Highlight: Was macht eigentlich Buzz aus „Kevin allein zu Haus“?

Das Mädchen Wadjda Regie: Haifaa Al Mansour


Koch Media Kinostart: 5. September 2013

Frauen dürfen in Saudi-Arabien kein Auto steuern, nicht ohne Schleier auf die Straße gehen – und keine Filme drehen. So ist es schon eine Sensation, dass es der Regisseurin Al Mansour mit den deutschen Produzenten Roman Paul und Gerhard Meixner („Waltz With Bashir“) gelingen konnte, ihr Spielfilmdebüt zu realisieren.

Die elfjährige Wadjda (Waad Mohammed) wünscht sich ein Fahrrad, um sich mit dem Nachbarjungen messen zu können. Radfahren ist Frauen in ihrer Heimat zwar auch verboten, doch davon lässt sie sich nicht beirren. Tro­tzig und trickreich versucht das Mädchen, das Geld für ihren Traum zusammenzusparen.

Al Mansours Inszenierung ist so einfach gehalten wie ihre Geschichte, berührt aber gerade deshalb umso mehr. Nicht als politischen Kommentar und vordergründige Anklage, sondern emotional und lebensnah porträtiert sie den arabischen Alltag. Die Eheszenen zwischen Wadjdas Eltern, die kleinen Fluchten der Frauen unter den Augen der Religionswächter sagen mehr über männliche Willkür als

die sonst üblichen drastischen Beispiele von Gewalt und Folter. Wadjdas Wunschrad ist grün – die Farbe der Revolution, der Hoffnung, des Lebens, aber auch des Islams. Dem Mädchen auf dem Fahrrad, sagt Al Mansour, gehört die Zukunft.


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