Musik – Reviews

  • Phantom Ghost

    Phantom Ghost

    - Pardon My English

    Gebildete gutangezogene Männer, die einander gern einmal ihre Gefühle gestehen, haben sich schon immer zu den Schallplatten des kammermusikalischen Duos Phantom Ghost hingezogen gefühlt. Dirk von Lowtzow (Gesang) und Thies Mynther (Klavier) sind sonst in sogenannten Diskurspopgruppen mit gegenwartsdiagnostischen Texten und existenziell komplizierten Kompositionen befasst. Hier hingegen überlassen sie sich ganz der naiven Leidenschaft für […] mehr…

  • Giant Sand

    Giant Sand - Tucson

    Zunächst fällt einem die Nähe auf, die Howe Gelb auf „Tucson“, dem überraschenderweise erst 27. Album seiner Band Giant Sand, zum Hörer sucht. Gelbs nie ganz sicher getuntes weiches Knödeln steht oft so weit vorne, dass er auch neben einem stehen könnte. „Wind Blown Waltz“ setzt als erstes Stück den Ton – ein, wie der […] mehr…

  • Dexys

    Dexys  - One Day I’m Going To…

    Der legendäre Tragöde Kevin Rowland ist zurück! Mit famosem Bekenntnis-Soul zwischen Al Green und Van Morrison, mit Pauken und Bläsern und Geigen satt angerichtet. Vor 30 Jahren war der notorische Sichselbstimwegesteher mal kurz Weltstar: Sein größter Hit „Come On Eileen“ wurde Nummer eins in England und Amerika, doch der Choleriker Rowland fühlte sich fremd in […] mehr…

  • Fresh

    The Fresh & Onlys - Yes Or No

    Das Label Souterrain Transmissions haben wir ja schon eine ganze Weile auf dem Schirm – spätestens seit Zola Jesus oder EMA, die ja beide von uns sehr geschätzt werden. Da wird man natürlich hellhörig, wenn ein neues Signing angekündigt wird. Die Fresh & Onlys werden am 31. August ihr neues, inzwischen viertes Album „Long Slow […] mehr…

  • Glen Hansard

    Glen Hansard - Rhythm And Repose

    Zwar erzählt diese Platte von schwermütigen Abschieden und widerwilligen Aufbrüchen. Zwar wird dieser Mann mit der wohlig angerauten Stimme in „The Storm, It’s Coming“ auf den Sturm warten, ohne zu wissen, ob er hoffen oder bangen soll, und in „Bird Of Sorrow“ langsam verzweifeln. Trotzdem hat der Ire Glen Hansard die Trennung von Marketa Irglová […] mehr…

  • Ups..

    Hot Chip - In Our Heads

    Neue Musik von der erhitzten Platine! Elf Lieder meist mittleren Tempos, in denen sich melancholischer Männergesang mit Discobeats paart. Der melancholische Männergesang wird mal im Chor, mal im vocoderverzerrten Einzelfalsett dargeboten; darunter hüpfen und humpeln die Discobeats in historisch beziehungsreicher Weise. So beginnt „Motion Sickness“ wie „Analogue Bubblebath“ von Aphex Twin, dann klingeln heitere Kuhglocken […] mehr…

  • Amy Macdonald - 'Life Is A Beautiful Light'

    Amy Macdonald - Life Is A Beautyful Light

    Das Besondere an Amy Macdonald ist das Gewöhnliche. Sie ist hübsch, aber nicht schockierend schön. Ihre Stimme erkennt man sofort wieder, aber sie haut einen nicht um wie Adele. Sie schreibt unwiderstehliche Songs, die niemals so frech sind wie die von Lily Allen oder so suggestiv wie die von Lana Del Rey. Amy Macdonald ist […] mehr…

  • Maximo Park - 'The National Health'

    Maximo Park - The National Health

    Nach einer dreijährigen Pause und dem Solodebüt von Sänger Paul Smith hat sich das Quintett aus Tyne and Wear für das vierte Studioalbum einiges vorgenommen: „Das Land ist außer Kontrolle, und das Album soll dem Kontrollverlust entgegenwirken“, ließ Smith die Öffentlichkeit vorab wissen. Wer nun allerdings vermutet, Maximo Park würden mit „The Natio-nal Health“ einem […] mehr…

  • Joe Walsh - 'Analog Man'

    Joe Walsh - Analog Man

    Die Dankbarkeit des bekehrten kleinen Sünders und sein großes, spätes Glück liegen über diesem Album wie die Kuscheldecke überm Sofa bei Muttern. Was niemand Joe Walsh nicht gönnen wird. Zwanzig Jahre sind seit seinem letzten Solowerk „Songs For A Dying Planet“ ins Land gegangen. In dieser Zeit hat der 64-jährige Gitarrist seine MonsterRiffs und Lead-Attacke […] mehr…

