Musik – Reviews

  • Brendan Benson - 'What Kind Of World'

    Brendan Benson

    - What Kind Of World

    Nachdem Brendan Benson geheiratet, eine Familie gegründet hat und nun im wirklichen Leben gern seine neue Glückseligkeit zur Schau stellt, traut er sich in diesen Ich-Erzählungen raus aus der Comfort Zone, porträtiert sich auf „What Kind Of World“ rückblickend am liebsten als Loser. Im Titelsong klagt er etwa darüber, dass er nie etwas richtig hinbekommt, […] mehr…

  • Der König tanzt - 'Der König tanzt'

    Der König tanzt  - Der König tanzt

    Der tanzende König heißt Boris, und die Freunde nordischer Naturen kennen ihn als den Knuffigen unter den Fetten Broten. Mit seinem Nebenprojekt möchte König Boris zu der Sorte Tanz animieren, bei der man mit den Händen über dem Kopf herumwedelt – was ihm beim Titelsong noch am besten gelingt. Der Gesang ist leider etwas ungelenk, […] mehr…

  • Gravenhurst  - 'The Ghost In Daylight'

    Gravenhurst  - The Ghost In Daylight

    Nick Talbot beschwört auf seinem vierten Album eine irrlichterne Geistermusik – die Lieder werden wohl zunächst auf der Gitarre gespielt, doch immer addiert die Band elegische Klänge und steigt mit tollen Arrangements in hohe Höhen auf. Oder in tiefe Tiefen hinunter; Talbot ist natürlich ein englischer Trauerkloß, der seine schwerherzigen Lieder als Katharsis anlegt. Nick […] mehr…

  • Donots - 'Wake The Dogs'

    Donots  - Wake The Dogs

    Die neunte Donots-Platte ist ein Glücksfall. Wohl hört man hier und da US-Pop-Punk, doch die Donuts sind keine Milchbuben, sondern räudige Hunde, die ungehobelt spielen wie The Clash. Der Moment ist eingefangen, die Energie bei 100%. mehr…

  • Django Django - 'Django Django'

    Django Django  - Django Django 

    Art-Synthie-Rock einer schottischen, in London ansässigen Band. Man hört die Herkunft heraus, auch die lange Zeit, die sich das Quartett für sein Debüt genommen hat. Synthie-Pop, 60s-Referenzen von den Beach Boys bis Bo Diddley, Klangspinnereien, Popsensibilität: alles auf einer Platte. mehr…

  • The 2 Bears - 'Be Strong'

    The 2 Bears - Be Strong

    Es ist ein launiger Zug durch die unterschiedlichsten Clubs-Sounds von London, den die beiden „Bären“ Joe Goddard und Raf Rundell hier unternehmen. Dass der satt pumpende Titelsong fast wie Hot Chip klingt, ist kein Wunder – Goddard singt und spielt dort Keyboard. „Heart Of The Congos“ ist indes eine mit House angereicherte Hommage an das […] mehr…

  • Patrick Watson - 'Adventures In The Backyard'

    Patrick Watson - Adventures In Your Backyard

    Hoch, sehr hoch baut Patrick Watson die Schutzmauern seiner infantilen Traumwelt, in die jederzeit die Realität einzubrechen droht. Ein paar verstreute Dissonanzen künden davon. Aber vorerst herrscht noch eitel Sonnenschein im pompösen Wunderland des Kanadiers, wo sich Glockenspiele und Klavierläufe in majestätischer Starre umschlingen, wo Flötenharmonien nach einem Lichtstrahl ranken – und höchstens mal von […] mehr…

  • Rufus Wainwright - 'Out Of The Game'

    Rufus Wainwright - Out Of The Game

    Noch nicht 40 ist der Wunderjunge und schon besser dokumentiert als sein Vater. Während die 40 Jahre des Schaffens von  Loudon Wainwright gerade in einer schmalen Box kompiliert wurden, hat Rufus im vergangenen Jahr einen in Samt gekleideten Karton veröffentlicht, in dem 15 CDs und DVDs enthalten sind – neben den spektakulären frühen Alben auch […] mehr…

  • Loudon Wainwright III - 'Older Than My Old Man Now'

    Loudon Wainwright III - Older Than My Old Man…

    Statt eine Autobiografie zu schreiben, so Loudon Wain-wright, habe er sein Leben in einen einzigen Song gesteckt: „The Here And The Now“, ein flottes Stück mit John Scofields Gitarrenspiel und einem Andrew-Sisters-Chor, der aus Wainwrights vier Kindern und zwei von drei Ehefrauen besteht. Seine erste Frau, Kate McGarrigle, lebt nicht mehr, doch war sie beteiligt […] mehr…

  • Gemma Hayes - 'Let It Break'

    Gemma Hayes - Let It Break

    „You need the darkness if you wanna see stars“, weiß die kluge Irin mit dem aparten Gesicht in „Ruin“. Denn Schönes strahlt immer heller, wenn es sich im Kontrast behauptet. Ob Gemma Hayes wohl deshalb ihre sehnsuchtsvollen Lieder um traurige Abschiede, harte Entscheidungen und unerwiderte Gefühle hier auf ihrem vierten Album so häufig in ein […] mehr…

  • Dr. John - 'Locked Down'

