• Lana Del Rey

    Lana Del Rey

    - Born To Die

    Musikjournalisten sind normalerweise nicht so leicht entflammbar. Doch als ich im letzten Sommer Lana Del Reys „Video Games“ bei YouTube entdeckte, war das schon eine Art popkulturelle Epiphanie: Die hübsche Sängerin mit den seltsam verspritzten Lippen, die grobkörnigen Retro-Bilder eines längst untergegangenen Amerikas und vor allem die schwere Süße der symphonischen Musik. All das bündelte […] mehr…

  • Old Ideas Cover von Leonard Cohen

    Leonard Cohen - Old Ideas

    Es ergibt keinen Sinn, bei Leonard Cohen von einem Alterswerk zu sprechen, denn jedes seiner Alben ist ein Alterswerk. Das Ende war schon immer nah, wenn er von den Frauen in seinem Leben sang oder von Gott. Er mag mit den Jahren weiser geworden sein, der Erleuchtung näher gekommen als wir transzendental Obdachlosen, doch er […] mehr…

  • The Knechtsand

    The Knechtsand - Reisen

    The Knechtsand ist eine nostalgische Band, die ihre Wurzeln zwischen Hamburg und Sylt hat und ihren Namen einer sagenumwobenen Sandbank im niedersächsischen Wattenmeer verdankt. Ihr Album „Reisen“ handelt – natürlich – vom Aufbruch und Verlassen der Heimat, um die Liebe zu ebendieser neu zu entdecken. Die „Reise“ führt die Band musikalisch zurück in die 70er-Jahre. […] mehr…

  • Wiley

    Wiley - Evolve Or Be Extinct

    Was mir an britischem HipHop so gut gefällt: Er klebt mit dem Ohr noch immer an der Straße und nicht an der Karosserie eines 500.000$-Neuwagens. Man spürt eine Unzufriedenheit, die schnell zu einer rasenden Wut anwachsen kann. Wer weiß schon, was auf den Mobiltelefonen der Londoner Plünderer im letzten Sommer lief? Wiley nimmt die Malaise […] mehr…

  • Kriegerin

    Kriegerin - Regie: David Wnendt

    Zwischen Klamotte und Kunstfilm hat das deutsche Kino noch immer nicht sein emotionales Gleichgewicht gefunden. Trotz der hoffnungsvollen Entwicklung der vergangenen Jahre wirkt es zu verklemmt, so als traue es sich nicht dorthin, wo es wirklich wehtut. Die sogenannte Berliner Schule um Christian Petzold mag ihre brillanten Momente haben, verleitet etliche Regisseure allerdings zu einem […] mehr…

  • Nada Surf

    Nada Surf - The Stars Are Indifferent To…

    Ach, wie schön war es, als man sich noch ziellosen Träumen hingeben konnte. Im zartbitteren „When I Was Young“ verkleiden sich Nada Surf als Folkrocker, um sich mit niedlichem Satzgesang zu hübschen Fingerpickings an die unbeschwerte Naivität des Jungseins zu erinnern. „Now I’ve grown up/ I wonder what was that world I was dreaming of“, […] mehr…

  • Lambchop

    Lambchop - Gone Tomorrow

    So beschwingt, wie in „Gone Tomorrow“ hört man den notorischen Vokalgrummler Kurt Wagner nur selten. Es scheint fast so, als freue er sich auf diesen Aufbruch oder Abschied, den er dort besingt. Aber bei Kurt Wagner und seiner üppig besetzten Band Lambchop darf man sich natürlich bei solch vordergründigem Wohlklang nicht zu lange sicher fühlen. […] mehr…

  • First Aid Kit

    First Aid Kit - The Lion’s Roar

    Einbildungskraft schlägt Erfahrung. Das wussten schon die Motown-Schreiber, die den Temptations eine Frau auf den Leib fantasierten, die sie – „Just My Imagination“ –  in Wirklichkeit nicht mal kannten.  Das machten über 40 Jahre später auch Klara und Johanna Söderberg deutlich, die 2008 auf ihrer Debüt-EP „Drunken Trees“ mit schweren Beziehungskisten wie „You’re Not Coming […] mehr…

  • Filmposter: Verblendung

    Verblendung - Regie: David Fincher

    Da fehlt etwas. Das war mein erster Gedanke, als ich vergangenen Monat „Verblendung“, den ersten Film der „Millenium“-Trilogie des verstorbenen schwedischen Autoren Stieg Larsson, das erste Mal sah. Auch beim zweiten Mal war da noch diese Enttäuschung. Wie hätte die auch nicht da sein sollen? David Fincher, Regisseur einer handvoll Filme, die ich verehre, angefangen […] mehr…

  • Pink Floyd - Wish You Were Here (Immersion…

    Singende Weingläser wurden nie sinnfälliger und origineller eingesetzt als bei diesem Album, mit dem sich die Band nach „The Dark Side Of The Moon“ neu erfinden musste. Zusammen mit den Klängen „prähistorischer Synthesizer“ (so nennt sie Mark Blake seinen Liner Notes) sorgten sie für diese unvergleichlich melancholische Einleitung zu einer Song-Suite, die womöglich doch das […] mehr…

