Musik – Reviews

  • Ben Folds Five

    Ben Folds Five

    - Do It Anyway

    Nach zwölfjähriger Trennung sind die drei von Ben Folds Five wieder vereint, haben ein neues Album aufgenommen und hauen im ersten Track „Do It Anyway“ bereits ordentlich in die Tasten. Die erste neue gemeinsame Aufnahme seit 1999 und dem Album „The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner“ treibt den Hörer ohne Atempause durch 4.22 Minuten. „Do […] mehr…

  • Die Toten Hosen

    Die Toten Hosen - Ballast der Republik

    Die langweilige Frage, ob das noch Punkrock ist, sparen wir uns jetzt mal, und schauen einfach auf die Songs. Von denen gibt es auf dem neuen Doppelalbum zum 30-jährigen Bandjubiläum viele – 16 eigene und 15 Coverversionen haben Die Toten Hosen zusammengetragen. Es war kein leichtes Unterfangen (wie man in unserer April-Titelgeschichte lesen konnte), aber […] mehr…

  • Spinner's Monthly Mixtape April

    Diverse - Spinner’s April Monthly Mixtape

    Jahr für Jahr ist es der April, der es offensichtlich vorwieglich als seine Aufgabe ansieht, ein großes Hin und Her zu veranstalten und einen von sommerlichen Hochphasen unwillkürlich in den tiefsten Winter zu stoßen – und andersherum. Alte Volksweisheiten beweisen das genau wie der tägliche Wetterbericht und vor allen Dingen die eigene Stimmung, die in […] mehr…

  • Tu Fawning - 'A Monument'

    Tu Fawning  - A Monument

    Da ist sie wieder: die wunderbar kühle, rätselhafte Stimme von Corrina Repp, die man schon auf dem Debüt des Quartetts aus Portland bewunderte. Und wieder singt sie an gegen unheimlich wummernde Drums, zerquälte Bläser und verstimmte Banjos. Der Wille zum großen Wurf ist da, doch das unverkennbare Vorbild Portishead scheint (noch) unerreichbar. mehr…

  • Santigold - 'Master Of My Make Believe'

    Santigold - Master Of My Make Believe

    Im Grunde könnte man Santigolds speziellen Club-Pop-Ansatz schon mit „Disparate Youth“, einer der Vorab-Singles ihres zweiten Albums, auf den Punkt bringen. Geklaut von XTCs „Making Plans For Nigel“, aber satt auf Clublevel tiefergelegt, verbindet sie eine dubbig federnde Basslinie mit sämig zickigen Keyboards und schrill hackenden Akzenten der Gitarre. Santigold beschwört dazu in aufmüpfig melodiösem […] mehr…

  • Keane - 'Strangeland'

    Keane - Strangeland

    Oft tauchen Bands nach Jahren des Schweigens wieder auf, um dann bei der Vorstellung taufrischer Aufnahmen herumzuposaunen, wie bahnbrechend anders jetzt alles wäre und welche musikalische Kehrtwendung sie gemacht hätten. Und der Hörer stellt frustriert fest: Alles Blödsinn! Hier nun die überraschende Ausnahme von der trostlosen Regel: Nach vier Jahren Pause haben die Pathospopper von […] mehr…

  • Garland Jeffreys - 'The King of In Between'

    Garland Jeffreys - The King of In Between

    Über die eigene Vergänglichkeit zu singen und dabei doch mit jeder Silbe, Note und Vokal-Nuance dieses Leben hier zu feiern – also das Schwere leicht zu machen, aber nicht lächerlich –, das  ist eine große Kunst. Garland Jeffreys führt sie mit seinem ersten Album nach grotesk langer Pause auf einsame Höhen. „I did reverse the […] mehr…

  • Richard Hawley - 'Standing At The Sky’s Edge'

    Richard Hawley - Standing At The Sky’s Edge

    Zu seiner Musik kann man schmusen, schwofen, einsam in ein Glas Scotch heulen und nächtens Häuserwände oder U-Bahn-Waggons mit kunstvollen Graffiti besprühen. Nicht umsonst spielte Richard Hawleys herrlicher Schmachtfetzen „Tonight The Streets Are Ours“ eine tragende Rolle in Banksys Street-Art-Satire „Exit Through The Gift Shop“. Nach seinem vielgepriesenen Album „Truelove’s Gutter“, das vor drei Jahren […] mehr…

  • Norah Jones

    Norah Jones - Little Broken Hearts

    Klar, das ist mal wieder die Lieferung für die Cappuccino-Freunde. Latte-Macchiato-Musik, also das, wovon echte, röststoffgegerbte, mit Blechbechern bewaffnete Kaffeetrinker die Finger lassen sollten. Den Ruf wird die Sängerin und Songwriterin Norah Jones eh nicht mehr los, egal, was sie tut. Sie als kleine, fleißige, lustfeindliche Blue-Note-Streberin zu positionieren, das war Anfang 2002 noch eine […] mehr…

  • Damon Albarn - Dr. Dee

    Damon Albarn - Dr. Dee

    Um das Tausendsassatum des Damon Albarn zu unterstreichen: Der Kerl hat es geschafft, zwei Jahre hintereinander als Headliner beim Glastonbury-Festival aufzutreten – mit unterschiedlichen Acts! Zwischen Rocket Juice & The Moon und neuen Gorillaz-Tracks nun noch das: eine Oper in Zusammenarbeit mit dem BBC Philharmonic Orchestra über John Dee. Dieser Mann war im 16. Jahrhundert […] mehr…

