Judith Hermann Lettipark



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Mit „Sommerhaus, später“ gelang Judith Hermann 1998 ein viel beachtetes, enorm erfolgreiches Debüt, das zu einer Renaissance der Erzählung führte. Nach dem eher gespalten aufgenommenen Roman „Aller Liebe Anfang“ kehrt Hermann mit „Lettipark“ zu ihrem Ursprung, der Kurzgeschichte, zurück. Mit der Autorin sind auch die Figuren ihrer Erzählungen älter geworden. Die larmoyant-antriebs losen Mittzwanziger der 90er-Jahre sind zu wehmütigen, in der Mitte des Lebens stehenden und mit eigenen Erinnerungen und Krisen beschäftigten Persönlichkeiten gereift, die sich mit den Themen Abschied, Trennung, Alter, Tod und Entfremdung auseinandersetzen. Ihren lakonischen, einfachen, aber überaus prägnanten Stil findet Judith Hermann mühelos wieder, und sie lotet mit einem sensiblen Ton die Befindlichkeiten ihrer Hauptfiguren in berührender Weise aus. Bei einigen Geschichten erreichen ihre Erzählungsabschlusssätze meisterhafte Könnerschaft und entfalten eine oft magische Wirkung. 17 poetische und jederzeit lesenswerte Erzählungen. (S. Fischer, 18,99 Euro)


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