Musik – Reviews

  • Ups..

    Cracker – The Golden Age und F.S.K.

    - International

    Wie man sich zu seiner Heimat und Geschichte verhält, das kann man anhand dieser beiden Alben studieren – wie die Gebrochenheit und Enttäuschung in überzeitliche Melancholie umschlägt, wie sich das Gesamtbild auflöst in winzige Augenblicke. „The Golden Age“ von Cracker und „International“ von FSK sind Platten nach aller Erfahrung, von nicht mehr jungen Musikern, die […] mehr…

  • Bad Religion The Gray Race Cover

    Bad Religion - The Gray Race

    Die Musik von Bad Religion hat Erfolg bei den Massen, läuft bei MTV, steht ganz oben in den Hitparaden. Nur leider unter dem Namen Green Day. Wieder so eine typische Neunziger-Jahre-Geschichte: Die einen prägen einen Sound und werden darüber alt, die anderen sind jung und verkaufen ihn. Siehe Hüsker Dü/Nirvana oder auch Mudhoney/Pearl Jam. Von […] mehr…

  • Nick Cave - Murder Ballads

    Nick Cave & The Bad Seeds - Murder Ballads

    Mord und Totschlag. Dankbare Sujets für jemanden, der bekennerhaft seine Obsessionen in Musik und Worte gießt Wiewohl Nick Cave natürlich seit jeher nur Abbilder von Gewalt und Wahnsinn, von Krankheit und Verfallenheit schafft, bloß die gesellschaftlich gerade noch verträglichen Klischees einer wüsten Künsder-Existenz unter Alkohol und Drogen. Cave gelang es ganz mühelos, zum kultisch verehrten […] mehr…

  • Bonnie Raitt - Road Testet

    Bonnie Raitt Capitol/E.MI Live-Alben haben nicht eben den besten Leumund. Doch wen kann das wundern? Mal sollen sie nur den Kreativitätsknickübertünchen, dann den Bootleg-Sumpf trockenlegen (was nicht immer gelingen soll). Beliebt ist auch die Variante, Konzertmitschnitte als letzten Pflicht-Akt einer zerrütteten Geschäftsbeziehung einzureichen – schon auf dem Sprung aus einem schlechten in ein besser dotiertes […] mehr…

  • Nina Hagen - Freud Euch

    Nina Hagen - Freud Euch

    Freud ist ein gutes Stichwort Er hätte bei Nina Hagen eine Menge zu tun. Sie war immer, und daran hat sich selbst am wenigsten Zweifel gelassen, nicht ganz dicht. Eine schrillere Antithese zu Vernunft und Disziplin konnte man sich kaum denken. So wurde sie einer der wenigen wirklichen deutschen Popstars, mit Ambitionen zum Gesamdcunstwerk. Die […] mehr…

  • Morrissey - Southpaw Grammar

    Morrissey - Southpaw Grammar

    Schon das epische Intro zum ersten Track verwirrt und zwingt gleichwohl zum Zuhören: eine dunkle Orchestration, manischmonoton, signalisiert Paranoia. Klirrende, klobige Gitarrenakkorde vermitteln Angst und Pein. Welcome to the real world: „The Teachers Are Afraid Of The Pupils“ heißt der Song, und der Morrissey-Fan staunt nicht schlecht. Gewiß, „The Headmaster Ritual“ war kein fahrlässig-bildungsfeindliches Agitprop-Stück […] mehr…

  • Faith No More King For A Day, Fool For A Lifetime Cover

    Faith No More - King For A Day, Fool…

    Wie haben sich alle aufgeregt, ein ganzes, langes Jahr lang: Jim Martin ist bei Faith No More rausgeflogen! Sie wissen schon, da ist dieses etwas verwegen-verwirrt dreinblickende, langhaarige, bärtige Wiesel mit Flying V-Gitarre und karminroter Banker-Brille. Stimmt, ein Outfit mit Widersprüchen und Abgründen. Er habe nichts mehr zum kreativen Wohl der Band beigetragen, heißt es. […] mehr…

  • Tindersticks

    Tindersticks - Second Album

    Als Arne Willander diese so herbstliche Platte im Frühjahr des Jahres 1995 zugesendet bekam, tat er das einzig richtige: Er wartete, bis es Nacht wurde, schloss sich in seiner Wohnung ein und hörte für Stunden dieses Album. So muss man es machen, wenn man den Zeilen von Stuart A. Staples lauscht. Zeilen, wie diesen: „You’ve […] mehr…

  • PJ Harvey - To Bring You My Love

    PJ Harvey - To Bring You My Love

    Dieses Album könnte „Another Side Of PJ Harvey“ heißen. Nach dem Prinzip der bisherigen Alben ,“Dry“ (1992) und ,“Rid Of Me“ (1993), innerhalb eines Songs Teile von unterschiedlicher Dynamik und Intensität aneinander zu koppeln, funktioniert auf „To Bring You My Love“ nur noch das Titelstück. Ansonsten wird auf alle gitarrenbetonten Post-Punk-Elemente fast vollständig verzichtet – […] mehr…

  • Fischer-Z - Stream

    Fischer-Z - Stream

    Es gibt keine „Cruise Missiles“ mehr. Und „Berlin“ ist auch nicht mehr das, was es einmal war, damals, 1981, als John Watts mit schneidender Stimme über wavigen Reggae-Riffs die „Red Skies Over Paradise“ besang, „I’m simply sentimental“, klagt er 14 Jahre später beim Anblick der fehlenden Mauer. Wo sind die Panzer? Wo sind die Russen? […] mehr…

