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Neu im Plattenregal – die Alben vom 18. Februar 2011

Cowboy Junkies – „Demons – The Nomad Series Vol. 2“ (Proper/Rough Trade)
Das neue Album der Cowboy Junkies aus ihren „Nomad Series“ wurde schon in unserem Videoblog „Willanders Wochentipps“ wärmstens empfohlen. Zudem gab es satte vier Sterne von unserer Rezensentin Birgit Fuß. „Eine ‚Liebesarbeit‘ ist dieses Album für Michael und Margo Timmins, und das hört man in jedem Moment. Die Cowboy Junkies covern auf ‚Demons‘ Lieder von Vic Chesnutt, der an Weihnachten 2009 viel zu früh starb. Chesnutts Songs waren immer von Todesahnungen durchzogen, sie erzählten vom kaputten Leben und wie man es vielleicht trotzdem schaffen kann, noch ein bisschen durchzuhalten. Nun singt Margo in ‚Flirted With You All My Life‘ die Zeilen ‚Oh death/ Really, I’m not ready‘ so grausam sanft, dass man es kaum aushalten kann. Wie vieles hier.“ Wie grausam sanft das klingt, hört man hier im Song „Supernatural“:

 

Bob Geldof – „How To Compose Popular Songs That Sell“ (Mercury/UMIS/Universal Strategic Marketing/Universal)
Boomtown Rats, Live Aid, Live 8 – you know the story. Nun gibt es mal wieder ein neues Album des Iren. Wie es klingt, kann man in unserem simfy-Player hören. Schönstes Kritikfazit: „Bonkers but brilliant.“ Das meinte der Evening Standard. Hier der Clip zu „Blow“:

 

Long Distance Calling – s/t (Superball/Century Media/EMI)
Wer sich über unser Progrock-Special Anfang des Jahres freute, der wird sicher auch diese Dortmund-Münster-Berlin-Connection im Auge haben. Natürlich muss man rein instrumentale Gitarrenmusik mögen – diese Spielart klingt dabei zudem aber erfreulicht staubfrei. Das Album gibt es in unserem simfy-Player.

David Lowery – „The Palace Guards“ (Blue Rose/Soulfood)
Bekannt aus Camper Van Beethoven und Cracker legt Lowery hier ein recht spätes Solodebüt vor, das ebenfalls in „Willanders Wochentipps“ gut wegkommt. Auch „The Palace Guards“ gibt’s oben im simfy-Player.

Ina Müller – „Das wär dein Lied gewesen“
„Immer wenn ich Brit popp, hören wir Oasis“, singt Ina Müller, der joviale Schreihals aus „Inas Nacht“ hier in der an „Wonderwall“ angelehnten Jux-Ballade „Britpop“. Wenn sie das mal nicht auf die Schwarze Liste der Oasis Ultras bringt. Auch ein Song wie das reggae-poppige „Podkarsten“ über einen perfekt vernetzten Smartphone-Junkie schmerzt im Ohr aufgrund seiner lyrischen und musikalischen Blödheit. Dennoch: Glatt produziert, munter verkratzt gesungen, wird „Das wär dein Lied gewesen“ sicher seine Hörer und Hörerinnen finden. Wir haben das Album im simfy-Stream. Wer denn will und so.



„I'm New Here“ von Gil Scott-Heron: Letzter Stoßseufzer eines großen Dichters

Gil Scott-Herons Stimme oszillierte stets zwischen unerbittlicher Härte, die seinen zielgenauen Poemen über das vielfach trostlose Leben der Afroamerikaner in den USA Gewicht verlieh, und nachsichtiger Smoothness, die von seiner Liebe zu Jazz und Soul geprägt war. Auf „I’m New Here“, dem letzten Stoßseufzer dieses großen Dichters und Aktivisten, klang sie allerdings anders als zuvor: abgerieben, fast ausgemergelt. Sie schien dem Leben von Scott-Heron im neuen Jahrtausend angemessen. Er verbrachte wegen seiner Kokainabhängigkeit mehrere Jahre im Gefängnis. Er trug das HI-Virus in sich. Und er hatte Jahre lang keine neuen Songs mehr aufgenommen. Schon „Spirits“, das 1994 erschien und seinen…
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