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Oscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1980 bis 2020 im Ranking

Wer das vermeintlich Untypische bestimmter Verhaltensweisen aufzeigt um Publikumsreaktionen zu provozieren, zeigt nur, wie er selbst mit rassistischen Klischees spielt. Wenn Leute lachen sollen, weil der Afro-Amerikaner wider Erwarten ein gebildeter Mann ist und der Weiße einfältig, deutet diese „Schaut mal, es geht auch andersrum!“-Haltung auf Rassismus hin. Es hätte vollkommen gereicht zu zeigen, wie oft Dr. Don Shirley (Ali) von den Rednecks verprügelt wird.

Und die Kontroverse um Authentizität des Stoffes hätte dem Film eigentlich den Rest geben müssen. Die Angehörigen Shirleys bestritten, dass es jemals eine Freundschaft zwischen ihm und Tony (Mortensen) gegeben habe. Ali entschuldigte sich daraufhin sogar bei der Familie, eine mutige Entscheidung: Das hätte seine Oscar-Chancen (er war als „Bester Nebendarsteller“ nominiert und gewann auch) schmälern müssen – Distanzierung von der Rolle.

Armer Viggo! „I’m just the Drivvverrrr“, sagte er schon in Cronenbergs „Eastern Promises“. Aber auch er hätte hier keinen Academy Award verdient gehabt.

38. „Driving Miss Daisy“ (1989)

War was? Ja! Siehe Platz 38. Wir wiederholen uns gern: Spike Lee wütete: „Immer, wenn in irgendeinem Film jemand chauffiert wird, verliere ich!“ – Sein „Do The Right Thing“ verlor 1989 bei den Oscars gegen „Driving Miss Daisy“.

Die 1980er-Jahre waren ein Jahrzehnt, in dem mit dem Thema Rassismus in Hollywood noch viel unbeholfener umgegangen wurde. Es gab auch keinen Aufschrei, als das Sklavendrama „Die Farbe Lila“ 1985 von einem Weißen, Steven Spielberg, verfilmt wurde. In Bruce Beresfords Dramedy, das bezeichnenderweise keine Nominierung in der Kategorie „Regie“ erhielt, wird im Atlanta des Jahres 1948 ein afroamerikanischer Chauffeur (Morgan Freeman) zum besten Freund einer weißen jüdischen Dame (Jessica Tandy) – alle Zutaten in einem Mix, quasi. Klassisches Oscar-Material!

Das Rührstück gilt also zu Recht als einer der schwächsten „Besten Filme“ aller Zeiten. Alles deutete im Vorfeld auf Oliver Stones „Born On The Fourth Of July“ hin, aber Stone wurde lediglich mit dem Regie-Oscar bedacht – vielleicht war zu wenig Zeit seit seinem Vietnamfilm „Platoon“ vergangen, der erst 1987 abgeräumt hatte.

37. „Chicago“ (2002)



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