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Bruce Springsteen The Album Collection Vol. 1: 1973–1984

Columbia/Sony Music

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Foto: Columbia/Sony Music

So  tollkühn wie Bruce Springsteen, der „Nebraska“ 1981 auf einem Kassettenrecorder aufnahm, ging seit Keith Richards mit seinem scheppernden Gitarren-Intro für „Street Fighting Man“ auf billiger Philips-Kassette kein vergleichbar prominenter Musiker ein Projekt an. Als er in seinem zum Heimstudio umfunktionierten Schlafzimmer mehr als ein Dutzend Songs für „Nebraska“ auf TEAC-Kassettengerät aufnahm, kümmerte er sich dabei um die, freundlich formuliert, semiprofessionelle Qualität keinen Deut. Der Mastering-Spezialist Bob Ludwig ist bis heute stolz auf das, was er seinerzeit an akzeptabler Klangqualität aus dem ihm von Springsteens Tonmann Toby Scott angelieferten Material für die LP-Überspielung zaubern konnte.

Von allen in dieser „Album Collection“ erstmals remastered vorgelegten Platten verblüfft ausgerechnet „Nebraska“ durch den größten klanglichen Mehrwert. Die Erzählungen hier klingen jetzt nicht mehr irgendwo leicht fern bis jenseitig, als kämen sie aus einer Gruft oder einem tiefen Brunnen. Den deutlichen Rauschteppich bei „Johnny 99“ mochten Ludwig und Scott nicht wegrechnen. Die Verzerrungen  der Stimme bei „My Father’s House“ konnten sie auch mit fortgeschrittener Digitaltechnik nicht korrigieren. Aber das Harmonika-Intro bei „Mansion On The Hill“ klingt nicht mehr wattiert. Die Stimme ist – nicht nur im Rockabilly-Echo von „Open All Night“ – jetzt ungleich präsenter. Trotz der düster-depressiven Stimmung 1982 wider Erwarten auf Platz 3 der „Billboard“-Charts, ist „Nebraska“ auch im Mono-Mix ein eindrucksvolleres Meisterwerk als ein paar der letzthin leicht an Morbus digitalis leidenden Springsteen-Platten.

Beim Debüt, „Greetings From Asbury Park, N. J.“ von 1973, in puncto Produktion kein Ruhmesblatt, mussten Ludwig und Scott entschieden eingreifen und umfangreichere Korrekturen vornehmen, damit jetzt ein Song wie „Blinded By The Light“ endlich Klassen besser klingt. Besonders auffällig wird der Mehrwert der ersten beiden Platten vornehmlich bei den akustisch instrumentierten „4th Of July, Asbury Park (Sandy)“, „Wild Billy’s Circus Story“ und „It’s Hard To Be A Saint In The City“. Vom deutlich höheren Pegel und dem Mehr an Präsenz profitieren bei „Born In The U.S.A.“ vor allem „My Hometown“ und „Dancing In The Dark“. Unverändert übernommen wurden „Born To Run“ und „Darkness On The Edge Of Town“ von den Deluxe- bzw. Anniversary-Editionen.

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