Musik – Reviews

  • David Lynch

    - The Big Dream

    Schon wieder ein neues Album von David Lynch! Dabei ist der 67-jährige Surrealist ja eigentlich Regisseur – auch wenn sein letzter Kinofilm „Inland Empire“ bereits sieben Jahre zurückliegt (und ein ziemlicher Flop war). Ist „The Big Dream“ also eine Art Prokrastination? Meint: das Aufschieben einer wichtigen Sache durch etwas, das einem bedeutend leichter fällt. Die […] mehr…

  • Alela Diane - About Farewell

    All die Spötter, die schon immer unken mussten, es könne ja nicht gut gehen, wenn eine Künstlerin Vater und Gatten in nächster kreativer Nähe dulde, dürfen sich nun selbstgerecht auf die Schulter klopfen. Tom Bevitori ist Geschichte (zumindest als Gatte und Co-Autor), und auch Papa Tom Menig, der seiner Tochter 2006 im Alleingang zum Debüt […] mehr…

  • The Elwins - And I Thank You

    So kann man’s machen. Wenn man kann. Jede Woche einen „Song der Woche“ schreiben und als Demo verewigen. Bis so gut 40 beisammen sind, von denen schließlich 14 mit Produzent Ryan Hadlock (The Lumineers, Brandi Carlile) richtig aufgenommen werden – von denen wiederum die ganz klassischen zehn den Weg auf „And I Thank You“ gefunden […] mehr…

  • Josephine - Portrait

    Als Josephine Oniyama, kurz Josephine, im vergangenen Jahr ihr Debütalbum im UK veröffentlichte, gab es Applaus von allen Rängen. Von der BBC bis Jools Holland, vom Musikspezialisten bis zum Formatradiohörer – die heute 30-Jährige vereint ein ausgesprochen heterogenes Publikum hinter sich. Mit einem Album, das tatsächlich besonders ist: „Portrait“ klingt gleichzeitig alt und modern, verbindet […] mehr…

  • Myron & E - Broadway

    Das Stones-Throw-Label hat einen etwas eigentümlichen Weg hinter sich. DJ und Turntablist Peanut Butter Wolf hatte es einst als Talentschmiede des HipHop-Undergrounds der Bay Area gegründet und verantwortete frühe Arbeiten von Off-Key-Größen wie Jay Dee und Madlib. In den vergangenen Jahren dagegen fiel das Label vor allem durch Neo-Funk-DJs wie Dam-Funk und den erfolgreichen, sacht […] mehr…

  • Infamis - Im Westen der Himmel

    Stell dir vor, Wim Wenders macht nach der erfolgreichen „Pina“-Filmmusik jetzt auch als Förderer/Labelboss weiter in Musik (nach all der Musik, die seit Ry Cooders „Paris, Texas“ über seine Soundtracks hinausstrahlte). Und die erste Zeile, die René Schwettge von Infamis dann auf „Im Westen der Himmel“ singt, geht tatsächlich so: „Im Kino gewesen, geweint …“ […] mehr…

  • KT Tunstall - Invisible Empire / Crescent Moon

    Ein wenig ratlos lässt einen das neue Album der Britin zurück, die mit ihrem Debüt „Eye To The Telescope“ und „Drastic Fantastic“ zumindest teilweise positiv überraschte. Nun geht sie auf die 40 zu und schickt sich an, die Wendung zum „seriösen“ Singer/Songwritertum zu vollziehen (gääähn). Was unterm Strich heißt: keine Richtung Mainstream schielenden Rocksongs mehr, […] mehr…

  • Ups..

    Scott Matthew - Unlearned

    Sehr schöne Coverversionen des sensiblen Australiers mehr…

  • Waxahatchee - Cerulean Salt

    Katie Crutchfield schreibt Lo-Fi-Songs über das Ende der Jugend „Mir doch egal, ob ich zu jung bin, um unglücklich zu sein“, lautete im vergangenen Jahr Katie Crutchfields Motto auf „American Weekend“, ihrem Solo­debüt als Waxahatchee. Dort sang die damals 23-jährige Indie-Musikerin weltmüde, zweifelnde Songs mit raukehliger, zaghaft punkiger Stimme, wozu sie eine recht krude akus­tische […] mehr…

  • CSS - Planta

    CSS waren mal eine aufregende Band aus São Paulo. Doch dann verliebten sie sich in die ebenfalls ziemlich aufregende Stadt Los Angeles und in den Swimming Pool von Dave Sitek, schrieben im dazugehörigen Haus neue Songs, nahmen mit dem TV-On-The-Radio-Mann ein neues Album auf. Die vier von CSS, so erzählt man sich, hatten mächtig viel […] mehr…

  • Mark Owen - The Art Of Doing Nothing

    Nichtstun will gelernt sein. Wenn man es dann noch zur Kunst erklärt … Mark Owen kokettiert damit, dass er sich bei der Arbeit an seinem vierten Album, dem ersten nach acht Jahren Solopause, erstmalig hat treiben lassen. Nichts überstürzen wollte er, die Songs sollten sich selbstständig entwickeln, die Seele baumeln bis zur nächsten Idee. Es […] mehr…

