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    Laura Marling

    - A Creature I Don’t Know

    Leicht sepiafarben, kupferstichig und altklug war ihre Kunst schon immer. Laura Marling musste nie durch den Coming-of-Age-Quatsch waten, sondern klang gleich wie nach einem Marsch durch Tennessee, Appalachen und West Midlands, wie eine Magierin à la Sandy Denny und Joni Mitchell. Weise, vernarbt, windschön. Was an der letzten Platte trotzdem noch zu gediegen und formelhaft […] mehr…

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    Wingenfelder: Wingenfelder - Besser zu zweit

    Die Ex-Fury-Brüder singen von den Sorgen ihrer Generation. Zu keiner Zeit sind Männer so unzufrieden wie in den Jahren zwischen 40 und 50, fanden US-Forscher heraus. Der Rücken zwackt, Haare auf dem Kopf werden weniger, dafür sprießen sie ungestutzt aus Nase und Ohren. Kinder aus dem Haus, Ehen im Leerlauf, auf die Sinn- folgt meist […] mehr…

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    Ry Cooder - Pull Up Some Dust And…

    Der Gitarren-Ethnologe hat wieder große Protestsongs parat. Das späte Coming-Out des 64-jährigen Gitarren-Ethnologen aus Los Angeles als Agit-Pop-Historiker überzeugt schon seit dem famosen Konzeptwerk „My Name Is Buddy“. Dabei muss man Cooders Kulturpessimismus nicht teilen, um große Freude auch am neuen Album zu haben. Denn dieser Zeigefinger animiert auch zum Lachen. Nichts zu lachen haben […] mehr…

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    Bombay Bicycle Club - A Different Kind Of Fix

    Die Briten orientieren sich um und machen tollen Dreampop. Wieder alles anders beim Bombay Bicycle Club: Die Londoner wenden sich mit ihrem dritten Album vom leisen Barden-Folk des letztjährigen zweiten Albums, „Flaws“, ab und machen eine neugierige New-Wave-Dreampop-Platte. Schon als man die neue Single, „Shuffle“, gehört hatte, wusste man, dass kein Weg zurückführt. Das elektronisch […] mehr…

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    Butcher Boy - Helping Hands

    John Blain Hunt gelingen wieder aus der Zeit gefallene Klassiker. Der Sommer, so ist allenthalben zu hören, trägt in diesem Jahr ein Lumpenkostüm und existiert ohnehin nur, um den Winter zu vermissen. Aber auch so brauchen wir unsere Begleitlieder für die mittleren und schweren Zeiten (also immer). Butcher Boy aus Glasgow sind da ein zuverlässiger […] mehr…

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    Gillian Welch - The Harrow & The Harvest

    Die Songschreiberin reduziert ihre große Kunst auf den Akustik-Kern. Acht Jahre. Altstars leisten sich solche Veröffentlichungspausen, um noch mal die Erwartungshaltung der Gemeinde zu kitzeln. Gillian Welch, bald 44, hat seit 1996 gerade mal vier Alben gemacht (die freilich ein Genre mitdefinierten). Und kann es sich doch schon leisten, allein ihrer Muse zu folgen. Mit […] mehr…

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    Portugal. The Man - In The Mountain In The…

    Austarierter Dreampop: Die Alaskaner haben weiterhin einen Lauf. Seit sechs Jahren haben Portugal. The Man einen Lauf. Schon das sechste Album liegt nun vor, das ist so sehr die alte Schule wie die Musik der Alaskaner ohnehin. Man muss diesen großen Output wohl eher als einen großen Jam verstehen – natürlich ist nicht alles kontrolliertes […] mehr…

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    Beirut - The Rip Tide

    Sympathische Dudelmusik von Zach Condon – mit Ukulele! Die alten Trendnasen hatten mal wieder recht: Die Ukulele kommt zurück! Jetzt sogar die, die gar nicht so lange weg war – die Ukulele von Zach Condon, dem kleinen Träumer, der 2006 alle mit seinem herrlichen Album „Gulag Orkestar“ überraschte. Im Zimmerchen in New Mexico hatte er […] mehr…

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    Richmond Fontaine - The High Country

    Willy Vlautin entwirft eine nuancenreiche Americana-Geschichte. Was so klingt wie die trivialste aller Schundliteratur-Romanzen, entpuppt sich auf „The High Country“ als ergreifende Beziehungsstudie: Zwischen der Angestellten eines Auto-Ersatzteillagers und einem Mechaniker entspinnt sich eine zarte Liebe. Willy Vlautin, Sänger und Songschreiber von Richmond Fontaine, hat diese Geschichte im rauen Milieu von Portland angesiedelt. 2006 erschien […] mehr…

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    Tinariwen - Tassili

    Staubtrockener Wüstenblues mit prominenter Unterstützung Ohne Zweifel seit Jahren der größte musikalische Exportschlager der südlichen Sahara: der knochentrockene Desert-Blues von Tinariwen, der schon weitaus bekanntere Kollegen wie Carlos Santana, Robert Plant oder auch die Rolling Stones in seinen Bann zog. Für ihr neues Werk hat sich die 1982 in einem libyschen Militärcamp gegründete Tuareg-Truppe prominente […] mehr…