  • Monster Magnet, Dopes To Infinity, Cover

    Monster Magnet - Dopes To Infinity

    Sie haben wirklich dazugelernt: Die Titel der bisherigen Monster Magnet-Alben hielten sich stets zaghaft bedeckt: Bei „Spine Of God“ (1991) und „Superjudge“ (1993) wußte der Unvoreingenommene nicht gleich, was ihm bevorstand. Jetzt aber machen es Monster Magnet weniger spannend – und benennen ihr neues Ding holzhammerartig „Dopes To Infinity“. Weniger leisetreterisch waren zwar auch schon […] mehr…

  • Simple Minds - Good News From The Next World

    Simple Minds - Good News From The Next…

    Und dann waren’s nur noch zwei. Fast zehn Jahre nach seiner größten Zeit hat sich der Club der schlichten Gemüter auf die Gründungsmitglieder (und Songschreiber) Jim Kerr und Charlie Burchill reduziert. Und gleichzeitig beschlossen, von nun an eine reine Gitarrenband zu sein. „A red guitar can get you far“, reimt Jimmy Kerr, „but you still […] mehr…

  • The Beatles Live At BBC Cover

    The Beatles - Live At The BBC

    Jedesmal, wenn jemand „Sgt. Pepper“ kauft, spuckt er auf das Grab von Eddie Cochran, um Billy Miller, den Herausgeber von „Kicks“, zu paraphrasieren. Ebenso wahr ist: Wer „Live At The BBC kauft, legt eine Rose auf Eddies letzte Ruhestätte (und ein paar Cents in Little Richards Klingelbeutel). Schlicht atemberaubend, das Tempo musikalischer Entwicklung in den […] mehr…

  • Soundgarden - Superunknown

    Soundgarden - Superunknown

    Kein Grunge, kein Genöle: Hier haben Soundgarden die Essenz von Black Sabbath und Led Zeppelin, Blues und Beatles-Melodien in epische und spirituelle Lieder einfließen lassen. Das ist guter Stil, und der macht sie zu Superstars. mehr…

  • Blur - Parklife

    Blur - Parklife

    Blur lassen uns an etwas teilhaben, was äußerst rar geworden ist in der Welt des Pop. Man nennt es Entwicklung: gut, besser, „Parklife“. Damon Albarn erreicht nicht die Tiefenschärfe eines Ray Davies, seine Songs sind eher wie Polaroids. Doch die Motive sind ähnlich und immer britisch: Vorgarten-Idylle, Vorstadt-Idiotie. Nichts Neues, gewiß – doch Blur sind […] mehr…

  • Portishead - Dummy

    Portishead - Dummy

    „We got a road to find/ Never find a way/ From this moment/ How can it feel“, fleht Beth Gibbons, verloren in den gespenstischen elektronischen Klang-Kulissen ihres Partners Geoff Barrow. Das Dorf Portishead bei Bristol wurde zum traurigsten und wundersamsten Ort des Jahres: wüstes Land und Weltraum zugleich. Jazz, Blues, Soul, Ambient, Soundtrack für einen […] mehr…

  • Beastie Boys - Ill Communication

    Beastie Boys - III Communication

    Die Beastie Boys waren das Tier im Teenie. Sie befummelten Brüste, verherrlichten Budweiser-Bier und sampelten die pubertären Klischees vom Rock’n’Roll. Heute sind die drei jüdischen Homeboys die coolsten Nonkonformisten und Eklektizisten. Was sie mit „Check Your Head“ überdachten, ist auf „Ill Communication“ integratives Chaos: Flöten, Cello, Rap, Funk, Jazz. Ein Kommunikations-Crash. mehr…

  • Flowerpornoes - Red‘ nicht von Strassen, nicht…

    Das Summen der Erinnerung durchzieht das beste Album des Duisburger Songschreibers Tom Liwa. Kindheit und Liebe, Verlust und Tod sind seine Themen – doch die luftige Musik wendet alles Depressive in geistesgegenwärtige Melancholie. Der Emotionskünstler folgt dem schmalen Pfad der Empfindsamkeit, nah am Kitsch entlang. mehr…

  • Prince - The Black Album

    Zu böse, zu düster und viel zu intensiv für den Massenkonsum, so lautet die Legende, die sich um das sogenannte Schwarze Album rankt. Ein Märchen, wie jeder weiß, der hin und wieder einer Plattenbörse beiwohnt. Dort wird das 1987 kurz vor Veröffentlichung zurückgezogene Werk seither in ausreichender Stückzahl als Bootleg feilgeboten: für ein paar Dollar […] mehr…

  • Bob Dylan - Greatest Hits - Volume 3

    Bob Dylan - Greatest Hits: Volume 3

    Die letzte offizielle Greatest-Hits-Platte von Bob Dylan erschien 1971. Die Auswahl auf diesem Album umfaßt die Zeit von 1973 bis 1989. Es ist also schlechterdings unmöglich, die Zusammenstellung als Überblick über eine noch so weitgefaßte „Periode“ zu betrachten. Und „Greatest Hits“ stimmt auch nicht ganz -Bob Dylan hat schon lange keine Hits mehr. Noch nicht […] mehr…