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Norah Jones Day Breaks

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Man kann nicht sagen, dass Norah Jones’ letztes Album eine ­knallige Sache gewesen wäre. Aber auf „Little Broken Hearts“, von Danger Mouse produziert, der mit seinem Erste-Hilfe-Kasten voll staubigem Kram aus verhallten Effekten und twangenden Gitarren vorbeigeschaut hatte, fand man doch ein paar überraschende Klangfarben – jedenfalls verglichen mit den folkjazzy Sounds ihrer ersten Alben, die vom dankbaren Publikum so eifrig gekauft wurden, dass sie Platin erreichten.
An den Vorgänger erinnert auf diesem sechsten Album jetzt nur noch der recht ominös getönte Titelsong. Die meisten Tracks bleiben eher akustisch und heruntergedimmt arrangiert.

Ungefähr gut zur Hälfte hat man es mit Songs zu tun, die man in Singer-Songwriter-­Kreisen „mellow“ nennt. Das Paradebeispiel dafür ist „Tragedy“, das gerade nicht tragisch, sondern gerade mal leichthin selbstvergessen bis angenehm diskret klingt – so übel das Geschehen sein mag, man drängt dem Hörer keinen Gefühlsschwall auf. Ähnlich verfährt sie auch auf Neil Youngs mit ein paar Bläsern stimmig ausgeschmücktem „Don’t Be Denied“ und auf „Carry On“, das mit seinem sumpfigen Südstaatenrollen eines der besten Stücke des Albums ist.

Snorah? Na ja!

Zum anderen betont Norah Jones aber ihre Jazzvergangenheit. Sie setzt auf ihr Klavier (statt auf die Gitarre), zischelnde Drums und weiche Jazzbässe, dazu hört man mal die Hammond von Dr. Lonnie Smith – und Wayne Shorters Saxofon. Bei „Peace“ von Horace Silver, das Jones schon für ihre allererste EP betextet hat, und Ellingtons „Fleurette Afri­caine“, das sie nur summt, spielt Shorter ganz ausgezeichnete, zärtliche und inspirierte Soli.

Das Album ist innerhalb dieses Rahmens natürlich durchweg in geschmackvollen Tönen gehalten, es ist kennerhaft produziert, und Norah Jones croont selbstverständlich hochelegant und samten – niemand würde bestreiten, dass sie ­eine klasse Stimme hat. Dass manche sie Snorah nennen, ist daher schon etwas unfair. Aber auch nicht ganz unpassend. (Blue Note/Universal)

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