Juan Villoro Das dritte Leben



von

Große Thriller erzählen stets eine Parallelgeschichte abseits der Frage, wer der Mörder sei. Die handelt nicht selten von beschädigten Menschen in einer beschädigten Welt. Der in seiner Heimat Mexiko gefeierte Juan Villoro wählt den anderen Weg: Er zwingt einem an sich spannenden Roman über zwei Freunde – ehemalige Rockmusiker – einen Doppelmordfall auf. Dessen Auf klärung zieht sich wie ein loser roter Faden durchs Buch, untermalt von einem unüberhörbaren Hintergrundrauschen: den Verweisen auf The Velvet Unterground. Exjunkie Mario hatte nämlich mal die Ehre, Lou Reeds Furchen im Gesicht näher zu betrachten. Jetzt jobbt er bei Tony, mittlerweile Manager einer Hotelpyramide, die sich zur Belustigung der Gäste auf simulierte Entführungen und weitere Kicks spezialisiert hat. Und irgendwann ist natürlich Mexikos Drogenmafia involviert – und dem Leser dieses Buch Banane. (Hanser, 19,90 Euro)


ÄHNLICHE KRITIKEN

Arne Reimer :: American Jazz Heroes, Volume 2

Chris Welch :: David Bowie. Ein Leben in Bildern

J. C. Gabel/Jessica Hundley :: Beyond the Beyond: Music From The Films Of David Lynch


ÄHNLICHE ARTIKEL

Gewinnen: Comic-Trilogie „Die Nacht der lebenden Toten“

ROLLING STONE verlost zur Halloween-Vorstellung von „Die Nacht der lebenden Toten“ zwei Mal die komplette Comic-Horror-Trilogie.

Winnetou: Verleger, TV-Sender und Indigene sind gegen Verkaufsstopp

„Ich habe noch nie einen Indianer in Amerika getroffen, der deutsch spricht. Die alle haben nicht einmal was von Winnetou oder Karl-May gehört“

Wie schreibt man eigentlich einen Song, Jeff Tweedy?

Wilco-Songwriter Jeff Tweedy erklärt in seinem neuen Buch „Wie schreibe ich einen Song“, dass das Geheimnis seiner Kunst gar kein Geheimnis ist. Im Gespräch mit seinem Übersetzer, dem Songwriter Philip Bradatsch, philosophiert er über den kreativen Prozess, den Mythos der göttlichen Eingebung und den Weg zur Inspiration