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Besser als ein Studioalbum: Depeche Mode veröffentlichen ‚101‘


Mute


von

Die-Hard-Fans von Depeche Mode wird die Idee nicht gefallen, aber „101“ ist das perfekte … Studioalbum von Depeche Mode. Also, das perfekte Studioalbum, wäre es in einem Studio aufgenommen worden, und nicht live vor Publikum im Rose Bowl Stadium von Pasadena, wo die Band 1988 ihr 101. und letztes Konzert des Jahres gab.

Auf „101“ sind alle 19 Songs der regulären „Tour For The Masses“-Setlist enthalten, die Platte spiegelt quasi die bis dato größten Hits der Band. Für die Live-Versionen wurden etliche Stücke entzerrt und als Maxi-Versionen dargeboten. „People Are People“ etwa, oder „Never Let Me Down Again“, das Depeche Mode mit ihrem „Aggro Mix“ des Stückes vereinten. Die vier Musiker spielten damals noch mit einem Drumcomputer und Rhythmen aus dem Synthesizer; es ist schwer herauszuhören, ob jeder Ton live auf der Bühne gespielt wurde. So oder so haben „Black Celebration“ und „The Things You Said“ hier noch mehr Power als in den Studio-Einspielungen.

„101“ klingt wie ein Nonstop-Mix aus dem Depeche-Mode-Backkatalog, in den Publikum hineingemischt wurde. Bisweilen so abrupt, als müsste überhaupt daran erinnert werden, dass sich 60.000 Leute im Stadion von Pasadena befanden. Besonders hart klingt das beim Übergang des Einspielers „Pimpf“ in den ersten Song des Abends, „Behind The Wheel“. Zur einzigen längeren Interaktion mit dem Publikum kommt es beim abschließenden „Everything Counts“, als Dave Gahan die Menge zum Mitsingen auffordert, was sie auch dann noch tut, als das Lied bereits vorbei ist.

Das Ende des Sets gehört den Stimmen, nicht den Maschinen. Diese Live-Version von „Everything Counts“ war so gelungen, dass Depeche Mode sie als Single auskoppelten.

Nur im Tourfilm, gedreht von D.A. Pennebaker, leider nicht auf Platte kommt die Besonderheit dieses Konzerts in Kalifornien zum Tragen: Dass eine britische Elektro-Popband den Durchbruch in den USA geschafft hat. Zeigt die Tour-Doku wenigstens Fans der Gruppe bei ihrer Reise durch das weite Land, bietet die Doppel-CD eine Aufnahme, die auch aus Hamburg oder Madrid hätte stammen können. Wenn auch mit Songmaterial, das in seiner Best-Of-Qualität im Jahr 1988 seinesgleichen suchte.

Mit dem „Music For The Masses“-Studioalbum (1987), „101“ und dieser Tour beendeten Depeche Mode ein Kapitel. Die Band wusste, dass ihr Potential noch nicht ausgeschöpft war. Fast drei Jahre ließ man sich Zeit, bis 1990 ein Longplayer mit neuem Material erschien, es war die bisher längste Pause des Quartetts. Mit „Violator“ wurden Depeche Mode dann endgültig zu Stars.


Prince-Toningenieurin Susan Rogers: „Das war weise, taktisch klug – und für einen Rockstar einzigartig“

Susan Rogers gilt als bedeutendste Ton-Ingenieurin in der Karriere von Prince. Sie betreute zwischen 1983 und 1987, also in der goldenen Ära des Genies, die Alben „Purple Rain“, „Around The World in a Day“, „Parade“, „Sign O‘ The Times“ und „The Black Album“. Nach Tätigkeiten als Produzentin (u.a. David Byrne, Tricky) hat Rogers hat ihren Doktortitel in „Music Cognition and Psychoacoustics“ gemacht, forscht also zur kognitiven Verarbeitung von Musik. Am Berklee College of Music hat sie heute eine Professur im Lehrfach „Music Production and Engineering and Liberal Arts“. Ein Gespräch anlässlich des Reissues von „Sign O' The Times“ und zur…
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