• In den Klauen des Dr.Kirch

    3. Juni 1997

    Imay be vile and pernicious/ But you can 't look away/ I make you think l'm delicious/ IVith the stuffthat Isay/ I am the best you can get/ Have you guessed me yet?/ Iam the slitne oozin' out/ Front your TV set (Frank Zappa) SEIN BÜCK IST ZWAR GETRÜBT (ZUNEUMENDE SEHSCHWÄCHE), ABER LEO KIRCH WILL UNS TROTZDEM STEHENDEN AUGES DIE TV-ZUKUNFT DER DIGITALEN VERDUMMUNG BESCHEREN. DER FERNSEHSESSEL WIRD ZUM SATTEL EINER BREITBAND-BONANZA

  • Construction time again: AXEL SEITZ aus Münster hat das Depeche Mode-Album „Ultra“ im alten Sound aufgenommen

    Sieben Uhr morgens. Axel Seitz sitzt auf dem Sofa einer Studenten-WG an Manhattans Upper Westside und macht noch ein Bier auf. „Ich trinke sonst nie“, sagt er, „aber heute muß ich feiern.“ Heute wird er ins Studio fahren, seine Tonbänder abholen und dann nach London fliegen, um zu erfahren, ob den Musikern von Depeche Mode […]

  • Zwischen Ehre und Erfolg debütieren NIELS FREVERT und DIRK DARMSTAEDTER ohne ihre Bands mit eigenen Alben

    Deutschland, deine Lieder. Die Quotenrufer stimmen mit den reformierten Wolfgang-Petry-Charts in dem Kernsatz überein: Aber so war das nicht gemeint. Der Kulturkampf von Blumfeld gegen Westernhagen ist fern wie der Kalte Krieg. Bleiben Selig und Die Sterne und ein seltsamer Spagat. Denn die Mr. Presidents der Plattenfirmen verlangen von den neuen Interpreten gnadenlos: You have […]

  • Mythos Rock’n’Roll: DIE BANDITS

    Mythos Rock'n'Roll: Für DIE BANDITS, den Musikfilm der Jungregisseurin Katja von Garnier, haben Katja Riemann und Jasmin Tabatabai auch Songs komponiert

  • TINDERSTICKS: MagischeSalon-Popper

    Größer, theatralischer, magischer die Musik der Tindersticks zieht’s zum Superlativ. Der Zigarettenkonsum der Salon-Popper ist bekanntlich einmalig, aber entspricht gerade eben mal dem gigantischen Arrangement, mit der sie ihre Kompositionen zum Klingen bringen. Das englische Ensemble versammelt auf der Bühne gerne mal drei Dutzend Streicher um sich, und auch bei regulären Konzerten ist der instrumentale […]

  • SMOG: Trauer mit beschwingter Melodie

    Bill Callahan gehört nicht zu den Menschen, die viele Worte über ihre Musik verlieren. Aber wie sollte man auch über Songs sprechen, die das Unaussprechliche zum Thema haben? In seinem Projekt Smog, das er die meiste Zeit ganz alleine betreibt, erzählt er von der existentiellen Einsamkeit der Menschen. Der jung verstorbene Solitär Nick Drake, mit […]

  • DEAR WOLF: Clever rockt der TripHop

    Die Untiefen, in die junge Bands geraten können, sind auch Dear Wolf nicht unbekannt Aber das hat dem Quartett aus Krefeld nicht wirklich geschadet, sondern höchstens ein wenig abgeklärter im Umgang mit dem Geschäft gemacht. Und ein kühler Kopf ist keineswegs verkehrt, wenn man das Herz nicht ausschaltet. So kennen Dear Wolf zum Beispiel die […]

  • Bon Jovi Interview

    Donnerstag Monaco, Freitag London, Sonnabend Hamburg, Sonntag New York, permanent auf Achse, immer beschäftigt. Zwei Filme sind schon wieder im Kasten, den nächsten dreht er gerade, und sein neues Solo-Ablum „Destination Anywhere“ ist soeben in die Läden gekommen. Kannst Du Dich mit Deiner Frau und den Kindern nicht vernünftig beschäftigen, Jon Bonjovi? Doch, doch. Ich […]

  • JIMMY LAFAVE und die Flucht vor Dylan

    Man sollte seinen Idolen ja nie zu nahe kommen. Auch wenn das mal im Bereich des Möglichen liegt, rein physisch betrachtet. Jimmy LaFave erzählt noch gern die Anekdote von seiner Fast-Begegnung mit Bob Dylan. Im selben Raum seien sie mal zusammen gewesen, aber dann habe ihm der Mut gefehlt, das große Vorbild anzusprechen. Angst spielte […]

  • Der Eigenbrötler Bill Callahan ist SMOG. Mit verstörenden Songs beschreibt er das Seheitern jedweder Kommunikation

    Die anderen, die sind wie dieses warme Orange, das aus dem Fenster einer fremden Wohnung strahlt. Verlockend, aber farfaraway. Und Bill Callahan steht vor dem Fenster und singt seine Songs, die auf die eine oder andere Art davon handeln, nicht in diese Wohnung reinzukommen. Er steht sogar wortwörtlich davor, auf dem Coverfoto zu der Single […]

  • Will Oldham – Das Projekt Palace Music ist aufgelöst

    Das Projekt Palace Music ist aufgelöst, doch der ingeniöse Songschreiber WILL OLDHAM setzt seine seltsamen Exursionen in die Ungewißheit nun allein fort.

