Pearl Jam live in Berlin: Fußball-WM? Basketball! Setlist, Review, Videos


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An diesem Abend kommen die Zuschauer immerhin in den Genuss selten dargebotener Songs wie „All Those Yesterdays“ und eben erwähnte, schöne Single „Who You Are“. Die Neil-Young-Coverversion „Rockin’ In The Free World“ spielen Vedder und Kollegen mittlerweile so gut, dass es sich bei dem Song auch fast um einen eigenen handeln könnte. Hier wurde man Zeuge, wie fremde Lieder in die eigene DNA eingehen können.

Leadgitarrist Mike McCready stellte auch hier nicht nur sein Können am Instrument unter Beweis, sondern demonstrierte auch, dass er zum Gene Simmons von Pearl Jam werden wird: stetige Fingerzeige („You! Exactly You!“) ins Publikum – ein echter Showman, der jedem Gast das Gefühl geben möchte etwas Besonderes zu sein.

Eddie Vedder sagt, er liebt die Wuhlheide. So sehr, dass er sich zuhause im Fernsehen sogar mal ein klassisches Konzert in der Parkbühne ansah, das ihn eigentlich nicht interessierte. Es sei ein Sitzkonzert gewesen, langweilig, aber er mag das Areal halt so gern, deshalb blieb er an dem Programm kleben. Hoffentlich hat er die Wuhlheide da nicht mit der Berliner Waldbühne verwechselt!

An diesem Abend, nachdem Deutschland die USA mit 1:0 besiegt hat, hat Amerika dennoch nicht verloren. Fußball? Basketball! Von irgendwo her kommt so ein Basketball auf die Bühne geflogen, Vedder tippt ein wenig darauf rum, alle jubeln. Dann kommt Bassist Jeff Ament an die Reihe und jongliert das Spielgerät drehend auf seinem Zeigefinger. Noch größerer Applaus. Mit diesem Unentschieden der Sportarten konnten in dieser Nacht alle leben. 

Setlist:

Pendulum

Low Light

Nothingman

In My Tree

Go

Why Go

Do the Evolution

Corduroy

Lightning Bolt

Mind Your Manners

Gods‘ Dice

Hold On

Given to Fly

You Are

Who You Are

Even Flow

Let Stone Sing



Indiana Jones: Warum „Das Königreich des Kristallschädels“ nicht der schlechteste Indy ist

Es scheint eine Indiana-Jones-Faustregel zu geben. Bekannt wurde sie erst, nachdem sie vermeintlich gebrochen wurde. Indy dürfe – das erwarteten die Fans, wie sie im Shitstorm offenbarten – seinen Blick nur auf verborgene Schätze im Boden richten, in der Erde wühlen. Nicht nach oben schauen, nicht auf Ufos warten. „Watch The Skies!“: Das gilt vielleicht für Verrückte, sicher nicht für echte Forscher wie Dr. Jones. Groß war die Wut, als das erste Indy-Abenteuer nach 19 Jahren Pause Außerirdische ins Spiel brachte. Übersinnliches gehöre zum Archäologen dazu, das schon. Außerweltliches nicht. Was wie ein Genrebruch anmutete, war in Wirklichkeit etwas anderes:…
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