Meg Wolitzer Die Stellung

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Wenn man 1966 in Indien als Paar das Kamasutra entdeckt, muss man in den Siebzigern keinen Sexratgeber mit expliziten Darstellungen seiner selbst schreiben. Wenn der aber zum Bestseller wird und die vier Kinder das schockierende Buch entdecken, kann dies sehr wohl den Beginn eines generationsübergreifenden Gesellschaftsromans markieren, weil man so wunderbar die Entwicklung der Geschwister beschreiben kann: Das depressive Sensibelchen hat 30 Jahre später mit Potenzstörungen zu kämpfen, der Bruder ist ein homosexueller Republikaner, eine Schwester eine Kind gebliebene Filmstudentin, die andere war einst die drogenaffine Ausreißerin. Die Eltern sind naturgemäß längst geschieden und sollen sich dazu aufraffen, das Buch noch einmal herauszugeben. Meg Wolitzers Great American Novel von 2005 ist solide erzählte Prosa ohne akrobatische Verrenkungen, die ja auch beim Sex nicht immer hilfreich sind.

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