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Deap Vally Femejism

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Wie tot ist Rock’n’Roll? Tot wie die Autoindustrie in Detroit? Tot wie Kurt Cobain? Sicher nicht. Aber totgesagt wird er zurzeit wieder besonders gern, und tatsächlich wird die interessantere Musik heute jenseits des klassischen Bandmodells gemacht, häufig von Frauen, noch häufiger elektronisch. Und ganz bestimmt sieht der breitbeinige männliche weiße Rockgitarrenhalter im Jahr 2016 ein bisschen alt aus.

Deap Vally machen Rockmusik. Ihre Rockmusik ist nicht aufregend originell, aber irre aufregend. Es ist bluesgetränkter, popinformierter, nervöser Heavy Rock. Nichts, was einen Hipness-Preis verdient. ­Deap Vally sind ein Duo aus Los Angeles: die Schlagzeugerin Julie Edwards (rothaarig) und die Gitarristin/Sängerin Lindsey Troy (blond). Nicht nur in der von De Stijl inspirierten Schreibweise ihres „Femejism“ betitelten Albums, in der auch ein englisches Slangwort für eine Körperflüssigkeit mit anklingt, erinnern sie also an die White Stripes. Wie einst Meg und Jack White legen Edwards und Troy eine ungeheure Wucht in ihre farbenfrohe Mutation von Bluesrock, abzüglich der Brüchigkeit früher White-Stripes-Platten, die haben Deap Vally einfach übersprungen (wie sie auch eher an den Jon Spencer der Blues Explosion als an den von Pussy Galore erinnern, um die andere naheliegende Referenz zu nennen).

Damit genug. Wer Deap Vally mal live gesehen hat, weiß, dass hier klassisch gerockt, aber auch klassisch dekonstruiert wird. Von den klassisch zerrissenen Strumpfhosen bis zu den klassisch reißenden Gitarrensaiten sind alle Elemente des Rock’n’Roll enthalten und genussvoll zur Schau gestellt. Aber den sabbernden Jungs in der ersten Reihe brüllt Troy ein herzhaftes „I don’t wanna be a reflection/ I don’t need your direction“ entgegen. Das langweile sie, verkündet sie, um dann aufzuzählen, wofür sie sich nicht schäme: ihr Gewicht, ihre Wut, ihre Haltung, ihr Sexleben („although I wish it were better“), und die Herren möchten bitte aufhören zu glauben, sie wüssten, was für ein „girl“ da vor ihnen steht. Einen Scheiß wüssten sie – „and yes, I am a feminist“. Toller Song („Smile More“), tolle zweite Platte. Ganz und gar nicht tot. Riecht nicht mal komisch. (Cooking Vinyl/Sony)

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