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Rückblick: R.E.M. und „Lifes Rich Pageant“: Das Leben, ein Historienspiel

🔥Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

Die Karriere der ehemaligen College-Band R.E.M. aus Athens, Georgia, erinnerte an den Ol’Man River, den Mississippi. Auch jene war ein langer, ruhiger Fluss von vier nicht sonderlich spektakulär wirkenden Peach-State-Kumpels. Berry, Buck, Mills und Stipe hatten es nicht sonderlich eilig wegzukommen von der in Fachkreisen geschätzten Garagenband, die Americana, Folk und Indierock wie auf einem 60-Grad-Bräuer milde köcheln ließ.

Im Juli 1986 waren bereits drei Alben seit ihrem Debüt veröffentlicht, das Team bestand seit nunmehr sechs Jahren. Der amerikanische ROLLING STONE hatte „Murmur“ zwar zur „best LP of the year 1983“ gekürt, doch nicht nur Saga, Foreigner oder Aerosmith waren zu dieser Zeit tausend mal größer als die introvertierten Vier aus dem quirligen Campus-Städtchen. Selbst die Ortsgenossen von B52s hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine veritable New-Wave-Karriere hinter sich gebracht.

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In Deutschland wiederum war sich ihre damalige Plattenfirma CBS (heute: Sony Music) sicher, ein interessantes US-Projekt an der Angel zu haben. Und so schickte man R.E.M. in jener Zeit durch die kleinen Clubs der Bundesrepublik. Immerhin schon mal die „early adopters“ erobern. Schließlich dauerte es in den Achtzigern auch im krass schnelllebigen Popgeschäft noch etwas länger als heute.

Der von Folkrock-Legende Joe Boyd produzierte Vorgänger „Fables Of The Reconstruction“ schmorte genüsslich und verspult in der Wärme Georgias. Allein das Video zu dem Lokomotivführer-Song „Driver 8“ ist ein moderner Südstaatenklassiker, der jedoch keinen Anspruch auf Weltgeltung anemldet. Und gerade deshalb so krisp und auswogen gelungen ist.

Look & Feel: Arthouse!

Im Frühjahr 1986 also die Produktion von „Lifes Rich Pageant“. Mit einem absichtlich weggelassenen Apostroph bei „Life’s“ und einer kunstvoll zerhäckselten Cover-Collage des Konterfeis von Drummer Bill Berry. Das ganze Look & Feel erinnert stark an die folkie Arthouse-Projekte bei „Bill, The Printer“ in ihrer schnuckeligen Heimatstadt.



Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

The Clash – “Train in Vain (Stand by Me)” vom Album „London Calling“ (1979) https://www.youtube.com/watch?v=q3Yl4ehzX-o Das letzte Lied von „London Calling“ ist schamloser Pop. The Clash bedienen sich bei sämtlichen populären (afro)amerikanischen Genres und behalten von jedem das Beste: vom Disco den Beat, vom Funk das Lead-Gitarren-Motiv, vom Soul den bettelnden Gesang, vom Blues die Mundharmonika und das Riff, vom Gospel die repetitive Coda. Sie vermischen diese Elemente zu einem für sie so seltenen Liebeslied und daraus wird – richtig! – schamloser Pop. Elliott Smith – “Say Yes” vom Album „Either/Or" (1997) https://www.youtube.com/watch?v=NcalJSO6jDY “Say Yes” beginnt als einfache Gitarrenballade. Wenn…
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