„Polizeiruf 110“: Verschwitzte Hemden

Schon wurde Charly Hübner in der Presse ermahnt: Sein etwas grobschlächtig angelegter Kommissar Alexander Bukow fluche allzu oft und rufe immerzu „Scheiße!“, weil er keine Scheißfische fängt und bei Scheißhitze mit den Gören ein Scheißeis essen muss. Eigentlich hat er Urlaub, aber schon steht ein verstörtes Mädchen auf dem Waldweg, und im Tann liegt eine Leiche: die Mutter. Wie sich viel später herausstellt, studierte Julia erfolgreich Jura, arbeitete in einer Anwaltskanzlei, brachte Franzi zum Kindergarten, kaufte eine Wohnung in Hamburg, unterhielt ein Techtelmechtel mit dem Nachbarn, prostituierte sich in einer Rostocker Zweitwohnung und erpresste Freier. Da musste der sichtlich panische Ehemann Stefan schon mal was in der Pfanne brutzeln. Seine IT-Entwicklung läuft nicht. Aber immer war Geld da. Ein Scheißleben.

Katrin König (Anneke Kim Sarnau) fragt sich derweil, weshalb sie von einem felliniesken Albtraum heimgesucht wird, in dem ein Koffer auf dem Meer treibt. Sie spricht mit einer Psychotherapeutin, die „Verlust“ vorschlägt, und  tatsächlich: Als Kind flüchtete Katrin mit der Mutter aus dem Osten, die Mutter sprang einem Koffer hinterher und ertrank. An diese Vorfälle erinnert sich der Fluchthelfer von damals, ein fast blinder bärtiger Greis, der im Rollstuhl in den Raum geschoben wird und offenbar über ein fotografisches Gedächtnis verfügt. Wie ein Seher memoriert er die Details der drei Jahrzehnte zurückliegenden Nacht. Man kann sagen, dass dieses Mysterium rasch aufgeklärt wurde.

Viel hat Anneke Kim Sarnau sonst auch nicht zu tun: Sie geht dem Witwer auf die Nerven, kratzt Stoffreste von Trainingshosen zusammen und will die herumirrende Franzi psychiatrisch überwachen lassen. Der verdächtige Ehemann Stefan trägt tagelang dasselbe verschwitzte T-Shirt und tritt in den Wettbewerb mit Bukow, der in seinem schmuddeligen Hemd auch noch feiert und nachts ins Ehebett fällt. Seine Frau verzweifelt und sucht Trost in den Armen eines einfühlsamen Kollegen von Bukow.

Mit Jeans, gut sichtbarem Pistolenhalfter am Gürtel und schmieriger Tolle bepöbelt Charly Hübner die ältliche Studentin Lisa, eine Freundin der Ermordeten, und dann den verdächtigen Nachbarn, der einen Laden für Outdoor-Bedarf führt und deshalb Zelte in seinem Garten aufbaut. „Auto?“ fragt Bukow erstaunt, und der Nachbar sagt: „Out-door.“ In solchen Momenten ist René Heisigs Film ganz bei sich und seinen überforderten Figuren. Mag „Zwischen den Welten“ auch überkonstruiert und verquast sein: Der Bukow ist eine Type. Und Katrin König könnte jetzt, da das Trauma erkannt ist, eine werden. Als Bukow heimkommt, ist seine Frau nicht mehr da.


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