Nine Inch Nails: Neues Material trotz „Farewell“-Tour


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Im vergangenen Sommer tourten Nine Inch Nails mit ihrer Abschiedstour noch einmal durch die Welt, um diverse Hallengigs und Festivalauftritte zu absolvieren. Gerade bei letzteren konnte man mitunter sehen, dass das Interesse an Trent Reznor und seine wechselnde Belegschaft ein wenig zurückgegangen ist. So zum Beispiel auf dem Roskilde (Foto): Drängelte sich zu Anfang des Sets am späten Abend noch eine stattliche Menge vor der berühmten „Orange Stage“, setzte nach zwanzig Minuten ein steter Zuschauerstrom Richtung Zeltplatz ein. Kein Wunder: Denn man sah auf der Bühne nicht den düsteren, undurchschaubaren, durch tieftönigen Elektrokrach watenden Reznor, den man so schätzte, sondern einen dickeierigen, lederbehosten Ami-Rocker, der selbst die „The Downward Spiral“-Klassiker mit plumpen Breitbein-Riffs aufmotzen musste.

Dennoch scheint es bei den Hallenkonzerten oder anderswo besser gelaufen zu sein, denn Reznor zeigt sich momentan guter Dinge. Zunächst schrieb er auf seinem Twitter-Account: „Nine Inch Nails fans kick ass. Blown away.“ Und nun kündigte er über die Feiertage auch noch auf seiner Website an, dass es in der Tat wieder Neues von NIN geben wird: „Für 2010 sind diverse Dinge geplant – z. B. neues Material von Nine Inch Nails und etwas, das nicht Nine Inch Nails sein wird.“ Damit dürfte ein gemeinsames Projekt mit Gary Numan gemeint sein, das letzterer kurz nach einem gemeinsamen Auftritt bei der Farewell-Tour bereits angekündigt hatte.

Schuld an dem Comeback nach der wohl kürzesten Bandpause ever ist der Gemütszustand Reznors, den er für seine Verhältnisse recht positiv bewertet: „Ich befinde mich momentan in einem Prozess der Neuentdeckung und -erfindung.“ Das fühle sich zwar „ungewohnt“ an, und er sei „unsicher“ und wisse nicht ganz genau, wohin die Reise geht – aber das bringt so ein Prozess ja so mit sich. Dennoch sei dies der Grund, warum er wieder als NIN aktiv wird.