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Billy Joe Shaver Long In The Touch

Lightning Rod

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Foto: Lightning Rod

Willie Nelson, Tom T. Hall und Kris Kristofferson werden aufgeboten, um die ja tatsächlich beträchtlichen Talente des Billy Joe Shaver zu preisen, aber es ist natürlich Steve Earle, der das größte texanische Ei in die Huldigungspfanne haut. Hätte es Gott gefallen, selbst Songwriter zu werden, so der dankbare Epigone, dann bestimmt am 16. August des Jahres 1939, an Shavers Geburtstag mithin. Anlass für die geballten Endorsement-Entladungen ist ein neues Album des Outlaw-Veteranen, seine womöglich letzte Beschwörung nicht nur musikalischen Renegatentums.

Ein Album, das anmutet, als wäre es vor 40 Jahren entstanden, sowohl was das Musikalische betrifft, die Instrumentation und Produktion, als auch in Sachen Haptik und Cover-Gestaltung. Was sich geändert hat, ist die Stoßrichtung der Songs. Einst Apotheosen des Lebens von Mavericks, Glücksrittern und Streunern, verklären sie nun, was war und unwiederbringlich verloren scheint. Ein Perspektivwechsel ohne Larmoyanz oder Selbstgefälligkeit freilich, Shavers Selbstironie nimmt dabei bisweilen geradezu höhnisch grinsende Züge an, etwa wenn er sich zum ewig potenten Schwerenöter stilisiert: „She was cuter than a speckled pup/ Just turned twenty-one/ She had a lot of fun/ Playing with my gun“, feixt er.

Der Song heißt „Hard To Be An Outlaw“ und mündet in den ernüchternden Titelsong. „What I used to do all night/ It takes me all night to do“, räumt der alte Haudegen ein. „Time did a number on me/ I ain’t the man I used to be.“ Die Musik spricht derweil eine andere Sprache, in bewährt rebellischen Tönen. Leon Russell und Tony Joe White tun mit, Willie singt, Mickey Raphael bläst, Stuart Duncan fiedelt, Hargus „Pig“ Robbins greift in die Tasten, es klingt, als käme alles frisch aus dem aufständischen alten Texas. Selbstverständlich kriegt auch die Nashville-Maschinerie ihr Fett weg, Dämon Alkohol wird verflucht, ein Immigrantenschicksal beklagt. Wie damals, nur halt im Rückspiegel.

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