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Led Zeppelin Presence


Zu Beginn der nun vollendeten Remaster-Serie betonte Jimmy Page, für ihn sei diese Arbeit eine des Weitergebens: Die Nachwelt solle lernen können von dem, was damals geschah, so wie er es damals von seinen Vorgängern gelernt habe. Das ist vermutlich keine Überheblichkeit – in Pages Begeisterung schwingt das Wissen mit, die Einmaligkeit von Led Zeppelin nicht geplant haben zu können. Zu mächtig ist die zufällige Verdichtung des Moments, die zu Led Zeppelin führte, als dass man sich dessen zu sehr rühmen könnte.

Jetzt liegen die letzten drei Alben als Remaster vor – „Presence“ (1976), „In Through The Out Door“ (1979, ★★★★) und „Coda“ (1982, ★★★★1/2). Da vorab nur digitale Daten verschickt wurden, lässt sich die Art und Qualität der Bearbeitungen schlecht beurteilen; vielleicht kann man sagen, dass „Tea For One“ (von „Presence“) nun ein wenig von der hysterischen Schärfe des Originals verloren hat. Dass „South Bound Saurez“ etwas fleischiger wirkt als das Original auf „In Through The Out Door“. Und so weiter. Spannender sind ohnehin die Goodies, die Page aus den Archiven geholt hat. Im Fall von „Presence“ und „In Through The Out Door“ sind das vor allem Rough-Mixes der bekannten Lieder; die schönste Zugabe ist ein bislang unbekanntes Instrumental namens „Ribs & All/Carrot Pod Pod (Pod)“: Jones spielt ein schönes Jazzballadenklavier.

Mehr Überraschendes gibt es auf dem Beiwerk zu „Coda“, ohnehin eine „posthum“ veröffentlichte Outtakes-Sammlung. Page benutzt die Begleit-CDs, um die vielleicht ja letzten Schätze des Gesamtwerks zu bergen. Unter anderem toll: eine frühe, völlig andere Version von „When The Levee Breaks“ vom vierten Album; ein „Sugar Mama“ betitelter Blues-Beat-Jam aus den Sessions zum Debüt; Aufnahmen von „Friends“ und „Four Sticks“ , die Page und Plant 1972 mit dem Bombay Orchestra machten. Schließlich das aus den Aufnahmen zum dritten Album stammende Instrumental „St. Tristan’s Sword“, das unvollendet blieb, doch noch einmal den unfassbaren Sound vorführt.


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