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    Max Raabe

    - Küssen kann man nicht alleine

    Witzig-melancholische Lieder des formvollendeten Sängers Es soll Menschen geben, die Max Raabes Chanson-Manierismen, die Beschwörung von patinierter Grand-Hotel-Seligkeit und laszivem Schlager-Schwof, verdächtig bis unerträglich finden. Wie der etwas saloppere Bruder Leichtfuß, Ulrich Tukur, pflegt der Sänger Wortwitz und Melancholie, Attitüde wie Sentiment aus vergangener Zeit – sie glorifizieren (muss man es schreiben?) die Freiheit und […] mehr…

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    Christian Kjellvander - The Rough And Rynge

    Karg-melancholisch grundierte Oden der Zivilisationsflucht Es soll eine E-Mail geben, die Christian Kjellvander nach einer dreimonatigen Tour durch Nordamerika geschrieben hat. Darin kündigt er an, dass er für einige Zeit untertauchen, mit seinen Hunden in einem Zelt schlafen wolle, um sich den Dreck der rauen Welt abzuwaschen. Weil der schwedische Melancholiker doch eher zum Musiker […] mehr…

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    Esben And The Witch - Violet Cries

    Blut, Werwölfe, Krankheiten: Das Trio aus Brighton mag es düster. Krötenfuß und Spinnenbein, darauf fallen wir nicht rein. Die meisten Düster-Bands streiten es ja impulsiv ab, wenn man sie auch nur sanft auf ihre Düsterkeit festlegen will (weil sie auch lustig sein wollen) – dagegen legt das Trio Esben And The Witch aus Brighton es […] mehr…

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    Gruff Rhys - Hotel Shampoo

    Überbordender Pop vom fantasievollen Zeremonienmeister Gruff Rhys ist der Freund der Künstler. Sparklehorse, Gorillaz, De La Soul, Mogwai, Danger Mouse – viele ließen sich in den letzten Jahren zu Kollaborationen bitten oder luden ihrerseits ein. Rhys bringt die Aura des Freien Kreativen mit sich und ist einer, der aus dem Nichts ein Kunstwerk erschaffen kann. […] mehr…

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    Bruno Mars - Doo-Wops & Hooligans

    Penetranz statt Eingängigkeit: leider kein zweiter Michael Jackson Kaufhaus-Pop, die 196ste: „Es ist besser, wenn du es nicht verstehst; hör einfach zu und hab eine gute Zeit“, lautet die Gebrauchsanweisung, die Bruno Mars seinem Debüt gratis beigefügt hat. Spaß haben auf Kommando also. Versuchen wir es einmal. „Grenade“ beginnt mit Keyboard-Geplinker, ein gigantisches Trommelfeuer setzt […] mehr…

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    Gang Of Four - Content

    Die ewig kritische Post-Punk-Institution kehrt mit Wucht zurück. Blut, Schweiß und Tränen, aber vor allem Blut hat es gekostet: Um „Content“ zu finanzieren, bot die Gang Of Four ihren vampiristisch veranlagten Fans im Vorhinein eine limitierte Edition an, die neben anderen Devotionalien auch Blutproben der Bandmitglieder beinhalten soll. Dank des künstlerischen Aderlasses veröffentlicht das Quartett, […] mehr…

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    Ginga - They Should Have Told Us

    Fesselnde Songs der Österreicher, kühn zusammengesetzt Wer hat sich die Namen ausgedacht? Alex Konrad, Klemens Wihlidal, Emanuel Donner und Matthias Loitsch gaben sich einst den ebenso unförmigen Titel Ginga und spielen auf „They Should Have Told Us“ unscharfen, unkalkulierten Runterbringer-Pop-Rock der zerfetzten Sorte. Also raus aus Wien und rein ins Höhenfeuer: James Stelfox, Produzent und […] mehr…

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    Kitty Solaris - Golden Future Paris

    Eigenwilliger Lo-Fi-Pop der Wahl-Berlinerin, jetzt noch sinnlicher Schon mit dem Debütalbum war alles da: Auf „Future Air Hostess“ (2007) spielte Kirsten Hahn aka Kitty Solaris minimalistischen Lo-Fi-Pop und schrieb eigenwillig romantische Lieder, die nicht fremdelten, aber auch nicht billig zu haben waren. Dieses Spiel aus Nahbarkeit und Distanziertheit prägt die Musik der aus Hessen zugegezogenen […] mehr…

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    Mogwai - Hardcore Will Never Die, But…

    Heiter bis wolkig: Die Postrocker werden immer anmutiger. Die fünf schwermütigen Postrocker aus Glasgow haben diesmal wieder auf die Dienste von Paul Savage zurückgegriffen, der bereits ihr formidables Debüt aus dem Jahr 1997 produzierte. Ihr siebtes, im vergangenen Sommer aufgenommenes Studioalbum ist allerdings keine nostalgische Rückbesinnung auf ihre Anfänge geworden. Warum auch? Die beiden atmosphärisch […] mehr…

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    I Blame Coco - The Constant

    Es gibt noch Hoffnung für den Elektro-Pop von Stings Tochter. Man hat’s ja auch nicht leicht, so als Tochter von Sting! Funktioniert nicht ohne eigenes Parfüm oder Top-Shop-Kollektion für die Welt! Als das erste Album von Coco alias Eliot Paulina Sumner im Herbst bereits in England erschien, setzte sich prompt auch nicht jede Rezension mit […] mehr…

