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Albert Hammond Jr. Momentary Masters


Dem Titel seines dritten Soloalbums macht Strokes-Gitarrist Albert Hammond Jr. alle Ehre: Er ist ein master, leider aber extrem momentary. Es gibt eine Handvoll toller Ideen auf der neuen LP, doch die befinden sich fast alle in den vier Minuten des ersten Liedes, „Born Slippy“ (nicht verwandt mit dem Underworld-Song). Hier geht der Masterplan (das einzige Mal) voll auf: In der ersten Strophe folgt auf eine blendend klare Gitarrenmelodie strahlender Pop, der in einen guten Middle-of-the-road- Refrain mündet. Meisterhaft ist aber vor allem der Mittelteil, in dem zwei gedämpfte Gitarren einander so wunderbar ergänzen, dass man gleichzeitig an „Marquee Moon“ und „Wolfgang Amadeus Phoenix“ denken muss.

Wie zu erwarten, ist die Gitarrenarbeit das Interessanteste an „Momentary Masters“, die Höhen von „Born Slippy“ werden in den folgenden neun Liedern aber nicht wieder erreicht. Hammond Jr.s präzises Solospiel wirkt bisweilen blutleer. Die trocken-sterile Produktion ist im Falle von „Born Slippy“ ideal, viele der übrigen Lieder hingegen könnten etwas Wärme gut gebrauchen. Ein großes Problem ist seine schwache Stimme, die einfach nicht für Rockmusik gedacht ist. Während Strokes-Sänger Julian Casablancas – der das Dilemma ja kennt – seine Stimme hinter massiver Verzerrung versteckt und darüber hinaus fehlendes Volumen durch lässiges Desinteresse ausgleicht, fällt Hammond Jr.s Stimmchen in lauteren Stücken doch unangenehm auf. „Caught By My Shadow“ erinnert glatt an den Quengelrock von Billy Talent. Seine Interpretation des Dylan-Standards „Don’t Think Twice“ dagegen ist inspiriert und gelungen.

War Albert Hammond Jr. nach der Jahrtausendwende mit seiner Band eine zentrale popkulturelle Kraft, dudelt er heute irgendwo in der Peripherie. Die neuen Songs sind nicht aufregend genug, um dem Sound der frühen 2000er-Jahre wieder Relevanz zu geben. Das neue Album ist nicht schlecht, es ist nur etwas egal.


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