  • Keb‘ Mo‘

    „Der is’ja sooo süß“, zwitschert es von schräg links hinten, als der schlanke Hüne mit Hut gemächlich auf die Bühne schlakselt. Hier erregt sich kein Teenager mit „Fuck me“-Plakat und wurfbereitem Slip, sondern die doch schon etwas gesetztere Frau. Aber der „Backstreet Boy“ da oben ist ja auch nicht mehr so jung: Keb‘ Mo‘ alias […]

  • Gene

    Gleich mehrere Schocks gilt es zu verwinden. Steve Mason, stolzer Enkel von Steve Marriott und Paul Wellers vertoßener Stiefsohn, hat die verpflichtende Haar-Symmetrie geopfert und seinen Schädel fast kahl geschoren. Liam läßt grüßen. Damit nicht genug. Statt three lions on the shirt werden wir three lines on the shoes gewahr. Bloody Adidas! How unhip can […]

  • Breakup In America

    Roger redet sich in Rage. „Da werden die Leute zum Narren gehalten. Die kommen zu den Shows und erwarten die große Reunion. Sie erwarten, daß ich singe. Die Werbespots im Radio etwa, die sind unterlegt mit meiner Stimme. Ich weiß nicht, wessen Idee das war, aber begeistert bin ich garantiert nicht.“ Hodgson war die Stimme […]

  • Mit LULLABY FOR THE WORKING CLASS meldet sich die milde Melancholie der Provinz

    Ein Loch in der Wand irgendwo an einer Ausfallstraße von Austin. Lullaby For The Working Class spielen in einer Bar, die sich genauso nennt, nämlich „Hole In The Wall“, und immer, wenn sie jemand verläßt, um einem aus der halben Hundertschaft Wartender vor der Tür seinen Platz zu überlassen, kriegt Bassist AJ. Mogis die Tür […]

  • Immer nur an Wilco gemessen zu werden, ist für SON VOLT ein zwiespältiges Vergnügen

    Es fallt nicht schwer, sich Jay Farrar als Mann einsamer Entscheidungen vorzustellen. Nicht eben unfreundlich, aber doch recht wortkarg stellt sich der Chef von Son Volt erstmals dem deutschen Interview-Zirkus. Wer ihm eine Frage stellt, sollte die nächste schon parat haben. Und sich lieber nicht darauf verlassen, daß schon irgendein Gesprächsfaden greifbar würde. Eher wird […]

  • 1967 rief der Song „My Friend Jack“ von SMOKE die Moralapostel auf den Plan. Nun gibt’s ein Remake des Skandal-Hits

    Die eine Geschichte geht so: Nach Katmandu gefahren, zusammen mit Eberhard Schoener und Thomas Stein, dem Chef der Plattenfirma BMG. Sitar kaufen wollen, um die Grifftechniken aufzubessern, die man vor einer halben Ewigkeit mal von Ravi Shankar gelernt hatte. Zusammen gesessen, zusammen gegessen. Über das gequatscht, was man die „good old days“ nennt. Etwa so: […]

  • Edel, gut und schön: Madeleine Peroux

    Wenn sie singt, werden Bilder von melancholischen Barsängerinnen früherer Zeiten wach – im Abendkleid, mit Blume im Haar, die Zigarettenspitze in der Hand, dezent ans Piano gelehnt. Doch leider: Peroux ist groß und kräftig, trägt Jeans und Gitarre, und nur ein goldenes Glitzerhemd dokumentiert ansatzweise Show-Attitude. Mit tiefer Stimme sagt sie ihre Songs an, um […]

  • Puritaner aus der Provinz

    Gloucestershire. Es ist genauso, wie es klingt – tiefste englische Provinz. Zwei Stunden nördlich von London, eingebettet in sattgrüne Weiden und mäandernde Flüßchen. Inmitten dieser britischen Idylle hat der Eremit sein Quartier aufgeschlagen. Seit über 20 Jahren zieht Winwood den Wald und die Wiese dem Londoner Trubel vor; es sei denn, er verlegt – seiner […]

  • Mit Songs gegen Gewalt und Heuchelei die Dämonen vertreiben: MARY COUGHLAN

    Wenn sich Coughlans Augenbrauen wie Gewitterwolken zusammenziehen, verheißt das nichts Gutes. Für eine Frau, die schon durch mehr als eine Hölle ging, ist sie leicht aus der Fassung zu bringen. Ein französisches TV-Team hat ihr den Vormittag vergällt und ein wenig die Contenance geraubt So gut wie nichts, schnaubt sie, hätten diese Leute verstanden und, […]