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    Boy - Mutual Friends

    Zwei Freundinnen überraschen mit bezaubernden Popsongs. Sehr irreführend, dieser Name eines deutschen Popduos. Man erwartet unweigerlich ein überwiegend in Schwulenkreisen beliebtes Dance-Projekt. Dann auch noch dieser scheinbar belanglose Albumtitel … Bis einem aufgeht: Genau, die „Mutual Friends“, die gemeinsamen Freunde – das sind die Songs von Valeska Steiner und Sonja Glass (ja, Boy sind Girls!), […] mehr…

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    Barbra Streisand - What Matters Most

    Opulente Schwermut mit melodramatischen Balladen Es empfahl sich immer schon, mit der Streisand befreundet zu sein. Eine Filmrolle, ein Auftritt, ein Auftrag wurde schon vielen zuteil, die der Unvergleichlichen binnen 40 Jahren geholfen haben. Nun bedankt sie sich bei dem Ehepaar Marilyn und Alan Bergman, die für Songs wie „Solitary Moon“, „Alone In The World“ […] mehr…

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    dEUS - Keep You Close

    Suche nach Konstanz: empfindlich-romantische Indie-Dramen Warum muss alles Gewohnte irgendwann einmal enden? Warum kann nicht alles so bleiben, wie es war? Nachdem sich die Streicher so hochdramatisch geriert haben, als eröffneten sie ein Kinomelodram, verwandelt Tom Barman „Keep You Close“, den Titelsong des neuen dEUS-Albums, in eine Ode auf die Treue, singt gegen den stetigen […] mehr…

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    Klee - Aus lauter Liebe

    Die Kölner klingen auf ihrem Konzeptalbum seltsam müde. Uff! Das haben sich die sympathischen Kölner, einst unter dem Namen Ralley dem Indie-Pop verschrieben, doch nicht selbst ausgedacht? Eine Fotostrecke in der Stadt der Liebe! Im Hintergrund der Eiffelturm, vorneweg unscharfe Rotweingläser! Gesehen durch gilbrig-gelben Retro-Filter! Ist das hier eine „Brigitte“-Sonderedition? Vor dem Eiffelturm, da durften […] mehr…

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    Megafaun - Megafaun

    Verschlungene Folk-Songs von drei hochtalentierten Hippies Megafaun, das sind drei bärtige Erz-Hippies, die sich sicher nicht ohne Grund nach dem römischen Waldgott Faunus benannt haben. Von dessen ausschweifendem Fruchtbarkeits-Fest Lupercalia sang ja neulich erst Patrick Wolf, und Debussy hat ihm seinen größten Hit zu verdanken. Die artifiziellen Geziertheiten der Europäer findet man bei den Appalachen-Bewohnern […] mehr…

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    Waters - Out In The Light

    Der melancholische Port-O’Brien-Chef wagt einen Neuanfang. Alles auf Anfang. Im Frühjahr 2010 löste sich Port O’Brien auf, sein Projekt mit Freundin Cambria – und Van Pierszalowski tauchte in Norwegen ab. Keine Lust auf Musik, aber beim Oslo-Bummel und beim Schwimmen im Fjord fand der Mann aus Alaska nach und nach einen neuen Fokus, musikalisch wie […] mehr…

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    Jon Windle - Step Out The Man

    Zu vorhersehbarer Brit-Rock vom Ex-Little-Man-Tate-Sänger Die jungen Wilden sind längst die alten Wilden, die Jungen längst die gewieften Routiniers. Jon Windle, der mit dem Quartett Little Man Tate hemdsärmeligen Mainstream-Working-Class-Rock produzierte, ist weder richtig jung noch richtig wild, dafür aber ein guter Handwerker. Und mit „Step Out The Man“ hat er sich einen Traum von […] mehr…

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    The Horrible Crowes - Elsie

    Brian Fallon verzichtet auf laute Riffs, bleibt aber ein Romantiker. Nach den Konzerten seiner Band The Gaslight Anthem sitzt Sänger/Gitarrist Brian Fallon oft mit seinem Kumpel Ian Perkins im Tourbus und hört Musik. Tom Waits, PJ Harvey, Afghan Whigs – dunkel muss es sein und ein bisschen gebrochen. Fallon erkennt in solchen Liedern die andere […] mehr…

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    Glen Campbell - Ghost On The Canvas

    Anrührendes Abchiedswerk des großen Sängers und Gitarristen In seinen Notizen zu diesem Album erzählt Glen Campbell auf einer schmalen Seite noch einmal seine eigene Geschichte. Er erzählt sie knapp, bescheiden und „mit einem Lächeln“ – so hielt er es immer. Der Gitarrenvirtuose in der „Wrecking Crew“ spielte in den 60er-Jahren präzise seine Licks, der Sänger […] mehr…

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    Kasabian - Velociraptor!

    Ein halber Klassiker mit psychedelisch aufgeladener Popmusik Weil nach dem Ende von Oasis der Job der größten Großmäuler des Britpop frei geworden ist, verkünden Kasabian, mit „Velociraptor!“ einen modernen Klassiker geschaffen zu haben, wie es seit 15, 16 Jahren keinen mehr gab. Und das würde vielleicht sogar stimmen, wenn alle Songs so gut wären wie […] mehr…