Short Cuts

Geheimtipps und Kuriositäten – Alben zum Entdecken im Januar

Jim Kroft hat den Soundtrack für Menschen mit gutem Gewissen, keiner ist Düsterer als Brother Grimm und Gabrielle Alpin will, dass wir mehr auf unseren Bauch hören.

Jim Kroft – Love In The Face Of Fear

Jim Kroft liefert den Sound für Menschen, die auf ihr gutes Gewissen setzen. Mona­telang reiste der schottische Songwriter allein um die Welt, ließ sich von der Natur in China und Russland in­spirieren und von den Konflikten unserer Zeit – etwa der Flüchtlingsnot an den Küsten Europas – tief beeindrucken. Er drehte eine Doku darüber („The March Of Hope“) und nahm unter dem Titel „Journeys“ anschließend drei EPs auf. Nun folgt das von Bekenntnissen gesättigte Konzeptalbum „Love In The Face Of Fear“, mit plüschigem Emo-Rock, Friedensappell („Yes We Are Still Human“) und einer Hommage auf seine neue Heimat Berlin („Bahnhof Friedrichstrasse“). (Radicalis)

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Coming Soon: Das sind die meisterwarteten Alben 2020

City At Dark – City At Dark

Dieses Duo mag es schwarz-weiß. Oder sind es doch eher mindestens 50 Schattierungen von Grau? Die Grazer Lebens- und Theaterkünstlerin Laura Landergott probierte schon in ihrer Heimat alles aus, was ihr in den Sinn kam, bevor sie sich Ja, Panik anschloss und in Berlin schließlich auf den israelischen Gitarristen Yair Karelic traf. Mit ihm zelebriert sie nun brachialen, auch sexy aufgeladenen Dark-Wave-­Fusion-Pop mit Kunstanspruch, der gelegentlich ins Psychedelische gleitet. Die minimalistisch eingespielten, existenzia­listisch-düsteren Stücke, wie „That’s What You Are“, überzeugen dabei deutlich mehr als der restliche, doch recht trashige Urban Pop.(Snowhite/Rough Trade)

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Sofia Härdig – This Big Hush

Das gleichermaßen verruchte wie glamouröse Cover-Artwork von „This Big Hush“ lässt nichts Gutes vermuten. Diese ästhetische Kombination funktioniert selten. Sofia Härdig hat ihren manchmal recht unbequemen Mix aus Elektro- und Rock-Versatzstücken schon auf mehreren Alben erprobt. Die Frühvollendete (bereits mit neun Jahren spielte die Sängerin in ihrer ersten Band) überarbeitete für ihre neue Platte ältere Stücke, injizierte ihnen bei einem Kurzaufenthalt im schwedischen Malmö New-Wave-Kühle und Industrial-Krach. Manchmal klingt das leider wie eine theoretisch interessante, aber dann doch etwas reizlose Mischung aus Yeah Yeah Yeahs und Carla Bozulich. (Comedia/Snowhite)

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Gabrielle Alpin – Dear Happy

Gabrielle Alpin will, dass wir weniger grübeln. Ihre neueste, manchmal unfrisiert daherkommende, oft aber zu sehr ins übliche R&B-Geblubber absinkende Pop-Kollektion nimmt sich dafür eine japanische Reparaturmethode für Keramik zum metaphorischen Vorbild: Beim Kintsugi werden Brüche mit Goldlack gekittet, bei Alpin sind es die Narben der Zeit, die vergoldet werden. Vielleicht etwas zu eskapistisch betont die Sängerin auf eingängigen Songs wie „Until The Sun Comes Up“ die zahlreichen Einflüsse, die sie bei ihren Konzertreisen aufgeschnappt hat. Auf „Losing Me“, mit JP Cooper aufgenommen, und dem Titeltrack zeigt sich Alpin von ihrer verträumten und privaten Seite. (AWAL)

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Brother Grimm – On Flatland, On Sand

Der Berliner Musiker Dennis Grimm ruft schon mit seinem Künstlernamen das Ungemach eines finsteren Noise-­Dickichts auf. Auch seine dritte Studioaufnahme ist eine schwerblütige Angelegenheit. Auf „On Flatland, On Sand“ gibt es, erstmals mit Bandbesetzung, deutlich ausgearbeitete Drone- und Post-Rock-Scheppereien mit originellen Gedanken über den Geruch von billigem Parfüm und verhängnisvolle Abschiede. Manchmal erinnern die ruppigen Melodien an die Filmsoundtracks von Nick Cave und Warren Ellis, wenngleich diesen gebrochenen Experimental-Blues-Oden kaum einmal die Schwermut in den Kleidern hängt, sondern eher die Furcht im Gesicht steht.
(Noiso­lution)

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