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NOMINEE FUTURE: Holly Herndon

Dieses Jahr hat Holly Herndon ihren Doktortitel an der renommierten Stanford University verteidigt. Das Thema: Ihr eigenes Werk. Kaum eine andere Künstlerin erweitert die Möglichkeiten elektronischer Musik so konsequent wie die 39-jährige Klangforscherin. Für ihr drittes Album „Proto“ hat die in Tennessee geborene Wahlberlinerin eigens eine Künstliche Intelligenz programmiert, die basierend auf eingefütterten Stimmen mal überraschend harmonisch und mal verstörend fremdartig zur Musik improvisiert.

Holly Herndon: „Künstliche Intelligenz ist ein Teil der Evolution.“

Die „Mensch-Maschine“ die bei Kraftwerk noch eine steife Puppe war, wird bei Herndon so zum Sparringspartner auf Augenhöhe. „Kunst sollte die Umwelt und Zeit reflektieren, aus der sie stammt“, sagt Herndon. „Und KI kann dabei ein gutes Werkzeug sein.“ Obwohl sie ihre künstliche Intelligenz „Spawn“ getauft hat – zu deutsch „Ausgeburt“ –, hält sie sich mit dystopischen Visionen einer Roboter-Weltherrschaft nicht lange auf: „Ich betrachte KI nicht als das große Unbekannte. Sie ist eine Errungenschaft von Menschen und damit letztlich ein Teil der Evolution“.

Eine andere Zukunft erträumen

Die Weiterentwicklung der Kunst in Zeiten der Totalautomatisierung ist ein roter Faden in Herndons Werk. Die menschliche Stimme soll mittels futuristischer Technologien aber nicht unsichtbar, geglättet oder wie im Streaming auf perfekte Formeln runtergerechnet werden, sondern in neuen Räumen neue Plätze behaupten. „Mir geht es darum, alternative Denkansätze zu geben. Wenn du eine andere Zukunft haben willst, musst du sie dir erst einmal erträumen.“

Am 22. November wird erstmals der International Music Award in Berlin vergeben. Mehr zum IMA erfahrt ihr hier.


Die Working Class schlägt zurück: Rapper Slowthai kapert die Energie von Punkrock

Ehrung für die Abgehängten. Originelle Pop-Charaktere aus der Unterschicht werden in Großbritannien weiterhin allseits verehrt, auch wenn von der viel beschworenen Arbeiterklasse nicht mehr viel übrig geblieben ist. Als „Stimme einer Generation“ bezeichnete jedenfalls der „Guardian“ bei seiner Wahl zum Album des Jahres den 24-jährigen Rapper Slowthai aus Northampton für seine geistreich-knalligen Momentaufnahmen des britischen „working-class life“. Herumhängen, Durchkämpfen, Ärger mit der Polizei … Und Platz neun in der Jahresauswertung des „Guardian“. Auf seinem Debüt „Nothing Great About Britain“ spiegelt Tyron Kaymone Frampton alias Slowthai die Verhältnisse in seinem Heimatland und entzauberte gleichzeitig den Mythos Brexit. Dazu kommen seine furiosen…
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Florence And The Machine

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