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Biffy Clyro Ellipsis

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Eine Band, die sich einen Kinderchor ins Studio holt, ist entweder größenwahnsinnig oder bekloppt. Von zwei, drei Ausnahmen abgesehen vielleicht. Zu welcher Sorte Biffy Clyro gehören, nachdem sie jetzt ihren überdrehten Popsong „Friends And Enemies“ dergestalt dekoriert haben, ist noch nicht ausdiskutiert. Simon Neil gibt in dem Lied aber schon mal einen Hinweis, wenn er singt: „I guess we all make mistakes, but we’re growing.“

Das mit dem Größerwerden stimmt jedenfalls. Allzu lange ist es nicht her, dass Biffy Clyro noch kleine Clubs beschallt haben, jetzt sind sie auf dem besten Weg, Stadien zu füllen. Einige Stücke sind ihnen dorthin vorausgeeilt. So etwa der Auftakt, „Wolves Of Winter“, eine von Selbstbewusstsein strotzende Hymne, die von Himmel und Hölle erzählt und so tut, als ob Nu Metal nie aus der Mode gekommen und Emocore das nächste große Ding wäre. Dass Rich Costey, der zuvor bei My Chemical Romance und Muse an den Reglern saß, „Ellipsis“ produziert hat, wundert nicht.

Zwar gibt es auch Hardrock-2.0-Songs wie „On A Bang“, bei dem einem die Snare einen Zweivierteltakt um die Ohren haut, die Gitarren ein böses Stakkato dazwischenquetschen, die Rhythmusschichten sich überlagern und die Harmonien am Ende ein Fragezeichen formen. Wer’s subtil mag, wird bei der Platte ansonsten eher selten fündig. Und wenn sich Balladen wie „Rearrange“ oder „Medicine“ an Ach-ich-bin-so-zerrissen-einsam-und-unverstanden-Klischees abarbeiten, zappt man besser gleich weiter. Dann doch lieber großspurig, mit weit ausholenden Gitarren und dramatischen Auftritten wie dem lehrbuchmäßig daherkommenden „Animal Style“. Während „Howl“ nach der Sorte Hymne klingt, die man auch mitgrölen kann, wenn man schon besoffen im Stadium ankommt, schimmert durch den zickigen Gitarrengroove von „Herex“ etwas Selbstironie, und für „Small Wishes“ holen Biffy Clyro sogar ein Banjo raus. Ja, die Platte ist größenwahnsinnig, und ja, die Platte ist bekloppt. Aber gut unterhalten wird man.

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