Musik – Reviews

  • Gossip Standing In The Way Of Control Cover

    Gossip

    - Standing In The Way Of Control

    Die typischen, stinke-öden Garagen-Revival-Stichwörter fallen zwar (US-Trio, jung, schwarzhaarig, Blues- und Funk-Einflüsse), aber das hier ist etwas Besonderes. The Gossipsängerin Beth Ditto – optisch und ideell ein Riot-Grrrl – singt nämlich wie eine fest in Fleisch und Blut stehende Soul-Diva, ohne Witz und in Kombination mit dem reduziert-schlaksigen, harschen Disco-Punk ihrer Musiker absolut atemberaubend. Schlaues […] mehr…

  • Ups..

    Ariel Pink’s Haunted Graffiti - House Arrest

    Ernstgemeinte Warnung: Menschen mit schwachen Nerven oder teuren Stereoanlagen sollten diese Platte nicht anfassen. Das ist ein Zauberberg aus Müll. ein Angriff mit einem Drillbohrer aus Kandiszucker – Ariel Rosenberg aus Los Angeles spielt und singt die wunderlichste Pop-Musik, bunt wie die Flügel eines aufgeputscht durch die Zeitzonen flatternden Gigant-Schmetterlings. Edle Psychedelia (frühe Pink Floyd, […] mehr…

  • Joan Baez Bowery Songs Cover

    Joan Baez - Bowery Songs

    Weltanschaulich fest wie ein Fels bleibt die Hl. Joan. Deren alte Bürgerrechts-Hymnen zwei Tage nach der Wiederwahl des unheiligen George W. in New Yorks Bowery Ballroom ein besonders dankbares, weil verwundetes Publikum fanden, ihre Stimme mag nicht mehr so elastisch sein wie einst, doch sie trägt und tremoliert und tränt wie nichts Gutes, auf „Joe […] mehr…

  • Rosanne Cash

    Rosanne Cash - Black Cadillac

    Das Ende ist Schweigen. Stille, genau 71 Sekunden lang. Track 13 ist Rosannes liebevolle, lautlose Reverenz an ihren Vater Johnny, der vor zwei Jahren starb. Ihr Duett auf „Rules Of Travel“ (’03) blieb ohne Nachfolger. „September When It Comes“ hieß das damals – und im September schloß der „Man in Black“ nach langer Krankheit mit […] mehr…

  • Richard Ashcroft

    Richard Ashcroft - Keys To The World

    Huiuiui, was für ein Auftakt! Wie Richard Ashcroft einem da diesen nihilistischen Kracher „Why Not Nothing?‘ vor den Latz knallt, „Let’s get some of the God squad in the dock/ Where they belong“ nölt und einem die Snare um die Ohren fliegen läßt – wow! Da hat einer in letzter Zeit offensichtlich seinen Spinat aufgegessen […] mehr…

  • Tiga

    Tiga - Sexor

    Der Schöne aus Montreal war schon mal ein Star, als 2002 die theatralisch-tussige Electroclash-Mode ausbrach. „Sunglasses At Night“ und „Hot in Herre“ waren Tigas Cover-Hits, und daß er jetzt tatsächlich noch mit einem so herrlichen Album kommt, ist eine Super-Überraschung: Disco-Drums und tapsende, fluffende, penibel vor sich hinrechnende Sequencer, ein warmer Ort zwischen Schwulen-Club, Italo-Disco, […] mehr…

  • Ups..

    Belle & Sebastian - The Life Pursuit

    Wenn Stuart Murdoch darauf angesprochen wird, weshalb seine Band eigentlich mittlerweile die Hilfe bekannter Produzenten in Anspruch nimmt, reagiert der Belle & Sebastian-Chef schon mal gereizt. Niemand könne ihm vorschreiben, wie seine Songs zu klingen haben – und übrigens schon gar nicht die „üblen Typen von der englischen Musikpresse“. Und dann konzediert er, daß man […] mehr…

  • Arctic Monkeys Whatever People Say Cover

    Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am,…

    Das nächste große Ding aus Britannien: stürmisch und schlau mehr…

  • Tomte Buchstaben über der Stadt Cover

    Tomte - Buchstaben über der Stadt

    Gitarrenkunst mit emotionaler Intelligenz, manchmal aber auch mit Kitsch mehr…

  • The Rolling Stones

    The Rolling Stones - Rarities 1971-2003

    Raritäten? Wie selten ist die Rückseite einer Single, die sich viele Millionen mal verkauft hat? und wenn schon Non-LP-Flipsides, warum dann nicht alle? Wo sind „Cook Cook Blues“, „I Think l’m Going Mad“ oder „The Storm“, um nur ein paar der besten zu nennen? Stattdessen diverse Live-Takes und Dance-Mixe, sehr hörenswert zum Teil, aber lieblos […] mehr…

  • Ups..

