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Deshalb schreibt Nick Cave keine politischen Protest-Songs


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Politische Lieder gehören einfach einfach nicht zur DNA von Nick Cave. Das bestätigte der Musiker in einem Eintrag in seinem Blog „Red Hand Files“ und gab zugleich eine wohlüberlegte Antwort auf die von einem Fan gestellte Frage, warum er nicht mehr solcher Themen in seinen Liedern verhandele.

Der australische Sänger, Bandleader und Kotztütenlyrikschreiber weiß mit Worten umzugehen. Vielleicht ist er einer der letzten großen Geschichtenerzähler der Rockmusik alten Schlags. Doch seine Liedkunst entsteht fast vollkommen frei – oder wie Cave es sagt, „wie von selbst“.

Seine Songs „werden schrittweise, auf kleinstem Raum konstruiert, wobei sich die größere Bedeutung erst im Nachhinein offenbart“. Cave weiter über sein das Schreiben seiner Stücke: „Sie sind oft schlüpfrige, amorphe Dinge, mit unklaren Bahnen – positionslose Versuche, die Geheimnisse des Herzens zu verstehen.“

Keine Neigung zu Protestliedern – weil vieles „moralisch offensichtlich“ ist

Natürlich könnte sich dazu durchringen, einen Protestsong zu schreiben, gesteht Cave – „aber ich denke, ich würde mich am Ende dabei kompromittiert fühlen, nicht weil es Dinge gibt, gegen die ich nicht grundsätzlich bin – es gibt sie –, sondern weil ich meine Talente einsetzen würde, um mit etwas umzugehen, das ich für moralisch offensichtlich halte“.

Nick Cave and the Bad Seeds auf dem Glastonbury Festival 2009: Nick Cave (l.) und Conway Savage (r.)
Nick Cave and the Bad Seeds auf dem Glastonbury Festival 2009: Nick Cave (l.) und Conway Savage (r.)

Mit anderen Worten, solange man Nick Cave nicht dazu zwingt (und wer wollte das tun?), wird es von ihm keine politischen Songs zu hören geben. „Persönlich“, so schloss er das Statement, „habe ich wenig Neigung, das zu tun. Es ist einfach nicht das, was ich mache.“

Die Privatperson Nick Cave handelt, wie wir wissen, aber durchaus politisch. So bemerkte der 62-Jährige nach Kritik an ihm wegen zwei Konzerten in Israel, dass er den Kulturboykott des Landes, initiiert von der BDS-Bewegung, für „feige und beschämend“ halte.

Später stellte er auch eine E-Mail an Brian Eno (der gemeinsam mit anderen Künstlern öffentlich zum Israel-Boykott aufrief) online, in der er mitteilte: „Ich unterstütze die gegenwärtige Regierung in Israel nicht, akzeptiere aber auch nicht, dass meine Entscheidung, in diesem Land zu spielen, irgendeine Art stillschweigende Unterstützung der Politik dieser Regierung darstellt.“

Gary Wolstenholme Redferns

Nick Cave begründet seine Abneigung gegen die „Cancel Culture“

„Cancel Culture“ ist ein Phänomen, das besonders durch das Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Zuge dessen werden problematische Äußerungen oder Verhaltensweisen von Prominenten kritisiert und die betroffene Person dann „gecancelled“, was so viel heißt wie, dass diese Person künftig nicht mehr unterstützt wird. Nick Cave hat sich nun dazu geäußert und eine klare Meinung geäußert. In einer neuen Ausgabe seiner „Red Hand Files“ nahm der 62-Jährige mit einem eigenen Statement Stellung. Barmherzigkeit statt „Cancel Culture“ Anfang des Jahres schrieb er bereits in einer Ausgabe, dass er seine als problematisch bezeichneten älteren Texte nicht ändern würde, nur weil „eine…
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