- und schätzen lernten. Ihre […]

  • Portishead - Roseland NYC Live

    Portishead

    Roseland NYC Live
    03. November 1998

    Portishead lassen uns nicht lange allein. Nachdem die Aufzeichnung des großen Konzerts im Roseland Ballroom zu New York City bereits in Programmkinos zu sehen war und auf Video vorliegt, gibt es nun auch ein Album. Bisher schienen Portishead die letzten zu sein, die nach zwei Platten dem Genre des Live Albums ein Exemplar hinzufügen würden. […]

  • Ups..

    Jon Spencer Blues Explosion

    ACME
    03. Oktober 1998

    Den „Acme“, den Höhepunkt seines Schaffens, hat Jon Spencer bereits hinter sich. Er manifestierte sidi in den ersten Sekunden des Albums „New / Got Worry“ mit einem markerschütternden Urschrei. Was danach folgte, wurde von erhitzten Musikkritikern entweder als genialische Neuerfindung oder als kühne Dekonstruktion des Blues gefeiert. Rauher, archaischer und unkontrollierter klang Spencer noch nicht […]

  • Sleater Kinney - Call The Doctor

    SLEATER-KINNEY

    Call The Doctor
    03. Juli 1998

    Zeternde Xanthippen zerren an den Instrumenten. Es ist schon ein paar Jahre her, daß diese beiden Alben in Amerika erschienen und Greil Marcus, nicht ungeil, „Caü The Doctor“ zu seiner Platte des Jahres kürte. Als hätten Sleater-Kinney nach dem ebenso verquasselten wie verquasten Dr. Marcus gerufen. Die drei Frauen waren eine Sensation, während man hier […]

  • EROC

    Über den Wolken
    03. Juli 1998

    Wenn jemand wie Joachim Heinz Ehrig darüber nachdenkt, wie das wahre Leben zwischen Lagerfeuer, Kuhherden und heißen Colts ist, kommt zwangsläufig ein skurriles Stück wie „Cowboy“ heraus. Schließlich steht er unter dem Pseudonym EROC seit seinen musikalischen Anfängen bei Grobschnitt zu Beginn der 70er Jahre für schalkig-angeschrägte Klangcollagen und den eher unüblichen Gebrauch herkömmlicher Musikinstrumente. […]

  • Aretha Franklin - A Rose Is Still A Rose

    Aretha Franklin

    A Rose Is Still A Rose
    03. Mai 1998

    Wem, wenn nicht „Ree“ (so das selbstgewählte Kürzel im Booklet), würde man die unverhohlene Selbstreferentialität schon im Titel verzeihen? So wie eine Rose wohl immer noch eine Rose ist, wird Aretha immer Aretha bleiben, den Ärgernissen einer vier Jahrzehnte währenden Karriere zum Trotz, die selbst sie nicht zu Höherem adeln konnte. Nicht wirklich jedenfalls, einfach […]

  • Bad Religion

    No Substance
    03. April 1998

    Was soll man sagen? Jungs, Ihr habt recht Nie etwas anderes behauptet, immer nur den Stiefel runtergespielt, dann fiel die Mauer, starb Cobain, Green Day als Kinder-Punkrock, Bad Religion plötzlich in den deutschen Charts, ein Jahrzehnt nicht umsonst geackert. Weil anderswo kein Bedarf bestand, kümmerte sich gleich ein deutsches Label um die verdienten Veteranen. Die danken […]

  • Konstantin Wecker - Brecht

    Konstantin Wecker

    Brecht
    03. März 1998

    Brecht Wecker. Beide Dichter. Beide Bayern. Beide Weiberhelden. Brechtwecker, Weckerbrecht. So ungefähr wird „Brecht“ von Konstantin Wecker dem Plattenhandel verkauft. Jetzt sieht Wecker sogar aus wie Brecht. Aber wo ist die Zigarre? Man hat sich ja daran gewöhnt, daß der ehemals („Willi“) hochgerühmte „Bürgerschreck“, „Kraftlackl“ und „Mahner“ nur noch als tragischer Kokainist und Pleitier vorkommt, […]

  • Phillip Boa - Lord Garbage

    Phillip Boa

    Lord Garbage
    03. Februar 1998

    Die Welt lebt von Ritualen, und die Welt überlebt durch Rituale. Machen wir uns mal nichts vor. „Roman Herzog hat eine Rede gehalten“, zum Beispiel. Oder auch: „Der Rock ist tot!“ Sich ändern, sich neu erfinden, radikale Schnitte, Abbruch. Dieses Gebrabbel immet Und immer wieder: Phillip Boa hat ein neues Album herausgebracht; der ist gar […]

  • Freakwater - Springtime

    Freakwater

    Springtime
    03. Februar 1998

    Zum zweitenmal läßt sich Randy Newman, selbst einer der letzten großen Songlyriker Amerikas, die Zeilen rezitieren: „There’s nothing so pure/As the kindness of an atheist/A simple act of unselfishness/ That never asks to be repaid.“ Newman schließt die Augen. „That’s beautiful“, strahlt er schließlich, „who wrote that?“ Freakwater. „Where from?“ Louisville, Kentucky. „Never heard of […]

  • Ups..