  • Pet Shop Boys - Electric

    Gerade mal zehn Monate ist es her, dass Neil Tennant und Chris Lowe mit „Elysium“ ein gediegen melancholisches Alterswerk veröffentlichten. Kollege Arne Willander bilanzierte in seiner Vier-Sterne-Kritik im September 2012: „Nun umtreibt uns nur eine Furcht: dass die Pet Shop Boys irgendwann verschwinden könnten.“  In der Tat wäre es nicht verwunderlich gewesen, hätten sich die […] mehr…

  • Ups..

    Kanye West - Yeezus

    Kanye West geht in den Laden und sucht sich aus, was ihm gefällt. Mit dieser Methode bestückt der Rap-Star nicht nur seinen Kleiderschrank, sondern auch seine Musik. Möglich macht beides ein geschätztes Jahreseinkommen von 45 Millionen US-Dollar. Copyright, Tantiemen, Lizenzen – egal. Der Rap-Millionär hat die Möglichkeit zu sampeln, wie er gerade lustig und es […] mehr…

  • Queens Of The Stone Age - … Like Clockwork

    Man kann nicht behaupten, dass Josh Homme je gesund wirkte, aber die vergangenen Jahre waren besonders hart: Verhaftung, Herzstillstand, Wutausbrüche, Drogen – es war am Ende wohl zu viel. Und ein bisschen zu wenig Inspiration auch. Nach dem letzten Queens-Of-The-Stone-Age-Album „Era Vulgaris“ (2007) eröffnete Homme mit Dave Grohl und John Paul Jones eine sogenannte Supergroup, […] mehr…

  • The Staves - Dead & Born & Grown

    Watford hat der Welt einst mit dem FC ein von Elton John finanziertes kleines Fußballwunder beschert, das schon Pressing spielte, als man noch Kick & Rush dazu sagte. Das kleine Vocal-Wunder, das jetzt folgen soll, war da noch gar nicht auf der Welt. Justin Vernon mag sie sehr, die Staveley-Taylor-Schwestern Emily, Jessica und Camilla, die […] mehr…

  • Portugal. The Man - Evil Friends

    Wer war eigentlich  der Erste, der eine Band große kleine Band nannte? Er könnte die Kategorie für diese hier mit dem seltsamen Namen erfunden haben. Kommen aus Alaska, haben nun schon acht Alben aufgenommen, darunter vor vier Jahren mit „The Satanic Satanist“ ihr bestes (und erfolgreichstes), sind wirklich gut im Schreiben leicht hybrider Popsongs,  die […] mehr…

  • MS MR - Secondhand Rapture

    Schaltet man dieser Tage das altehrwürdige „Radio One“ der BBC ein und erwischt dabei nicht gerade einen Titel aus den Dance-Charts, dann trifft man mit ziemlicher Sicherheit genau auf den Sound, der auf „Secondhand Rapture“ vorherrscht: leicht schwüls-tiger Gothic-Pop mit Spurenelementen von Folk oder TripHop. Wenn sich nicht Florence Welch höchstpersönlich die Ehre gibt, dann […] mehr…

  • Laura Marling - Once I Was An Eagle

    Ein ambitionierter Move gleich zu Beginn: eine Suite in vier Sätzen, auch wenn sie formal in vier Einzelsongs, zusammen gut eine Viertelstunde, geteilt ist. Warum nicht? Die Singer/Songwriter aus der Blütezeit L.A.s um 1970 sind bekanntlich Laura Marlings wichtigste Einflüsse, und die ersten vier Sätze dieses vierten Albums klingen mehr denn je nach Joni Mitchell […] mehr…

  • Tyler, The Creator - Wolf

    „Wolf“, das dritte Album des 22-jährigen Rap-Kronprinzen Tyler, The Creator, langweilt nun schon seit Wochen: eine zu schleppenden Beats vorgetragene, äußerst deprimierende Murmel-Litanei, die sich fürchterlich ernst nimmt. „NME“, „Pitchfork“ und die üblichen Besserwisser-Blogs sind von „Wolf“ trotzdem begeistert. Die Adoleszenz-Probleme des oft auf Kinderfahrrädern posierenden Mitglieds der Odd-Future-Gang interpretieren die Kollegen als komplizierte Suche […] mehr…

  • The National - Trouble Will Find Me

    „This Is The Last Time“, das siebte Lied des neuen Albums von The National, öffnet sich am Ende wie eine Lichtung: Eben noch wurde die Band von einem ihrer typisch klopfenden Schlagzeugrhythmen getragen, doch nun übernehmen die Geigen: Der Sänger bleibt auf der Lichtung stehen und mit ihm auch die Zeit. Es sind diese tragisch […] mehr…