  • Brad - 'United We Stand'

    Brad - United We Stand

    Wussten Sie, dass das hier schon das fünfte Album von Brad ist? Selbst Grunge-Kenner erinnern sich maximal an das 1993 erschienene Debüt der Nebenband von Pearl Jams Stone Gossard. Damals waren Brad anders, spielten cool psychedelische Soul-Grunge-Grooves und schienen eine Spur elaborierter, wissender als die Bands des Seattle-Hypes. Nun feiern Brad bald ihren zwanzigsten Geburtstag […] mehr…

  • Brendan Benson - 'What Kind Of World'

    Brendan Benson - What Kind Of World

    Nachdem Brendan Benson geheiratet, eine Familie gegründet hat und nun im wirklichen Leben gern seine neue Glückseligkeit zur Schau stellt, traut er sich in diesen Ich-Erzählungen raus aus der Comfort Zone, porträtiert sich auf „What Kind Of World“ rückblickend am liebsten als Loser. Im Titelsong klagt er etwa darüber, dass er nie etwas richtig hinbekommt, […] mehr…

  • Der König tanzt - 'Der König tanzt'

    Der König tanzt  - Der König tanzt

    Der tanzende König heißt Boris, und die Freunde nordischer Naturen kennen ihn als den Knuffigen unter den Fetten Broten. Mit seinem Nebenprojekt möchte König Boris zu der Sorte Tanz animieren, bei der man mit den Händen über dem Kopf herumwedelt – was ihm beim Titelsong noch am besten gelingt. Der Gesang ist leider etwas ungelenk, […] mehr…

  • Gravenhurst  - 'The Ghost In Daylight'

    Gravenhurst  - The Ghost In Daylight

    Nick Talbot beschwört auf seinem vierten Album eine irrlichterne Geistermusik – die Lieder werden wohl zunächst auf der Gitarre gespielt, doch immer addiert die Band elegische Klänge und steigt mit tollen Arrangements in hohe Höhen auf. Oder in tiefe Tiefen hinunter; Talbot ist natürlich ein englischer Trauerkloß, der seine schwerherzigen Lieder als Katharsis anlegt. Nick […] mehr…

  • Donots - 'Wake The Dogs'

    Donots  - Wake The Dogs

    Die neunte Donots-Platte ist ein Glücksfall. Wohl hört man hier und da US-Pop-Punk, doch die Donuts sind keine Milchbuben, sondern räudige Hunde, die ungehobelt spielen wie The Clash. Der Moment ist eingefangen, die Energie bei 100%. mehr…

  • Django Django - 'Django Django'

    Django Django  - Django Django 

    Art-Synthie-Rock einer schottischen, in London ansässigen Band. Man hört die Herkunft heraus, auch die lange Zeit, die sich das Quartett für sein Debüt genommen hat. Synthie-Pop, 60s-Referenzen von den Beach Boys bis Bo Diddley, Klangspinnereien, Popsensibilität: alles auf einer Platte. mehr…

  • The 2 Bears - 'Be Strong'

    The 2 Bears - Be Strong

    Es ist ein launiger Zug durch die unterschiedlichsten Clubs-Sounds von London, den die beiden „Bären“ Joe Goddard und Raf Rundell hier unternehmen. Dass der satt pumpende Titelsong fast wie Hot Chip klingt, ist kein Wunder – Goddard singt und spielt dort Keyboard. „Heart Of The Congos“ ist indes eine mit House angereicherte Hommage an das […] mehr…

  • Patrick Watson - 'Adventures In The Backyard'

    Patrick Watson - Adventures In Your Backyard

    Hoch, sehr hoch baut Patrick Watson die Schutzmauern seiner infantilen Traumwelt, in die jederzeit die Realität einzubrechen droht. Ein paar verstreute Dissonanzen künden davon. Aber vorerst herrscht noch eitel Sonnenschein im pompösen Wunderland des Kanadiers, wo sich Glockenspiele und Klavierläufe in majestätischer Starre umschlingen, wo Flötenharmonien nach einem Lichtstrahl ranken – und höchstens mal von […] mehr…

  • Rufus Wainwright - 'Out Of The Game'

    Rufus Wainwright - Out Of The Game

    Noch nicht 40 ist der Wunderjunge und schon besser dokumentiert als sein Vater. Während die 40 Jahre des Schaffens von  Loudon Wainwright gerade in einer schmalen Box kompiliert wurden, hat Rufus im vergangenen Jahr einen in Samt gekleideten Karton veröffentlicht, in dem 15 CDs und DVDs enthalten sind – neben den spektakulären frühen Alben auch […] mehr…

  • Loudon Wainwright III - 'Older Than My Old Man Now'

    Loudon Wainwright III - Older Than My Old Man…

    Statt eine Autobiografie zu schreiben, so Loudon Wain-wright, habe er sein Leben in einen einzigen Song gesteckt: „The Here And The Now“, ein flottes Stück mit John Scofields Gitarrenspiel und einem Andrew-Sisters-Chor, der aus Wainwrights vier Kindern und zwei von drei Ehefrauen besteht. Seine erste Frau, Kate McGarrigle, lebt nicht mehr, doch war sie beteiligt […] mehr…