    Dr. John - Locked Down

    Nicht, dass Dr. John im 72. Lebensjahr eines Hipness-Katalysators bedurft hätte, der sein bisher müdes Alterswerk auf Touren bringt. Im Gegenteil: Alben wie „The City That Care Forgot“ und die Night-Tripper-Reprise „Tribal“  konnten es  zuletzt glatt mit dem Großwerk der späten 60er-/frühen 70er-Jahre aufnehmen. Aber wenn die Enkelin ihm mit diesen Black Keys in den […] mehr…

  • Gemma Ray

    Gemma Ray - Island Fire

    Die Britin Gemma Ray gehört zu den seit geraumer Zeit inflationär auftauchenden Musikerinnen mit Akustikgitarre. Der große Erfolg war ihr bislang nicht vergönnt – vielleicht, weil sie schwerer  zu fassen ist als andere. Weder gehört Gemma Ray dem Lager der Folkelfen an, die hinter ihrer Holzgitarre verschwinden, noch hat sie eine dieser wahnsinnig ausdrucksstarken Stimmen, […] mehr…

  • Pixies - live beim Coachella 2004

    2004 gaben die Pixies nach elfjähriger Abwesenheit ihre Reunion bekannt. Ein Ereignis, das vielerseits erwartet und erhofft wurde und auf dem Coachella Festival dann erstmalig im großen Stil live zelebriert wurde. Neben Radiohead und Kraftwerk spielten die Pixies im Mai 2004 in Indio als Headliner auf. Natürlich ließen es sich die Veranstalter nicht nehmen, ein […] mehr…

  • Simone Felice - 'Simone Felice'

    Simone Felice - Simone Felice

    Simone Felice hat ein ereignisreiches Leben geführt in den vergangenen Jahren: Seine erste Tochter wurde geboren; als er die Felice Brothers verlassen hatte, denen er gemeinsam mit Bruder Ian vorstand, gründete er The Duke And The King, schrieb den Roman „Black Jesus“ und spielte Schlagzeug auf dem Avett-Brothers-Meisterwerk „I And Love And You“. Ebenfalls in […] mehr…

  • Orcas - 'Orcas'

    Orcas  - Orcas

    Minimal Music, Ambient, Song – das sind die Koordinaten dieser Kooperation zwischen dem  amerikanischen Songwriter Thomas Meluch alias Benoit Pioulard und dem Drone-/Elektronik-Komponisten Rafael Anton Irisarri. Ein verhalltes Klavier in einem aus sanften Drones und verrauschter, oszillierender Elektronik erzeugtem Raum, akustische Gitarren, geraunter Gesang, verhuschte Harmonien – so könnte es klingen, wenn David Sylvian und […] mehr…

  • Mittekill - 'All But Bored, Weak And Old'

    Mittekill - All But Bored, Weak And…

    Gebt mir mehr von diesen Staatsakt-Käuzen! Oder sollte man Typen wie Friedrich Greiling alias Mittekill doch besser Hipster nennen, gerade jetzt, wo alle den Hipster hassen? Egal. Der Berliner schafft mühelos die Verbindung zwischen dem von Can-inspirierten Punk von S.Y.P.H und der skandinavischen Eleganz von Trentemöller. Die Songs tragen so mitreißende Titel wie „Jtzt wrd […] mehr…

  • The Black Seeds - 'Dust And Dirt'

    The Black Seeds - Dust And Dirt

    Neuseeland ist nicht Jamaika. Vielleicht lassen die Black Seeds deshalb Afro und Funk ganz selbstverständlich und gleichberechtigt neben Reggae stehen. Was bei anderen nur beliebig klänge, ergibt bei der 1998 in Wellington gegründeten Band eine natürliche Synthese. Ihr neues Werk erscheint jetzt vier Jahre nach „Solid Ground“ und ist das erste, das komplett im eigenen […] mehr…

  • Die Ärzte - 'Auch'

    Die Ärzte - Auch

    Die Toten Hosen veröffentlichen in diesen Tagen ja auch ein neues Album, nur drei Wochen nach den Ärzten – und am liebsten hätten wir den außerordentlichen Zufall für ein Gegenüberstellungs-Update genutzt. Leider war von den Hosen vorab nur die Single „Tage wie diese“ zu hören, auf der Campino anti-alkoholischer, kreditwürdiger, gewissermaßen silbermondiger klingt als je […] mehr…

  • Bonnie Raitt - 'Slipstream'

    Bonnie Raitt - Slipstream

    Ein Album zu machen, das cool kalkuliert ist und doch kaum so klingt, das stilistisch breit umherstreift und dabei doch nicht wie grad auf der Durchreise wirkt – das schaffen nur wenige Überlebende ihrer Rock’n’Roll-Generation so lässig wie Bonnie Raitt. Bemerkenswert ist allein, wie hier Erträge aus zwei Studio-Konstellationen im Einklang sind – wobei es […] mehr…

  • Hey Rosetta! - Seeds

    Hey Rosetta! - Seeds

    Das zweite Album der Kanadier Hey Rosetta! klingt beim ersten Hören vor allem nach einem: viel Arbeit. Mutig und außerordentlich fleißig scheint die Band um Sänger Tim Baker. Heulende Gitarren, seufzende Streicher, rhythmische Experimente, stimmliche Ausraster und psychedelische Chöre – das Sextett verzichtet auf nichts. Bakers Stimme nimmt sich den Raum, den sie braucht, die […] mehr…