Neu im Plattenregal: Von Anna C. bis Social D.


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British Sea Power – „Valhalla Dancehall“
Sie waren schon immer die Kandidaten für schräge Song und Albentitel – aber mit dieser Wortverknüpfung haben sie sich selbst übertroffen. Kaum gelesen, hat man einen Rasta-Thor vor Augen, der nicht mehr nur am Met sondern auch am Ganja nascht. Leider überzeugen sie musikalisch diesmal nicht auf ganzer Strecke. Das findet zumindest unser Autor Rüdiger Knopf. „Zu viel. Zu lang.“ So sein Fazit. Die komplette Rezension gibt’s bei uns online zu lesen. Das Album läuft gerade hier im Stream. Hier der Clip zur Single „Living Is So Easy“:

British Sea Power – Living Is So Easy – Official Video found on Alternative

Anna Calvi – „s/t“
„Nicht übel für eine erste Single“, konstatierte Wolfgang Doebeling, als er kürzlich Calvis Debütsingle „Jezebel“ besprach. Und auch wir denken: Die britische Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Anna Calvi wird 2011 zu den wichtigsten Newcomern gehören. Davon ist nicht nur ihr Mentor Brian Eno überzeugt. Das zusammen mit der Keyboarderin Mally Harpaz und dem Schlagzeuger Daniel Maiden-Wood entstandene unbetitelte Debüt ist atemberaubend in seiner fiebrigen Leidenschaft und sehnsuchtsvollen Romantik. Ein eigenwilliger Liederzyklus, durchdrungen von der Dramatik des Flamenco, dem Pathos Scott Walkers und der kämpferischen Verletzlichkeit einer PJ Harvey. Wer’s nicht glaubt, der höre das Album hier:

The Decemberists – „The King Is Dead“
Rezensent Max Gösche ist voll des Lobes und haut vier Sterne raus. Sein Fazit: „Nach dem konzeptionell überambitionierten ‚The Hazards Of Love‘ fühlte sich Meloy ‚leergeschrieben‘, wollte sich auf ’normale‘ Songs besinnen und Spielfreude walten lassen. ‚The King Is Dead‘ ist eine Befreiung von Anspruch und Erwartung. Long live the King!“ Wie das nun als Album klingt, kann man hier im Stream hören – wie malerisch die Aufnahmen waren, hier sehen:

Anna Depenbusch – „Die Mathematik der Anna Depenbusch“
Anna zur zweiten: Diese Dame heißt Depenbusch mit Nachnahmen, kommt aus Hamburg und springt in ihren zwölf Songs munter von Country zu Pop zu Jazz über Chanson und Swing. Dazu singt sie Tragik-Komisches über die Wege der Liebe und bringt sogar Worte wie „Gelegenheitsfick“ unter, ohne das sie obszön klingen. Hier der Opener des Albums in einer Live-Version und eine Kurzdoku zur Entstehung:

Pearl Jam – „Live On Ten Legs“
Das Album zum 20jährigen Bühnenjubiläum – und natürlich passenderweise ein Live-Album. Der Titel ist eine Referenz an den Vorgängen „Live On Two Legs“ aus dem Jahr 1998 und versammelt 18 Aufnahmen aus den letzten sieben Jahren. Die Klassiker wie „Spin The Black Circle“, „Jeremy“ und das obligatorische „Alive“ sind natürlich drauf. Für Raritätenfreunde gibt es das live nicht so oft gehörte Strummer-Cover „Arms Aloft“. Hier gibt es einen Albenplayer und hier ein visueller Appetitmacher:

Social Distortion – „Hard Times And Nursery Rhymes“
Auf dem ersten Bandalbum von Mike Ness seit sechs Jahren „regiert ein selbstsicheres Zurücklehnen anstelle der Kampfhundpose, eine entspannte Rückenlage am Mikro, zu der es sich formidabel Stones-Riffs aus der Gitarre schrubben lässt wie im Falle der ausdrücklichen Referenz ‚California (Hustle And Flow)‘, die sogar einen Gospelchor aufbietet.“ So beschreibt es Daniel Koch in seiner Rezension (hier online nachlesen), stellt aber auch klar, dass diesen logischen Schritten aus der Punkrockschublade ein paar der feinsten Social-D-Nummern zur Seite stehen. Auch dieses Album gibt’s im Stream – und zwar hier:

Social Distortion – Hard Times And Nursery Rhymes by Epitaph Records