Israel Nash Israel Nash’s Silver Season

Loose/Rough Trade

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Vor ein paar Jahren klang Israel Nash – vormals Israel Nash Gripka – noch ein wenig wie ein Städter, der sich in einem Walmart irgendwo im texanischen Hinterland seinen ersten Cowboyhut besorgt hat, um sich beim Rindertrieb von Onkel Pete nützlich zu machen: ein bisschen grün hinter den Ohren, kaum zu überhören und konzentriert darauf bedacht, den richtigen Südstaatenton anzuschlagen.

Seitdem sind zwei Jahre ins Land gegangen und Nash lässt die Zügel inzwischen lockerer. Das hektische Leben von New York – wo er einige Jahre lebte – liegt hinter ihm, er ist dort angekommen, wo man sich Zeit lässt für träge Songs mit ausgewalzten Melodien, zu denen es sich nach Sonnenuntergang auf der Veranda ganz hervorragend auf die eigenen Hektar Land hinausschauen lässt.

Von dem auf den ersten Alben mehr, auf „Israel Nash’s Rain Plans“ (2013) schon weniger radiofreundlichen Americana-Country-Mix des Musikers ist auf „Israel Nash’s Silver Season“ nicht mehr viel übrig: In Zusammenarbeit mit dem Toningenieur Ted Young (der für Sonic Youth und Kurt Vile gearbeitet hat) hat Nash einen elementaren Sound entwickelt, der sich auf wesentliche Aspekte seiner Musik beschränkt und sich weiter vom ausgelatschten Country-Klischee entfernt: Die quäkende Kopfstimme, die Nash damals noch spärlich einsetzte, und die Patenschaft von Neil Young, von der Young sehr wahrscheinlich gar nichts weiß, bestimmen die meisten der neun Stücke, Tele-Twang-Sound und Steel-Gitarre duseln melancholisch bis kitschig vor sich hin („A Coat Of Many Colors“), und mitunter wird einem die schiere Trägheit von „Silver Season“ fast etwas anstrengend (etwa bei „LA Lately“).
Allerdings nur bis zu dem großartigen Song „Strangers“, der, na ja, Single des Albums, bei der alle Soundkomponenten doch noch schlüssig ineinandergreifen. Das knapp sieben Minuten lange Stück schwingt sich nach und nach zu einem der psychedelischsten Stücke der 49-minütigen Platte auf. Und 49 Minuten sind eher zu kurz für Musik, die den epischen Atem eines versponnenen, verschlungenen Western hat – und manchmal dessen bukolische Rührseligkeit.

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