  • The Hundred In The Hands - Red Night

    The Hundred In The Hands - Red Night

    Auf den Sommer-Festivals wird der effektive Wave-Techno-Rock des Duos aus Brooklyn bestimmt gut funktionieren. Wenn es mal nicht kräftig nach vorne losgeht, dräut es hinten dunkel und erwartungsvoll. mehr…

  • Barbara Morgenstern - 'Sweet Silence'

    Barbara Morgenstern - Sweet Silence

    „In the past few weeks I could have written tons of number one hits/ But I was sick – sick, hmmm“, singt Barbara Morgenstern, und eine solche Zeile lässt man natürlich nicht liegen, wenn man über eine Platte schreibt. Vielleicht weiß die Berliner Songwriterin das auch. Sehr wahrscheinlich sogar. Denn auf „Sweet Silence“ hat sie […] mehr…

  • Ups..

    Julia Stone - By The Horns

    Die Australierin hadert mit der Liebe - leider in beliebigen Songs mehr…

  • Ups..

    Johnny Cash - The Soul Of Truth

    Der religiöse Cash als Interpret von Gospel-Songs mehr…

  • The Beach Boys - 'That's Why God Made The Radio'

    The Beach Boys - That’s Why God Made The…

    „I had this dream/ Singing with my brothers/ In harmony/ Supporting each other“, hat Brian Wilson 2008 auf seinem Soloalbum „That Lucky Old Sun“ gesungen. Falls auch Mike Love in diesem Traum durch seinen Kopf gegeistert ist, dürfte er das mithilfe seiner Therapeuten und Medikamente verdrängt haben. Jetzt sieht er den streitsüchtigen Cousin allerdings wieder […] mehr…

  • Neil Young - 'Americana'

    Neil Young - Americana

    Die ersten Töne, das sengende Muster aus zwei elektrischen Gitarren, dem Bass und dem Schlagzeug, verraten sofort die Handschrift: Hier spielen Neil Young und Crazy Horse. „I come from Alabama with my b-a-n-j-o on my knees“, knarzt Neil, und die treuen Knappen exekutieren den berühmtesten elektrischen Sound der Rockmusik. Seit „Everybody Knows This Is Nowhere“ […] mehr…

  • Liars - 'WIXIW'

    Liars  - WIXIW

    Für die Aufnahmen zu ihrem sechsten Album haben die Liars sich in ihrem Studio, in unwirtlicher Umgebung unter dem Freeway 101 bei Los Angeles, eingeschlossen. Kein Wunder daher wohl, dass „WIXIW“ intimer, ja, autistischer geworden ist als der Vorgänger „Sisterworld“. Samples und elektronische Sounds bestimmen die elf Tracks, von denen viele eher einen Loop beschreiben, […] mehr…

  • The Hives - 'Lex Hives'

    The Hives - Lex Hives

    Party! Und zwar sofort! Ein bisschen verkrampft kommt Howlin’ Pelle Almqvist schon rüber, wenn er in seiner Rolle als Punk’n’Roll-Animateur eine Minute lang „Come On!“ brüllt, sich von einem fiktiven Publikum bejubeln und so zu einem Glamrock-Shuffle „Lex Hives“ beginnen lässt. Auf Platte Nummer fünf wollten sich die Schweden wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren. Statt wie […] mehr…

  • Friends - 'Manifest!'

    Friends - Manifest!

    Leicht machen sie es einem nicht. Oder ist es genau andersherum: Machen sie es einem vielleicht sogar zu leicht? Das Quintett Friends sieht so aus, wie sich Ina Müller vermutlich eine Band aus Brooklyn vorstellt. Hinzu kommt: Sich in Zeiten allgegenwärtiger Facebook-Kumpelei „Friends“ zu nennen, hat natürlich etwas brüllend Banales. Aber wenn man den hysterisch […] mehr…

  • Robert Francis - 'Strangers In The First Place'

    Robert Francis - Strangers In The First Place

    Wenn einer einmal ein Lied wie „Junebug“ schreibt, hat er seinen Erfolg verdient: Robert Francis aus Kalifornien schaffte mit seinem Superhit von 2010 eine außergewöhnliche Komposition, die im Formatradio und Musikfernsehen für schöne Momente sorgte. Und das, obwohl Francis sich mit dem dazugehörigen zweiten Album („Before Nightfall“) von den großen Arrangements des Debüts verabschiedet und […] mehr…

  • Crocodiles - 'Endless Flowers'

    Crocodiles - Endless Flowers

    Ja, das klingt doch sehr reizend, was die Crocodiles auf ihrem dritten Album so daher- schmurgeln. Und recht interessant ist es auch, weil es dem zum Quintett angewachsenen Gitarrenduo aus Kalifornien gelingt, zugleich sehr schwer und überaus leicht zu klingen. Den immer wieder gewinnbringenden Trick kennt man dabei natürlich von verschiedenen historischen Modellen. Am Grunde […] mehr…