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Arctic Monkeys AM


Domino

Wie die „Harry Potter“-Darsteller mussten die Arctic Monkeys öffentlich erwachsen werden. Sie haben sich von den schüchternen Milchbubis, die 2006 den Britpunk neu erfanden, in Männer verwandelt, die inzwischen nicht einmal mehr Bärte brauchen, um cool auszusehen. Männer, die aber immer noch nicht so recht wissen, was sie eigentlich wollen.

„AM“ ist ein Album voller Fragen, die Songs heißen „Do I Wanna Know?“, „R U Mine?“ oder „Why’d You Only Call Me When You’re High?“ Auch sonst herrscht große Unsicherheit. So sehr sich die Band in den Nachtstücken zu Beginn des Albums an mürrisch aufstampfende Drums, an zähe Gitarren- und Bassriffs, an Bluesrock, Hardrock und Stoner Rock klammert, so sehr stellt die zweite Hälfte von „AM“ diese Grimmigkeit infrage. 

Nach „Do I Wanna Know?“, einer spröden Hymne auf den Zweifel, nach „R U Mine?“, durch das schrill der Wahnsinn und das „Paranoid“ -Riff schimmern, nach „Arabella“, das knurrig schlurfend einem stumpfen Beat folgt, um in einem Led-Zeppelin-Szenario anzukommen, leitet der Glamrock von „I Want It All“ über zum Teil der Platte, in dem die Post­adoleszenz nicht schwerfällig-fies, sondern eher poppig-leicht vertont wird. In „No. 1 Party Anthem“ übt Alex Turner Klammerblues und Anmachsprüche („It’s not that I’m falling in love/ I just want you to do me no good/ And you look like you could“). „ Mad Sounds“ bringt vorsichtig soulige Harmonien ins Spiel. In „ Fireside“ gibt es sogar Platz für einen „Shoo Wop Shoo Wop“-Chor. Und selten zuvor hatten die Arctic Monkeys mehr Popappeal als im übermütigen „Snap Out Of It“, im mit Fuzz- und Vibratogitarren herausgeputzten „Knee Socks“ oder in der Sehnsuchtsballade „I Wanna Be Yours“, in der Turner überzeugend den Crooner mimt: „I wanna be your vacuum cleaner/ Breathin’ in your dust/ I wanna be your Ford Cortina/ And I will never rust.“ 

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