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    Gregg Allman - Low Country Blues

    T Bone Burnett reist mit Allman ins Blues-Delta und nach Chicago. Er hätte gut in diese Riege älterer Männer gepasst, die sich 2010 noch mal zu Größerem berufen fühlten. Doch eine neue Leber für den Hepatitiskranken verhinderte eine frühere Veröffentlichung. Immerhin beflügelte „Low Country Blues“ die Genesung, denn schon Anfang des vergangenen Jahres hatte – […] mehr…

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    Rumer - Seasons Of My Soul

    Das elegante Soulpop-Debüt der Engländerin überrascht mit Tiefe. Ja, es ist Muzak. Der Sound geht süffig und sämig ins Ohr. Er ist als gefällige Partykulisse nützlich und als Kaufanreiz im Supermarkt. Wir wühlen hier aber definitiv nicht im Gut-&-Günstig-Fach, sondern bei den Luxusartikeln. Bei aller Easy-Listening-Schwerelosigkeit hat die 31-jährige Engländerin, zu Hause von TV-Star Jools […] mehr…

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    Hercules And Love Affair - Blue Songs

    Auf „Blue Songs“ sind von der ursprünglichen Besetzung nur noch Produzent und Songschreiber Andy Butler und Sängerin Kim Ann Foxman übrig. Dass einem nicht einmal Antony Hegarty wirklich fehlt, liegt an den drei Neuzugängen: den beiden Sängern Aerea Negrot und Shaun J. Wright sowie dem Produzenten Mark Pistel, der früher bei Consolidated und Meat Beat […] mehr…

  • Family Of The Year - Our Songbook

    Family Of The Year - Our Songbook

    Das Debüt dieser kalifornischen Band hat Folk, flirrende Elektronik, milde Psychedelia, Indie-Rock und hübsche, gemischtgeschlechtliche Harmonien und klingt dabei doch gar nicht wie die üblichen Verdächtigen, die einem da nun einfallen würden. Denn von der Sound- Megalomanie von Sufjan Stevens, Arcade Fire oder Grizzly Bear sind Family Of The Year weit entfernt. „Our Songbook“ ist […] mehr…

  • Max Raabe Cover

    Max Raabe - Küssen kann man nicht alleine

    Es soll Menschen geben, die Max Raabes Chanson-Manierismen, die Beschwörung von patinierter Grand-Hotel-Seligkeit und laszivem Schlager-Schwof, verdächtig bis unerträglich finden. Wie der etwas saloppere Bruder Leichtfuß, Ulrich Tukur, pflegt der Sänger Wortwitz und Melancholie, Attitüde wie Sentiment aus vergangener Zeit – sie glorifizieren (muss man es schreiben?) die Freiheit und die Poesie der Weimarer Republik, […] mehr…

  • Marianne Faithful - Horses And High Heels

    Marianne Faithfull - Horses And High Heels

    Erfunden wurde Marianne Faithfull, wie wir sie heute kennen, in einem Moment Mitte der Sechziger. Als sich die Aura der österreichisch-ungarischen Aristokratie (die ihr die Mutter mitgegeben hatte) mit der Bosheit des Rhythm’n’Blues infizierte. Wenn Marianne auftrat, siegte dann manchmal das Delikate, zum Beispiel im „Rock’n’Roll Circus“ der Rolling Stones, wo sie mit den Füßen […] mehr…

  • Pet Shop Boys - Ultimate

    Pet Shop Boys - Ultimate

    27 Auftritte bei der BBC, meistens bei „Top Of The Pops“, sehen wir hier, von „West End Girls“ bis „I’m With Stupid“, 27 Hosen, Jacken und Brillen von Neil Tennant, und immer drückt Chris Lowe wie zufällig auf ein paar Tasten. Außerdem gibt es das Konzert vom Glastonbury-Festival 2010, jene Show mit den komischen kubistischen […] mehr…

  • Feist - Look At What The Light Did

    Feist - Look At What The Light…

    Leslie Feist gibt nicht einfach Konzerte, sie entwirft Kunstprojekte, die sie mit vielen Gleichgesinnten umsetzt. Leider kommen die hier alle zu Wort und erzählen etwas zu detailliert von Projektionstechniken und Video-Möglichkeiten, und dann muss man wieder mal mitanschauen, wie im Schnelldurchlauf eine Bühne aufgebaut wird. Bitte nie wieder zeigen, auch nicht wenn Sie Paul McCartney […] mehr…

  • Depeche Mode Universe

    Depeche Mode - Tour Of The Universe: Barcelona

    Dass Depeche Mode nach 30 Jahren im Geschäft nun die größten Stadien füllen können, gönnt man ihnen gern. Aber ihr Zauber entfaltet sich auf den gigantischen Bühnen nur selten, Anton Corbijns gewaltige Projektionen erdrücken die Musiker, und die Setlist – mit dem lahmen „In Chains“ zur Eröffnung – sorgt dafür, dass erst mal wenig Stimmung […] mehr…

  • R.E.M. live in Austin

    R.E.M. - Live From Austin, TX

    Hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen, denkt man, so eine 70-minütige Show für die Fernsehsendung „Austin City Limits“, bei der R.E.M. im März 2008 immerhin 17 Songs spielen, davon neun vom damals noch nicht veröffentlichten Album „Accelerate“. Als zu kurz und unausgegoren hat man das in Erinnerung und freut sich gar nicht so auf die […] mehr…