• 'Oh Boy'

    Oh Boy

    - Regie: Jan-Ole Gerster

    Eines der mutigsten, witzigsten, sinnlichsten deutschen Kinowerke seit Jahren ist Gersters Spielfilmdebüt, das ähnlich wie David Wnendts „Kriegerin“ dem Zuschauer die Emotionen eines zwiespältigen Charakters zumutet. Sein Porträt eines ziellosen Endzwangigers enthält mehr Fragen als Antworten, zeigt eher, als dass es bewertet, und stellt den klar strukturierten Erwartungen der Gesellschaft ein diffuses Lebensgefühl gegenüber. Niko […] mehr…

  • Trail Of Dead

    …And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Cataconic

    Trail of Dead exerzieren in „Cataconic“ ihren frontalen Rock-Entwurf  wieder bis ins Kleinste durch, spielen das Klischee des heruntergekommenen Rockstarsgenüsslich aus und geben sich mit harschen Gitarrenvibes und -Soli minutenlang musikalisch die Kante.  Im Clip zum Track treiben sie es auf die Spitze, mimen den gesellschaftlichen Abstieg und lassen sich von Koks und Pöbelein in […] mehr…

  • Foxes

    Foxes - White Coats

    Louisa Rose Allen alias Foxes ist eine von diesen jungen, britischen, studierten, hochtalentierten Musikerinnen, denen man gerne schon vor dem ersten Album den „Hot Shit“-Stempel auf die Stirn drückt. So auch bei „Foxes“, deren aktuelle EP „Warrior“ oft zum Vorboten des nächsten Hype-Albums stilsiert wird, auf dass es Lykke Li und Florence And The Machine […] mehr…

  • Martha Wainwright

    Martha Wainwright - Come Home To Mama

    Der König des Totenreichs hat ihre Tochter Proserpina entführt! Doch tapfer kämpft die Mutter Ceres um das Mädchen; klagend steht sie am Tor zur Unterwelt und fordert und fleht: „Come home to Mama!“ – „Proserpina“ heißt die erste Single und das Herzstück des neuen Albums von Martha Wainwright; es ist auch das letzte Stück, das […] mehr…

  • Two Door Cinema Club

    Two Door Cinema Club - Sun (Robert DeLong Remix)

    Vorteil an diversen Remixen ist ja einfach der, dass Indietronic-Songs es dann auch schaffen, in Elektroschuppen gespielt zu werden, die auf ihr Minimal-DJ-Set nicht unbedingt bestehen. So könnte hier jetzt auch „Sun“, zweiter Song der aktuellen LP „Beacon“ von Two Door Cinema Club den Soundtrack für durchfeierte Nächte in Großstadt-Diskotheken liefern. An den Track besinnt […] mehr…

  • Tracey Thorn

    Tracey Thorn - Tinsel And Tinsel

    Weihnachtsalben sind eine schwierige Übung. In Großbritannien und den USA haben sie eine lange Tradition, in Deutschland kennt man sie höchstens von Heino oder James Last. Aber egal, ob sich Elvis Presley, Bob Dylan oder Slade dem Genre annahmen – das Vergnügen ist meist fragwürdig. Tracey Thorn macht da keine Ausnahme: zwölf Songs, die sich […] mehr…

  • Hans Unstern

    Hans Unstern - The Great Hans Unstern Swindle

    Die moderne junge Frau, entnehme ich trendbestimmenden Lifestyle-Organen wie „Die Zeit“ und „Wild und Hund“, wünscht sich vom modernen jungen Mann wieder mehr männliches Selbst- und Körperbewusstsein und weniger weichlichen Selbstzweifel. Nicht das überzüchtete Einfühlungsvermögen des metrosexuellen Mädchenverstehers ist gegenwärtig gefragt, sondern die erotisch animierende Rücksichtslosigkeit des brünftigen Rüpels. Ist Hans Unstern mithin ein hoffnungslos […] mehr…

  • Madness

    Madness  - „Oui Oui, Si Si, Ja…

    Bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in London überraschte uns ein Wagen, der die ältlichen Komödianten von Madness mit „Our House“ als Ausweis britischer Gastfreundschaft und Gemütlichkeit präsentierte. The Jam, zum Beispiel, hatten es nur auf den Soundtrack zum Fest geschafft. Lee Thompson flog sogar wie in den albernsten Tagen mit seinem Saxofon über dem […] mehr…

  • 'Robot &Frank'

    Robot & Frank - Regie: Jake Schreier

    Der Zukunft verweigert er sich schon lange, und nun verblasst langsam auch die Vergangenheit: Der einstige Juwelendieb Frank (Frank Langella) ist an Demenz erkrankt, weshalb ihm sein Sohn Hunter (James Marsden) einen Pflegeroboter kauft. Der weicht dem störrischen Senior mit seiner unnachgiebigen Fürsorge nicht mehr von der Seite. Das bringt Frank auf die Idee, ihn […] mehr…

  • Cody ChesnuTT

    Cody ChesnuTT - That’s Still Mama

    Der Kickstarter „That’s Still Mama“ katapultiert Cody ChesnuTT zurück in die musikalische Szene und den Hörer ohne Umschweife in die 60er Jahre. Zu Beginn imponiert der Sänger direkt mit einem Bläser-Intro, dass mit dreschenden Drums in die Welt der Big Bands entführt und ebenso gut dem Soundtrack eines Spike Lee-Films zugerechnet werden kann. Im Speziellen […] mehr…