    The Wedding Present

    WHERE EVERYBOOY KNOWS YOUR NAME
    03. Januar 1998

    Wärme, Vertrautheit, Nähe. Es soll Menschen geben, die dafür nicht mal ihre Couch verlassen müssen. Die vertauschen Sozialkontakte mit dem Flimmerkasten. Was in Ordnung geht, wenn da „Cheers“ läuft. THE WEDDING PRESENT, die als Engländer natürlich wissen, welche fundamentale Bedeutung die Kneipe um die Ecke hat, zollen der grandiosen Sitcom Tribut, indem sie den Song aus […]

  • Ups..

    Nils Frevert; Dirk Darmstädter

    Cassity
    03. Juli 1997

    Kulturrevolutionäre Bilderstürmer sind sie beide nicht. Weder Dirk Darmstaedter noch Niels Frevert erweckten je den Eindruck, als wollten sie den Rock’n’Roll neu erfinden. „Kill your idols“ käme ihnen nie in den Sinn. Zu sehr verehren sie die Kollegen aus Übersee. Paul V&sterberg, Freedy Johnston und auch Roy Orbison oder Burt Bacharach sind die Götter ihres […]

  • Ups..

    Ja König Ja

    dto.
    03. Juni 1997

    Gerade hat man die Grenze überschritten, zum ersten Mal sieht man sich in dem fremden Land um, und überrascht stellt man fest, daß es hier ganz ist wie zu Hause: Die Häuser haben Wände, die Autos Räder, die Menschen Köpfe, die reden und essen, und McDonald's oder Michael Jackson gibt es sowieso überall.

  • Faith No More - Album Of The Year

    Faith No More

    Album Of The Year
    03. Juni 1997

    And the music is fauing into pieces. Faith No More gehörten zum Beginn des Crossover irgendwie dazu. Und etwas mehr. Mit „The Real Thing“ gelang ihnen ein Urknall, zu dem Gymnasiasten und andere Pubertierende plötzlich ihr kurz frisiertes Haupthaar schüttelten. Die Poser vom Sunset Strip verschwanden, da man zum Moshen keine Mähne benötigt. Nun sind […]

  • John Fogerty Blue Moon Swamp Cover

    John Fogerty

    Blue Moon Swamp
    03. Juni 1997

    Creedence-Fans, relax andrejoke! Womit keiner mehr gerechnet hatte: John Fogerty, den wir verbittert und völlig desillusioniert wähnten, verschanzt hinter den hohen Mauern seines kalifornischen Domizils, hat sein Refugium schon vor Jahren verlassen und ist im Mississippi-Delta untergetaucht, auf der Suche nach seinem ultimativen Sound und nach peace of mind. Beides hat er gefunden, Hallelujah, wovon […]

  • SUPERGRASS - In It For The Money

    SUPERGRASS

    In It For The Money
    03. Mai 1997

    Geschickt eingefädelt. Blur haben ihr letztes Album schon drei Monate draußen, das neue von Oasis läßt noch auf sich warten. Und dazwischen plazieren sich ganz bequem Supergrass, die nie die Zukunft des Britpop verkörpert haben, aber immer der amüsantere Teil seiner Gegenwart gewesen sind. Daß da jemand vor kurzem den Tod des Britpop proklamiert hat, […]

  • Aerosmith - Nine Lives

    Aerosmith

    Nine Lives
    03. April 1997

    Hat Tyier nun, oder hat er nicht? War der geschaßte Manager nun ein Lump, oder war er die Florence Nightingale des Rock-Biz? Nun: Who cares! Denn was zählt, ist schlußendlich nur die Musik, und die steht auf „Nine Lives“ voll im Saft. Mußten Tyler/Perry früher mit diesem doofen, musikalisch durch nichts gerechtfertigten Stones-Clones-Vorwurf leben (oder […]

  • Depeche Mode Ultra Cover

    Depeche Mode

    Ultra
    03. April 1997

    Durch die Krise der Band und den Selbstmordversuch ihres Sängers Dave Gahan bekommt diese Platte eine Bedeutung, die über das Musikalische hinausgeht. Es hätte nicht viel gefehlt, und Gahan wäre ein zweiter Kurt Cobain geworden – eine Rock’n’Roll-Edelleiche, massenhaft aufgebahrt auf schnell gefertigten Gedenk-T-Shirts. Die ruinösen, verzweifelten 90er Jahre hätten die unbeschwert ironischen 80er Jahre […]