Pionier des Free Jazz: Saxofonist Pharoah Sanders ist gestorben


von

Pharoah Sanders ist tot. Der US-amerikanische Saxofonist und Multiinstrumentalist starb am 24. September 2022 im Alter von 81 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Los Angeles. Sanders gilt als einer der Begründer des Free Jazz.

Sein Label Luaka Bop bestätigte den Tod des Musikers in einem offiziellen Statement auf seinen Social-Media-Kanälen. „Wir sind erschüttert, dass Pharoah Sanders verstorben ist. Er starb heute Morgen friedlich im Kreise seiner Familie und Freunde in Los Angeles. Er war immer und für immer der schönste Mensch, möge er in Frieden ruhen“, heißt es darin.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Luaka Bop (@luakabop)

Ein Pionier des Free Jazz

Pharoah Sanders, der mit bürgerlichem Namen Farrell Sanders hieß, wurde am 13. Oktober 1940 in Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas geboren. Als er nach seinem Highschool-Abschluss nach Kalifornien zog, konnte er das tun, was ihm in den Südstaaten aufgrund der Jim-Crow-Gesetze verwehrt blieb: Er durfte sowohl in schwarzen als auch in weißen Clubs auftreten. Später zog er nach New York City, wo Jazzlegende Sun Ra ihn bei sich wohnen ließ und ihn so vor der Obdachlosigkeit bewahrte. Ra war es auch, der ihm den Namen Pharoah verpasste.

1965 stieß Sanders zur Band von John Coltrane — mit ihm verband ihn eine musikalische Seelenverwandtschaft. Die beiden beeinflussten sich gegenseitig — und waren wesentlich in der Entwicklung des Free Jazz. Wichtig waren unter anderem die beiden Coltrane-Alben „Ascension“ und „Meditations“, auf denen die beiden Saxofonisten Atonalität und die Abkehr von gängigen Formen ausloten. Spiritualität spielte eine große Rolle in seiner Musik, später kamen auch afrikanische und asiatische Einflüsse dazu. Mit seinem Soloalbum „Karma“ landete Sanders 1969 sogar einen richtigen Hit – und das, obwohl die Platte nur zwei Songs enthielt, darunter das 32-minütige „The Creator Has A Master Plan.

2021 veröffentlichte Sanders, gemeinsam mit dem Musikproduzenten Sam Sheperd alias Floating Points und dem London Symphony Orchestra, sein letztes Album — den Longplayer „Promises“, sein erstes seit fast zwei Dekaden. „Mein wunderbarer Freund ist heute Morgen von uns gegangen. Ich bin so glücklich, diesen Mann gekannt zu haben, und wir alle sind gesegnet, dass seine Kunst für immer bei uns bleibt. Danke, Pharoah“, schreibt Sheperd auf Instagram.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Floating Points (@floatingpoints)