  • Mick Flannery

    Mick Flannery - Gone Forever (Live)

    Ein kühles Guinness serviert an einem dieser berühmt-berüchtigten Sauwetter-Tage in einem winzigen Pub in einer Ecke von Cork. Absolut egal, dass die Schuhe durch sind, die Stimmung könnte nicht gelöster sein. Auf der Bühne sitzt mit seiner Akusktik-Gitarre so ein attraktiver Kerl in Holzfällerhemd und singt von vergangener Liebe. Er spült einen Pint nach dem […] mehr…

  • Tift Merritt

    Tift Merritt - Traveling Alone

    Souveräne Country-Songs, von einer Top-Studioband gespielt. Zehn Jahre nach ihrem gefeierten Debüt „Bramble Rose“ ist sie weder die neue Lucinda Williams noch die nächste Emmylou Harris geworden, sondern glücklicherweise einfach Tift Merritt geblieben. Und die hat, selbst wenn sie – wie vor ihrem fünften Studio-Album – erneut ohne Vertrag und Management dasteht, längst einen Ruf, […] mehr…

  • Dead Fingers

    Dead Fingers - Dead Fingers

    Ein bisschen der frühe Rod Stewart: Indie-Duo mit Blues-Folk. Vielleicht hätten sie sich lieber The Taylors nennen sollen. Aber natür­lich wollten Taylor Hollingsworth (der schon bei Conor Oberst mitspielen durfte) und Kate Taylor (Marias Schwester) nicht das Naheliegendste wählen. Aber mal ehrlich: Was erwartet man bei einem Bandnamen wie Dead Fingers? Der hätte doch eher […] mehr…

  • Benjamin Gibbard

    Benjamin Gibbard - Former Lives

    In seinem früheren Leben ist Benjamin Gibbard viel herumgekommen. Er hat in mehreren Bands gespielt, mal in Seattle, mal in Los Angeles gewohnt, mal war er Trinker, mal abstinent. Er hatte ein paar Beziehungen, die alle in die Brüche gingen – zuletzt die Ehe mit Zooey Deschanel. Auf „Former Lives“ fasst Gibbard nun zusammen, was […] mehr…

  • Jeremiah-Jonathan

    Jonathan Jeremiah - Gold Dust

    Sich ganz demonstrativ in der Verygangenheit zu bedienen, ohne nur wie eine angefledderte Seite aus dem Geschichtsbuch zu klingen – diese Übung beherrschte der Londoner Sänger und Songschreiber mit dem eindringlichen Bariton und dem Faible fürs ganz große Streicher-handwerk im vergangenen Jahr auf seinem Debüt „A Solitary Man“ ziemlich gut. Und wenn deutsche Film­komödienschaffende von […] mehr…

  • Ty Segal

    Ty Segall - Twins

    Drei Langspieler (plus eine Singles-Compilation) in einem Jahr sind selbst dann eine solide Leistung, wenn man sie wie der US-Songwriter Ty Segall stets auch als Stil-Etüden begreift. Diese hier zum Beispiel, so kann man es in aktuellen Interviews nachlesen, widmete er einer nicht näher bezeichneten, ihn jedoch offenbar schwer beeindruckenden Fuzzbox, die nun mit fröhlichem […] mehr…

  • Angel's Share

    Angels‘ Share- Ein Schluck für die Engel - Regie: Ken Loach

    Die Gegenwart bietet immer noch genug Stoff für die Sozialdramen des Filmemachers Ken Loach („Raining Stones“, „It’s A Free World“). Vermutlich sogar mehr denn je. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, seit dem Börsencrash von 2008 haben die Anleger ihre Verluste nicht nur ausgeglichen, sondern saftige Gewinne gemacht, und sogar Konservative stellen […] mehr…

  • Lena

    Lena - Stardust

    Ach Gott, schon wieder Lena Meyer-Landrut! Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die immer noch erst 21 ist, weil man doch das Gefühl hat, sie seit Jahren jeden verdammten Tag zu sehen. 2010 „Eurovision Song Contest“ gewonnen, 2011 Zehnte geworden, zwei Nummer-eins-Alben, eine nicht so ausverkaufte Tour, die quälende „Durch die Nacht mit …“-Sendung mit […] mehr…

  • Jason Lytle

    Jason Lytle - Department Of Disappearance

    Der Grandaddy-Sänger gibt den melodiesicheren Gipfelstürmer. Ob sich die kürzlich wieder vereinigte Psych-Pop-Band Grandaddy bald auch zu gemeinsamen Studioaufnahmen durchringen kann, steht noch in den Sternen. Dass Sänger Jason Lytle die Lust an zart besaitetem Space-Rock, interstellaren Keyboardklängen und himmlischen Harmoniegesängen nicht verloren hat, beweist er in der Zwischenzeit mit seinem zweiten regulären Soloalbum. „Dept. […] mehr…

  • The Sea And Cake

    The Sea And Cake - Harps

    Man hört es Sam Prekop, Archer Prewitt, John McEntire und Eric Claridge an, dass sie schon zwanzig Jahre zusammen musizieren. Eine Leichtigkeit, wie sie bei „Harps“ mitschwingt, dem zweiten Song ihres aktuellen Albums „Runner“, kann man wohl nur erschaffen, wenn die Wellenlänge stimmt, wenn der eine genau weiß, was der andere kann. Und die Ruhe […] mehr…