Manic Street Preachers Send Away The Tigers


Weil dieses Album den Manics neues Blut in die Venen gepumpt haben soll, gibt es eine Jubiläumsedition. Der Synthie­pop von „Lifeblood“ (2004) war gefloppt, ebenso das „Viva ­Fidel Castro!“-Epos „Know Your Enemy“ (2001). Der Ausweg: Reißbrett­hymnen. Wie im Duett mit Nina Persson, das im Chorus anmutet, als würde James Dean Bradfield im Bierzelt mit dem Humpen dreimal auf den Tisch hauen („Your love alone is not enough, not enough, not enough“), dazu die „A Design For Life“-Walzer­kopie „Indian Summer“ und milde politische Kommentare: „God, I feel like a liberal.“

Für das Reissue entfernte die Band lediglich den Mega­schweine­rock „Underdogs“ und ersetzte ihn durch die B-Seite „Welcome To The Dead Zone“.

Es sind die B-Seiten, die das Set zur Ausnahme machen. Sie sind so grandios, weil sie enthemmt klingen. „Heyday Of The Blood“ ist ein Gigant, und mit ihrer Version von Rihannas „Umbrella“ beteiligten die Manic Street Preachers sich am beliebten Spiel Bands veredeln R&B-Hits. (Sony)

Kooperation

Manic Street Preachers :: Everything Must Go 20th Anniversary Edition


Coldplay: Geschichte einer enttäuschten Liebe

Was ist nur aus dieser Band geworden, die einmal so treffend den „Trouble“ nach der verloren gegangenen Liebe besang, sich in die Gehirnwindungen eines Wissenschaftlers vergraben konnte, das erbarmungslose Verstreichen der Lebenszeit in eine grelle Klavier-Tanz-Nummer überführte und den Titel eines ihrer kürzesten und schönsten Songs dem goldenen Mantra eines Kultbuchs für Nerds und Studenten entlieh? Ich muss zugeben, dass ich an Coldplay verzweifle. Ich kann nicht begreifen, wie es möglich sein kann, dass vier doch recht begabte Typen, die einen Haufen unsterblicher Lieder geschrieben haben, plötzlich aufgehört haben, Musik zu machen. Oder wenigstens Musik, die berühren will. Wie sensibel…
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