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75F Annika Line Trost


Auf dem Umschlag steht: „Ein Buch über wahre Größe“ und: „Manchmal ist das Leben einfach viel größer, als man es gerne hätte …“, aber das wollte natürlich der Verlag so. „75F“ ist ein Buch über große Brüste, kein Tittenbuch. Annika Line Trost hat sich so ziemlich alle Wortspiele zur Brust genommen, doch ihre Prosa hat etwas Drolliges, ja Schwebendes. „Erstens ich habe Brüste. Zweitens ich habe viel über sie zu erzählen.“ Erstens sie hat lustige Brüste. Zweitens sie kann gut erzählen. Drittens sie hat keinen Plot, doch die Episoden und Dialoge (und erst die Telefongespräche!) sind von unabweisbarem Witz.

Die Jahre 1987 ff. werden unmelancholisch und ohne das übliche Generationspathos, vor allem ohne Larmoyanz als Geschichte der Missverständnisse erzählt: Eine Frau, die über ihre Brüste definiert wird, definiert sich nicht über ihre Brüste. „Ein dickes Dekolleté wird genauso gerne missverstanden wie das Dauergrinsen eines Delfins, der sogar eingesperrt im Betonbecken eines nach Pommesfett und Achterbahnkotze stinkenden Freizeitparks noch aussieht, als würde er das alles super finden.“ Eine unerbittlich wahrhaftige Humoreske.


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