Iron & Wine The Archive Series, Vol. 1

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Iron & Wine - The Archive Series, Vol. 1

Als 2002 sein Debüt erschien, betrachtete Sam Beam sich nicht in erster Linie als Musiker. Die Demo-Songs hatte der Filmprofessor für sich aufgenommen, und sie klangen nicht etwa so reduziert, weil er es so wollte, sondern weil er keine anderen Mittel zur Verfügung hatte als ein Vierspurgerät und die Akustik seines Schlafzimmers. Trotzdem hielten viele Puristen danach alles, was Beam unter dem Namen Iron & Wine herausbrachte, für überproduziert. Für sie hat der bärtige Songwriter nun 16 knisternde Skizzen aus dem Archiv zusammengesucht, die allein von Gitarre und Stimme getragen werden. Es ist reine Lehre, die sich nah an reiner Leere befindet: Viele der Lieder klingen, als wären sie gerade noch so der Stille abgetrotzt worden. Die Texte, die sich auf Alben wie „Kiss Each Other Clean“ ins Biblisch-Prophetische steigerten, beschränken sich hier oft noch auf Alltagspoesie. Dass das Unendliche im Endlichen verborgen liegt, schwante Beam aber auch damals schon. Wie sonst könnte man einen Sonnenuntergang als „colorful lullaby of God“ empfinden?

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