  • The Who – Quadrophenia (Director’s Cut)

    Zwei Jahre trennen die jugendkulturellen Szenen, die George Lucas in dem Film „American Graffiti“ und Pete Townshend in dem drei Monate danach veröffentlichten Album „Quadrophenia“ beschreiben. Während Lucas das Leben in einer kalifornischen Kleinstadt von 1962 so unendlich nostalgisch verklärt, rückte Townshend das sozialkritisch verschärft ins Zentrum seiner Geschichte des 1964 unter großen seelischen Qualen […] mehr…

  • The Cure – Bestival live 2011

    Die vergangenen zwei Jahre standen bei The Cure im Zeichen der Versöhnung und retrospektiven Betrachtung des eigenen Werks. Während die längst angekündigte Veröffentlichung des zweiten Teils von „4:13“ auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, holte Robert Smith den alten Gefährten Roger O’Donnell zurück und für einige Konzerte sogar den Ur-Cure-Schlagzeuger Laurence Tolhurst. Gemeinsam mit Simon Gallup […] mehr…

  • Guided By Voices - Let Go Eat The Factory

    Die Platte läuft noch keine fünf Minuten, da ist man schon rundumversorgt; hat das dumpf-scheppernde Schlagzeug in „Laundry And Lasers“, die chromatischen Gitarrenläufe in „The Head“ und das Ein-Ton-Flötenspiel, das die herrlich verstolperte Popminiatur „Doughnut For A Snowman“ einleitet, hinter sich: Willkommen im Lo-Fi-Kosmos von Guided By Voices. Wieder einmal. Robert Pollard tut auf „Let’s […] mehr…

  • Big Deal - Lights Out

    Die Britin Alice Costelloe und der Amerikaner Kacey Underwood präsentieren wunderbar verträumten Noise-Pop wie „Locked Up“ oder „Summer Cold“, der manchmal ein wenig an Mazzy Star erinnert. Zwei Stimmen, zwei Gitarren, alles untrennbar verschlungen – das reicht für ein respektables Debüt. mehr…

  • Me And Cassity - Appearances

    One-Hit-Wonder sind oft traurige Jungs. Sie machen auf Oldiefesten den Affen oder mischen angezeigte Zutaten wahllos zusammen, um doch noch eine neue Erfolgsrezeptur zu finden. Dirk Darmstaedter ist ein One-Hit-Wonder, aber eine traurige Gestalt ist er nicht. Als Sänger der Jeremy Days stand er dem Verführer Hype Aug in Aug gegenüber, 1988/89 war das, als […] mehr…

  • Diagrams - Black Light

    Diagrams - Black Light

    Hinter Diagrams verbirgt sich Sam Genders, ehemals Co-Songwriter und –Sänger der britischen Folktroniker Tunng. Die sanfte Stimme erkennt man wieder, doch das Backing hat sich vollkommen gewandelt, statt zirpender Gitarren und brüchiger Elektronik setzt Genders auf zarte Melodien, hübsche Harmonien und einen milden Funk-Groove. Manchmal muss man an José González’ Band Junip denken, manchmal gar […] mehr…

  • Luise Pop

    Luise Pop - Time Is A Habit

    Ohne Vorwissen hätte ich nicht gemerkt, dass dies eine Art Riot-Grrrl-Platte sein soll. Aber okay, die kleine Band Luise Pop, früher Wien, jetzt Berlin, hatte schon früher ein Stück namens „Feminist Terrorists“ und eines namens „Boys“, in dessen Video ein fremder Junge der Sängerin die Gitarre wegnimmt, weil er lieber selbst spielen will. Da kann […] mehr…

  • Kathleen Edwards - Voyageur

    Kathleen Edwards - Voyageur

    Wo sind all die Küsse hin, wo sind sie geblieben … Diesen Moment einzufangen, in dem die Liebe den Raum verlässt, ist keine kleine Kunst. Für Kathleen Edwards wurde sie anscheinend erfunden. „You don’t kiss me/ Not the way that I wish you would/ Maybe I don’t look at you in a way/ That makes […] mehr…

  • The Big Pink - Future This

    The Big Pink - Future This

    Nach dem Debütalbum „A Brief History of Love“, das mit „Dominos“ und „Velvet“ zwei veritable Indie-Hits enthielt, haben sich Milo Cordell und Robbie Furze erst einmal in Ruhe gefragt, wie es nach so viel Kritikerlob weitergehen soll. Rückblickend schien ihnen der Erstling eine zu düstere Ausstrahlung zu haben – fortan sollte allein der Spaß regieren […] mehr…

  • Laura Gibson - La Grande

    Laura Gibson - La Grande

    Bis jetzt hatte Laura Gibson Zeit. Auf ihren bisherigen Veröffentlichungen entwickelte sich die Musik in aller Ruhe und ordneten sich die Lieder keinem Dreiminutenformat unter. Gibson rollte ihre Silben aus, als würde sie deren Klang beim Singen studieren. Zu lang gezogenen Waldhörnern und Streichern entstanden Folk-Zeremonien, die zum Besten gehörten, das uns aus Portland erreichte. […] mehr…