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Howe Gelb The Coincidentalist


New West/ADA/Warner


von

Ach, die Wüste! Ist ja auch nicht mehr das, was sie mal war. Und wenn das einer wissen muss, dann natürlich der Mann, der so etwas wie Wüsten-Folk/Rock in Tucson, Arizona mindestens miterfunden und seit 1985 in zig Verästelungen auf so 40 bis 50 Platten mit Giant Sand etc. pp. aufgedröselt hat. Genauer will es der Zufallsgenerator Howe Gelb lieber nicht wissen. Aberglaube.

„It used to be much cheaper to find a love and to keep her“, weiß er dafür gleich ganz sicher und hübsch zweideutig zu hingetupften Fender-Rhodes-Akkorden, um sich dann – „from a long line of coincidence“ kommend – dankbar-selig zum „Vortexan by heart“ zu erklären. Und weil irgendwann auch noch Bonnie „Prince“ Billy wie angetrunken mit einstimmt, ist dieser „Vortexas“ betitelte Auftakt ein Kandidat für die Duette-Jahres-Top-Ten. Indes findet Gelb nichts dabei, sich nur wenig später selbst Konkurrenz zu machen, wenn er in KT Tunstall eine verwandt-verlorene Seele für die natürlich tragische Romanze „The 3 Deaths Of Lucky“ findet. „It’s better to have loved and lost“, haucht die Schottin, „than never have lived through it“, vollendet Gelb unisono mit ihr. Hach…

Abgesehen von „Unforgivable“ (munteres Sixties-Echo meets Noise-Attacke) und dem überflüssigen Final-Instrumental „Instigated Chimes“, hält „The Coincidentalist“ diese ziemlich entspannte Laid-Back-Rückenlage mit windschiefen „Left Of Center“-(Songtitel)-Countrystücken für Gelb-Verhältnisse erstaunlich konsequent durch – und atmet in „Running Behind“ sogar ein bisschen J.-J.-Cale-Geist. In „Looking That Way“ kultiviert der Flaneur den zweiten Blick, er sinniert über die Macht der Blume und die Kommunikationsfähigkeit von Steinen („An Extented Plane Of Existence“), und kommt uns in der Piano-Meditation „Picacho Peak“ nicht nur deshalb so nah wie selten, weil seine nach vorn gemischte Stimme quasi direkt aus den Lautsprechern kriecht. „When I was a child, my daddy taught me how to steer with my knee“, erinnert sich Howe Gelb an frühe Fahrstunden, „since he left this world it hasn’t felt right, all the endless hours appear so finite …“ Gegen die Endlichkeit hilft selbst der Zufall nicht.


Album-Charts: Eisbrecher landen ihre zweite Nummer eins

Mit „Liebe Macht Monster“ landen Eisbrecher von null auf Platz eins. Das erste Mal gelang der Rock-Band diese Platzierung im Jahr 2017 mit ihrem Album „Sturmfahrt“. Die Band um Sänger Alex Wesselsky und Gitarrist wie auch Produzent Noel Pix erhielt bereits für ihre Alben „Die Hölle Muss Warten“ aus dem Jahr 2012 und „Schock“ aus 2015 Goldauszeichnungen, so die „Musikwoche“. Gitarrist Noel Pix bedankt sich nun mit u.a. diesen Worten: „Ich wünschte mir, wir könnten alle eine Riesen-Sause veranstalten und uns alle dem Anlass gebührend die Seele aus dem Leib bangen, das wird uns leider im Moment verwehrt, aber dieser…
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