    Moondog - The Viking Of Sixth Avenue

    Seit seinem Tod vor sechs Jahren ist das Frühwerk des Louis T. Hardin aka Moondog auf einer verwirrenden Vielzahl von Vinylscheiben wiederveröffentlicht worden, in 7″-, 10″und 12″-Formaten. Leider ohne Quellenangaben oder sonstigen Informationen, die eine Einordnung des jeweiligen Materials ermöglicht hätte. Nun liegt mit dieser Doppel-LP erstmals eine Werkschau vor, die Moondogs Tondokumente der Jahre […] mehr…

  • Jimi Hendrix Classic Singles Collection

    Jimi Hendrix - Classic Singles Collection

    Sollte noch jemand eine Geschenkidee brauchen, repräsentativ und hochklassig, im Preissegment um 80 Euro: look no further. Zehn Singles auf farbigem Vinyl und in individuellen Sleeves, dazu ein 20seitiges Booklet, alles feinstens beherbergt in einer Box, die einem Marshall-Verstärker nachempfunden wurde. Auch klanglich gibt es nichts zu mäkeln, dieses Label genügt habituell höchsten Ansprüchen. Und […] mehr…

  • The Everly Brothers Price Of Fame Cover

    The Everly Brothers - The Price Of Fame 1960-65

    Great Country Hits; Gone Gone Gone; Rock'n'Soul; Beat'n' Soul; From Nashville To Hollywood mehr…

  • Patti Smith

    Patti Smith - Horses/Horses

    Dreißig Jahre sind vergangen, und inzwischen ist „Horses“ viel mehr als ein erstaunliches Debüt-Album einer noch erstaunlicheren Künstlerin. Wenn man heute „Horses“ hört, denkt man die Geschichten dazu immer gleich mit. Wie Smith übermüdet zum Fototermin mit Robert Mapplethorpe kam und daraus ein Cover wurde, das ihr Image auf lange Zeit festlegte: selbstbewußt, störrisch, ein […] mehr…

  • Ups..

    The Wackers - Wackering Heights

    Eigentlich hatten sie alles, was es braucht: Mit Bob Segarini und Randy Bishop zwei überdurchschnittlich begabte Songwriter, dazu die an Byrds wie Beatles gleichermaßen geschulte Musikalität und mit Elektra ein renommiertes, nicht ganz unfähiges Label im Rücken. Trotzdem verhallten die Wackers aus Los Angeles weitgehend ungehört. Segarini und Bishop hatten 1969 mit Roxy gerade den […] mehr…

  • Albert Lee

    Albert Lee - Hiding/Albert Lee

    Zwei frühe Alben des vielbewunderten Gitarristen Dave Edmunds war in Love Sculpture-Anfängen mal einer der flinkesten aller Flinkfinger. Aber bei einem Duell mit Albert Lee hätte er – wie so ziemlich jeder – den kürzeren gezogen. Der hatte es mit den Jahren zu einer so atemberaubenden Technik gebracht, daß er sicher auch seine Idole unter […] mehr…

  • Jimmy Webb

    Jimmy Webb - Archive + Live

    Er betrachtet sich erklärtermaßen als tunesmith und unterstreicht damit entschieden den handwerklichen Aspekt seiner Arbeit. Zwar putzte er in jungen Jahren Klinken bei Musikverlegern, aber ins Klischee des angestellten Lohn-Schreibers, der morgens ins Büro dackelt, um sich dort am Klavier oder anderen Instrumenten möglichst gut verkäufliche Lieder einfallen zu lassen, paßte er nie. Andererseits wäre […] mehr…

  • Bruce Springsteen - Born To Run - 30th Anniversary Edition

    Bruce Springsteen - Born To Run – 30th…

    Das Konzert. „London is finally ready for Bruce Springsteen“ ist vor dem Auftritt der E Street Band plakatiert worden. London ist aber gar nicht bereit. In den ersten Reihen sitzen süffisant die geladenen Journalisten. Springsteen beginnt allein, fast im Dunkel, mit „Thunder Road“. Auftritt: die Musiker, fast alle mit Hüten. Sie explodieren in „Tenth Avenue […] mehr…

  • Ryan Adams

    Ryan Adams - 29

    Er singt und singt - und auch das dritte Album in diesem Jahr ist wundervoll mehr…

  • Elvis Costello The Right Spectacle Cover

    Elvis Costello - The Right Spectacle

    The Right Spectacle (Warner) 27 Videos aus der Zeit zwischen 1978 und 1994 – das erste ist „(I Don’t Want To Go To) Chelsea“, das letzte „13 Steps Lead Down“. Wunderbar, wie scheußlich die Filme zu „Everyday I Write The Book“, „The Only Flame In Town“ und „Sulky Girl“ sind: Doppelgänger von Charles und Diana, […] mehr…